Mit EMAS die Umweltleistungen verbessern

Gebäudefoto des Regierungsgebäudes am Stubenring 1
Foto: BMLUK / William Tadros

Wir stehen weltweit vor Herausforderungen im Umwelt- und Klimaschutz, die auch in Österreich spürbar sind. Die Zunahme von Hitzetagen und extremen Wetterereignissen verdeutlicht die Dringlichkeit unseres Handelns, um die Pariser Klimaziele zu erreichen und den Treibhauseffekt zu begrenzen.

Die österreichische Klima- und Energiestrategie sieht vor, bis 2040 Klimaneutralität zu erreichen. Der öffentliche Dienst kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten, insbesondere durch die flächendeckende Implementierung von Umweltmanagementsystemen in der Bundesverwaltung. Wir streben an, als moderne und zukunftsorientierte Verwaltungsorganisation weiterhin Vorreiter zu sein.

Bereits vor 25 Jahren wurde das ehemalige Umweltministerium auf der Stubenbastei als erstes Ministerium in der EU eine EMAS-Organisation. Seitdem haben wir kontinuierlich andere Standorte integriert und identifizieren Jahr für Jahr Verbesserungspotenziale. Mit der ersten Validierung und Registrierung eines Ministeriums in der EU 2000 schufen wir Transparenz über unsere Umweltauswirkungen.

Durch EMAS haben wir unsere Umweltschutzanstrengungen systematisch in alle Kernprozesse integriert und unsere Mitarbeiter:innen für Umweltaspekte sensibilisiert. Viele Verbesserungsvorschläge konnten erfolgreich umgesetzt werden, was zu einem verantwortungsbewussteren Umgang mit unseren Ressourcen führt.

Wir setzen diesen erfolgreichen Weg im Ministerium mit EMAS fort und streben danach, auch künftig eine Vorreiterrolle im öffentlichen Dienst einzunehmen. Nur durch konsequentes Handeln in den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz, saubere Technologien und nachhaltige Mobilität können wir einen bedeutenden Beitrag zu stabileren Lebensgrundlagen und dem Erhalt unserer Lebensräume leisten.

Ministerium erneut zertifiziert

Anfang Oktober 2025 fand wieder ein umfangreiches EMAS-Audit-Verfahren statt. Der externe Gutachter hat das gut funktionierende EMAS-Umweltmanagement der Zentralstelle anerkannt und zertifiziert. Durch das Audit wurde der Nachweis erbracht, dass die Anforderungen der DIN EN ISO 14001:2015 erfüllt sind.

Die wichtigsten Ergebnisse

Im Detail können Sie die direkten Umweltauswirkungen in der Umwelterklärung (PDF, 3 MB)nachlesen. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2024 im Vergleich zu 2023.

Strom und Wärme

Für die Raumwärmeversorgung setzen wir an den Standorten des Ministeriums Fernwärme ein. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Wärmeverbrauch um 6,37 Prozent. Die Stromversorgung erfolgt ausschließlich mit zertifiziertem Strom (Umweltzeichen-Strom) oder Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energieträgern. Der Einsatz von UZ46 zertifiziertem Strom verursacht nicht nur deutlich weniger Treibhausgasemissionen, er schließt außerdem den Handel mit Ökostrom-Zertifikaten und damit mögliches Greenwashing von Strom, fossilen oder atomaren Quellen aus. Ab 2022 wurden alle Objekte der Zentralstelle und Dienststellen des Ministeriums auf UZ46-Strom umgestellt

Wasserverbrauch

An den Standorten des Ministeriums stieg der Wasserverbrauch um rund 15 Prozent Aufgrund der laufenden Fassadensanierung und -reinigung am Standort Stubenring 1 kam es im Jahr 2024 zu einem höheren Wasserverbrauch.

Papierverbrauch

Wir verwenden an allen Standorten Recyclingpapier und Büromaterialien, die mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet sind. Dank des Follow-me-Druckersystems, standardmäßig doppelseitigem Drucken, aber auch vermehrt Homeoffice, konnte der Papierverbrauch um weitere 15 Prozent gesenkt werden. In der Kopierstelle des Ministeriums am Stubenring 1 wurden um 50 Prozent mehr Druckaufträge wie Broschüren, Leporellos etc. in Auftrag gegeben. Diese wurden, wie immer, nach den Anforderungen des Österreichischen Umweltzeichens gedruckt. Die Kopierstelle ist auch mit dem PEFC-Label ausgezeichnet.

