KLIMA KOMPAKT

Klima Kompakt

Warum ist Klimaschutz wichtig?

Was wir tun – und was das für Mensch, Umwelt und Gesellschaft bedeutet.

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Steigende Temperaturen, häufigere und intensivere Extremwetterereignisse und veränderte Niederschlagsmuster betreffen nicht nur einzelne Regionen, sondern unser gesamtes Lebensumfeld. Vermehrt zeigen sich die Auswirkungen in unserem Alltag, wie etwa bei Hitzewellen. Auch die Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Wasserwirtschaft spüren die Folgen der Erderwärmung – wo natürliche Ressourcen die Grundlage für Versorgung, Wertschöpfung und Lebensqualität bilden.

Windrad auf einem Feld mit gelben und grünen Pflanzen unter bewölktem Himmel und Text zu EU-Klimazielen von 1990 bis 2050

Welche Ziele muss unsere Gesellschaft erreichen?

Der derzeit zu beobachtende Klimawandel ist auf die Freisetzung von Treibhausgasen (vor allem Kohlendioxid, aber auch Methan, Lachgas und F-Gase) zurückzuführen, diese stammen großteils aus der Verbrennung fossiler Energieträger (Kohle, Öl und Gas). Um den Klimawandel zu bekämpfen, hat sich die internationale Staatengemeinschaft darauf geeinigt, deren Freisetzung schrittweise zurückzufahren.

Wie viel Treibhausgase müssen wir bis wann einsparen?

Die aktuellen EU-Klimaziele geben einen klaren Rahmen vor, wie stark Treibhausgasemissionen in den kommenden Jahren reduziert werden müssen. Diese Ziele orientieren sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen, um die Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen.

Für die Europäische Union gilt das Ziel, die Netto-Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Bis 2040 sollen die Emissionen auf netto -90 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. Bis zu 5 Prozentpunkte können dabei durch einen Zukauf internationaler Klimazertifikate aus qualitativ hochwertigen und gesicherten Klimaschutzprojekten angerechnet werden. Langfristig soll Europa bis 2050 klimaneutral werden – das bedeutet, dass nur noch so viele Emissionen ausgestoßen werden, wie auch wieder gebunden werden können. Dafür müssen die Emissionen in allen Bereichen – etwa Energie, Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft und Industrie – deutlich reduziert werden.

In Österreich müssen die Treibhausgasemissionen in Sektoren außerhalb des EU Emissionshandelssystems – also insbesondere in den Bereichen Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft und sonstiger Industrie – um 48 Prozent gegenüber 2005 reduziert werden. Das zeigt klar: Klimaschutz ist kein fernes Zukunftsthema, sondern eine konkrete Aufgabe für heute und die kommenden Jahre.

Infografik aus der ersichtlich wird, dass sich Österreich im Vergleich zu 1990 um 3.1 Grad erwärmt hat. Text: Österreich erwärmt sich schneller als der globale Durchschnitt. Icons mit Text Extremwetter mit Hitze, Dürre und Starkregen nehmen zu.

Was sind die größten Herausforderungen?

Eine der größten globalen Herausforderungen für die nächsten Jahrzehnte auf dem Gebiet des Klimaschutzes ist zweifellos die Reduktion des durch den Menschen verursachten Treibhauseffekts. Unser Ausstoß von Treibhausgasen ist der Hauptverursacher für die Erderwärmung. Dazu zählen vor allem Kohlendioxid (CO2), das beim Verbrauch fossiler Brennstoffe entsteht, Methan (CH4), das etwa in der Landwirtschaft entsteht, Lachgas (N2O) und fluorierte Gase (F-Gase).

Der unmittelbare Zusammenhang zwischen der Konzentration an Treibhausgasen in der Atmosphäre und der durchschnittlichen Temperatur auf der Erde wird von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern außer Frage gestellt. Aktuelle Klimaveränderungen durch menschliche Aktivitäten schreiten rasant voran und haben weitreichende Folgen. Treibhausgas-Reduktionsschritte sind auf nationaler und internationaler Ebene unumgänglich, um die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre auf einem Niveau zu stabilisieren. Das wichtigste Ziel des Pariser Übereinkommens ist, die globale Erwärmung deutlich unter 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu halten und möglichst auf 1,5 °C zu begrenzen..

Infografik mit Symbolen zu Umweltauswirkungen wie Erderwärmung, Naturzerstörung und Umweltverschmutzung sowie zu Auswirkungen auf Menschen wie Hitzebelastung, extreme Wetterereignisse, Gesundheitsprobleme und Verlust von Lebensgrundlagen

Welche unmittelbaren Auswirkungen hat der Treibhauseffekt? 

