1. Termin der Försterstaatsprüfung 2026
Das Prüfungsprojekt: „Windenergie am Ossiacher Tauern“
Der erste Termin der diesjährigen Staatsprüfung für den Försterdienst fand vom 30. Juni bis 3. Juli 2026 an der Forstlichen Ausbildungsstätte Ossiach statt.
Eine Kandidatin und 14 Kandidaten traten zur Prüfung an.
Prüfungskommission
Die Prüfungskommission setzte sich aus folgenden Personen zusammen:
Vorsitzender: MinR. Dipl.-Ing. Ing. Martin NÖBAUER (BMLUK - Sektion III – Forstwirtschaft und Regionen),
Dipl.-Ing.in Antje GÜTTLER - Forstbetrieb Kärnten-Lungau der Österreichischen Bundesforste - AG.,
Dr. Hansjörg PLÖTZ - war Forstjurist im Forstbetrieb Oberinntal der Österreichischen Bundesforste - AG. und
OFö. Ing. Rupert SCHUHMANN - Landschaftliche Forstverwaltung Zell am See.
Projektthema
Das regionale Energieversorgungsunternehmen plant, drei Windenergieanlagen auf Waldflächen einer 1.100 Hektar großen Agrargemeinschaft am Ossiacher Tauern zu errichten.
Die Aufgabe bestand darin, die verschiedenen Aspekte des Vorhabens, insbesondere die ökonomischen, ökologischen und rechtlichen Auswirkungen für die Agrargemeinschaft, einschließlich möglicher Probleme und Risiken, zu bewerten.
In der Präsentation waren die wesentlichen Punkte für erfolgreiche Vertragsverhandlungen mit dem Energieversorgungsunternehmen in einer Ausschusssitzung der Agrargemeinschaft vorzutragen.
Die Prüfung erfordert unterschiedlichste Qualifikationen
Die schriftliche Projektarbeit wurde an den beiden ersten Prüfungstagen durchgeführt.
Insgesamt standen dafür 13 Stunden zur Verfügung.
Am dritten und vierten Prüfungstag fanden die mündlichen Prüfungen statt.
In den ersten 10 Minuten der mündlichen Prüfungen präsentierten die Prüfungskandidatin und die Prüfungskandidaten die Schwerpunkte ihrer Projektarbeiten.
Anschließend stellte die Prüfungskommission gezielte Fragen zu den in den Projektarbeiten behandelten Fachinhalten und prüfte zudem auszugsweise Inhalte aus den in der Staatsprüfungsverordnung festgelegten fünf Geschäftsbereichen.
Ergebnis: 86,6 Prozent waren erfolgreich!
1 Försterin und 12 Förster wurden mit „befähigt“ beurteilt.
2 Prüfungskandidaten bestanden die Prüfung nicht.
Resümee
Als Resümee der Prüfungsleistungen wird zusammengefasst:
- Alle haben eine Entscheidung getroffen, ob die Agrargemeinschaft in das Windenergieprojekt einsteigen soll oder nicht.
- Die finanziellen Chancen für die Agrargemeinschaft wurden meist nicht vollständig erkannt; die Potentiale der betrieblichen Ressourcen hätten besser genutzt werden können.
- Die Risiken für die Agrargemeinschaft, welche unbedingt vermieden werden sollen, wurden grundsächlichen gut analysiert.
- Die Empfehlungen bezüglich der anzustrebenden vertraglichen Regelungen waren unterschiedlich.
- Das rechtliche Grundwissen war vorhanden; im Bereich Steuerrecht traten jedoch Schwächen auf.
- Die vielfältigen Argumente der Agrargemeinschaft, um das finanzielle Angebot aufzubessern, waren durchwegs schlüssig.
- Die vorgeschlagenen, unterschiedlichen Kommunikationsstrategien der Agrargemeinschaft in der Öffentlichkeit waren nachvollziehbar.
- Die Kandidatin und die Kandidaten sind zukünftige Betriebs- oder Revierleiter:innen und sollen auch als solche bei der Prüfung auftreten! Die Formulierungen „ich könnte“, „man sollte“, „es dürfte“ …, sind zu vermeiden!