Green Meetings

Die Beschaffung regionaler, saisonaler und biologischer Lebensmittel wird durch konsequente Durchführung von Green Meetings und Events forciert.

Abfall

Die Trennung des Abfalls in den Büros erfolgt in vier Fraktionen, wobei die Mitarbeitenden aktiv an einem strukturierten Abfallmanagementprozess teilnehmen. Mit der Fertigstellung der neuen Kühlung im Jahr 2024 am Standort Stubenring 1 konnte die Entsorgung alter Kühlgeräte verringert werden. Insgesamt hat sich das Gesamtabfallaufkommen um 5 Prozent reduziert, was auf effiziente Ressourcennutzung und bessere Abfallmanagementpraktiken hinweist. Die 2023 eingeführte Vereinheitlichung der Sammlung von Kunststoffverpackungen in Österreich hat zu einem signifikanten Anstieg der Kunststofffraktion um 33 Prozent geführt. Dies deutet darauf hin, dass die Mitarbeitenden ein positives Trennverhalten zeigen und ihre Abfälle bewusst im Sinne der Nachhaltigkeit sortieren.

Mobilität

Die Flug-Kilometer bei Dienstreisen sind um 1,94 Prozent gestiegen. Die klima-freundliche Bahn ist um knapp 4 Prozent mehr genutzt worden. Dienstreisen mit dem PKW sind konstant geblieben. Die Entwicklung der Dienstreisen mit dem PKW zeigt eine differenzierte Situation zwischen den Dienststellen und der Zentralstelle. Die zugenommenen PKW-Dienstreisen von den Dienststellen deuten darauf hin, dass höhere Mobilitätsanforderung vor Ort, verstärkte Aktivitäten oder Projektarbeiten, die Reisen erforderlich machten. Im Gegensatz dazu verzeichnet die Zentralstelle eine Reduzierung der PKW-Dienstreisen. Dies könnte auf eine bewusste Entscheidung hindeuten, alternative Optionen zu nutzen, wie zum Beispiel Videokonferenzen oder öffentliche Verkehrsmittel, um die Umweltbelastung zu verringern und Ressourcen zu schonen. Die Bereitstellung eines kleinen Fuhrparks im Ministerium sowie von Diensträdern, Scootern und E-Scootern für Dienstwege in Wien sind positive Maßnahmen zur Förderung einer umweltfreundlichen Mobilität.

Emissionsbilanz durchwachsen

Die Bilanz bei den Emissionen zeigt folgendes Bild: Die Emissionen aus dem Energieeinsatz Strom stiegen um 19,68 Prozent, der Einsatz für Wärme reduzierte sich um 8,34 %. Emissionen aus Dienstreisen konnten um 5,47 Prozent reduziert werden

Details in der Umwelterklärung

In der gemeinsamen Umwelterklärung 2025 sind die Details und die Umweltprogramme mit den neuen Maßnahmen übersichtlich dargestellt.

Downloads

Dafür steht EMAS

EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) steht für eine kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung, die eine Organisation direkt oder indirekt erbringt.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ministeriums setzen sich tagtäglich auf Ebene der Gesetzeswerdung und der Verwaltung sowie durch das Entwickeln und Umsetzen zukunftsorientierter Programme ein, innovative Lösungen für Mensch und Umwelt zu erarbeiten und damit den Schutz unserer Lebensgrundlagen auch in Zukunft zu gewährleisten.

Natürlich wird dabei gerade im eigenen Haus versucht bestmöglich umwelt-, energieeffizient und sparsam mit Ressourcen beim laufenden Betrieb des Unternehmens des Landwirtschaftsministeriums umzugehen. Jahr für Jahr gelingt es hier immer noch Verbesserungen bei den Umweltleistungen zu realisieren. Die Entscheidung für das EMAS-System ist daher ein klares Bekenntnis zu einem zukunftsorientierten Instrument, mit dem wir auch weiterhin Vorbild bleiben wollen. Mit einem wirkungsvollen Maßnahmen-Mix werden wir zur systematischen Weiterentwicklung von vorbeugendem betrieblichen Umwelt- und Klimaschutz beitragen – für jetzt und kommende Generationen.