Der Treibhauseffekt wirkt sich bereits heute spürbar auf zentrale Bereiche unseres Lebens aus. Steigende Temperaturen führen häufiger zu Hitzewellen, Extremwetterereignissen und gesundheitlichen Belastungen für Menschen. In der Landwirtschaft nehmen Dürren, Wasserknappheit und Ernteausfälle zu, wodurch die Versorgung mit Lebensmitteln unsicherer werden kann. Auch Wälder geraten zunehmend unter Druck: Trockenheit schwächt die Bäume, Schädlinge breiten sich stärker aus und das Risiko für Waldbrände steigt. Diese Entwicklungen zeigen, wie eng Klima, Umwelt und unsere Lebensgrundlagen miteinander verbunden sind.

Gesundheit Böden Wälder Wasser
  • Häufigere und intensivere Hitzewellen
  • Längere Dürren, Wassermangel und unregelmäßige Niederschläge
  • Häufigere und intensivere Waldbrände
  • Lange Trockenperioden, dadurch u.a. Abnahme des verfügbaren Grundwassers
  • Gesundheitliche Belastungen nicht nur durch Hitzewellen, sondern etwa auch durch die Verbreitung von Krankheitserregern
  • Ernteausfälle durch Hitze und Trockenheit
  • Trockenstress für Wälder, dadurch auch stärkere Ausbreitung von Schädlingen wie dem Borkenkäfer
  • Häufigere und extremere Hochwasser
  • Zunahme von Extremwetter und Naturgefahren
  • Hohe Schäden durch Stürme, Hagel und Überflutungen
  • Verlust von Artenvielfalt und geschwächte Ökosysteme
  • Verschlechterung der Wasserqualität

Was braucht es?

Darstellung, wie die Ebenen der EU Klimapolitik zusammenhängen, von Europäischer Klimapolitik zu European Green Deal zu EU Klimagesetz zu Fit for 55.

Europäischen Klimaziele

Das EU-Klimagesetz und die darin festgeschriebenen Zielwerte bilden den Rahmen für die Klimapolitik der Europäischen Union. Durch die Einrichtung eines europäischen wissenschaftlichen Beirats für Klimaschutz, zu dem 15 hochrangige wissenschaftliche Sachverständige unterschiedlicher Nationalitäten gehören, wird die wissenschaftliche Basis für die Umsetzung der ambitionierten Klimaziele geschaffen. Diese Klimaziele sind:

  • 1990: Referenzwert
  • 2030: Zwischenziel von mindestens -55 Prozent Netto-Treibhausgasemissionen
  • 2040: Zwischenziel von -90 Prozent Netto-Treibhausgasemissionen
  • 2050: EU-weite Klimaneutralität

Klimaneutralität ist notwendig, um die globale Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen. Das bedeutet, es braucht ein Gleichgewicht zwischen dem Ausstoß an Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) und der Aufnahme von Treibhausgasen (v.a. Kohlenstoff). Häuft wird in dem Zusammenhang auch von „Netto-Null-Emissionen“ gesprochen. Es müssen einerseits weniger Treibhausgas-Emissionen (THG) ausgestoßen und andererseits nicht vermeidbare Emissionen durch natürliche oder technische Senken kompensiert werden. Dafür sind natürliche Kohlenstoffsenken wie Böden, Wälder oder Ozeane von zentraler Bedeutung.

Diese Ziele bilden die Grundlage für zahlreiche europäische Gesetze und Maßnahmen zur Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft.
Weiterlesen: EU-Klimagesetz

Bundesminister Norbert Totschnig im Interview.

„In Österreich sind die Folgen des Klimawandels besonders deutlich spürbar, da sich unser Land stärker erwärmt als der globale Durchschnitt. Sie betreffen alle Bereiche – von Landwirtschaft, Wirtschaft und Gesundheit bis zu Infrastruktur und Ökosystemen. Gleichzeitig bieten Investitionen in Klimaschutz und Klimawandelanpassung Chancen für Beschäftigung, Wohlstand und geringere Abhängigkeit von Energieimporten. Klimaneutralität ist ein zentrales Ziel der Regierung, an dessen Umsetzung wir intensiv arbeiten. Ich bin überzeugt, dass wir unsere Klimaziele erreichen können – gemeinsam, mit wirtschaftlich sinnvollen und sozial tragfähigen Lösungen.“
Norbert Totschnig,
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft