1. Termin der Staatsprüfung für den höheren Forstdienst 2026

Die Absolventinnen und Absolventen der Staatsprüfung für den leitenden Forstdienst. Foto: BMLUK / Annerl

Titel des Prüfungsprojektes: „Ökonomisch erfolgreiche, ökologisch ausgewogene und sozial verantwortliche Bewirtschaftung eines Forstbetriebs im Osten Österreichs“

Der erste Termin der diesjährigen Staatsprüfung für den höheren Forstdienst fand vom 4. bis 6. August 2026 an der Forstlichen Ausbildungsstätte Traunkirchen statt.
4 Kandidatinnen und 5 Kandidaten traten zur Prüfung an.

Prüfungskommission

Die Prüfungskommission setzte sich aus folgenden Personen zusammen:
Vorsitzender: SL-Stv. MinR. Dipl.-Ing. Dr. Johannes SCHIMA - BMLUK - Sektion III – Forstwirtschaft und Regionen,
Dir. Dipl.-Ing. Hans-Jörg DAMM - Guts- und Forstbetrieb Wilfersdorf – Liechtenstein Gruppe AG.,
wHR. Dipl.-Ing. Gernot KURAN - Bezirksforstinspektion Scheibbs und
Mag. iur. Manuel WOLF - Referat Umwelt und Anlagen der Bezirkshauptmannschaft Landeck.

Projektthema

In der schriftlichen Projektarbeit war für den Eigentümer eines 5.600 Hektar großen Forstbetriebes im Norden und Südosten Niederösterreichs

  • ein Budget für das Jahr 2027 zu erstellen,
  • eine Empfehlung für oder gegen den Ankauf einer 20 Hektar großen Waldfläche abzugeben und
  • die Möglichkeiten zur Forcierung der forstlichen Nebenbetriebe und Nebennutzungen zu analysieren.

Die Prüfung erforderte unterschiedlichste Qualifikationen

Die schriftliche Projektarbeit wurde an den beiden ersten Prüfungstagen durchgeführt.
Insgesamt standen dafür 14 Stunden zur Verfügung.

Am dritten Prüfungstag fanden die mündlichen Prüfungen statt.
In den ersten 10 Minuten der mündlichen Prüfungen präsentierten die Prüfungskandidatinnen und die Prüfungskandidaten ihre Überlegungen für ein Betriebskonzept dem Eigentümer des Forstbetriebes.

Anschließend stellte die Prüfungskommission gezielte Fragen zu den in den Betriebskonzepten behandelten Fachinhalten und prüfte zudem auszugsweise Inhalte aus den in der Staatsprüfungsverordnung festgelegten fünf Geschäftsbereichen.

Ergebnis: Weiße Fahne - 100 Prozent waren erfolgreich!

Dipl.-Ing. Lukas MOIK - Universität für Bodenkultur,
Dipl.-Ing.in Jana PIROLT - Land und Forstbetriebe Österreich,
Dipl.-Ing. Markus VORRABER - HBLA für Forstwirtschaft Bruck/Mur,
Dipl.-Ing.in Marie WENZLAFF - Josephinum Research Wieselburg
erreichten ein "mit Auszeichnung befähigt".

2 Forstwirtinnen und 3 Forstwirte wurden mit „befähigt“ beurteilt.

Resümee

Als Resümee der Prüfungsleistungen wird zusammengefasst:

  • Die Kandidatinnen und Kandidaten waren sehr gut vorbereitet.
  • Bei der Beantwortung der Einzelfragen war meist ein starker Praxisbezug erkennbar.
  • In der knapp bemessenen Ausarbeitungszeit haben alle ein Budget, getrennt für die zwei Betriebsteile, auf Basis einer stufenweisen Deckungsbeitragsrechnung erstellt.
  • Die Potentiale zur Steigerung des wirtschaftlichen Erfolgs der forstlichen Bewirtschaftung wurden gut erkannt.
  • Die Kosteneinsparungspotentiale im Forstbetrieb wurden teilweise nicht vollumfänglich identifiziert.
  • Die waldbaulichen Konzepte zeigten Unterschiede, waren aber alle plausibel.
  • Die Möglichkeiten zur Verbesserung der jagdlichen Bewirtschaftung wurden aufgezeigt.
  • Die einschlägigen forstrechtlichen Bestimmungen wurden bestens beherrscht.
  • Die europarechtliche Fragestellung wurde zur vollsten Zufriedenheit bewältigt.
  • Die Vor- und Nachteile des möglichen Ankaufs einer Waldfläche wurden gut analysiert.
  • Guter Wissensstand bei den Nebenbetrieben und den erneuerbaren Energien.
  • Die wesentlichen Überlegungen für ein künftiges Betriebskonzept sowie über aktuelle und zukünftige betriebliche Herausforderungen wurden nachvollziehbar präsentiert.
  • Der strategische Blick muss jedoch noch weiterentwickelt werden.
  • Generell war der Wissensstand in Summe sehr gut ausgeprägt.
Die Absolventinnen und Absolventen der Staatsprüfung für den höheren Forstdienst.

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