2. Termin der Försterstaatsprüfung 2026
Das Prüfungsprojekt: „Wirtschaftliche Optimierung eines Forstbetriebes mit eigenem Personal“
Der zweite Termin der diesjährigen Staatsprüfung für den Försterdienst fand vom 1. bis4. September 2026
an der Forstlichen Ausbildungsstätte Ossiach statt.
Eine Kandidatin und 13 Kandidaten traten zur Prüfung an.
Prüfungskommission
Die Prüfungskommission setzte sich aus folgenden Personen zusammen:
Vorsitzende: AL.in MinR.in Mag.a Katharina KAISER - BMLUK- Abteilung III/2 – Forstliche Legistik, Rechtspolitik und Berufsqualifikation,
Mag.a Freydis BURGSTALLER-GRADENEGGER, MBA - Stabstelle Agrarrecht der Abteilung 10 Land- und Forstwirtschaft - Land Steiermark,
Dipl.-Ing. Bernhard TEUFFENBACH - Sachverständiger für forstwirtschaftliche Immobilien und
Außendienstforstmeisterin OFö.in Elke WISJAK - Forstbetrieb Franz Mayr-Melnhof-Saurau.
Projektthema
Drei Nichten haben einen mehr als 3.900 Hektar großen Forstbetrieb in der Obersteiermark zu gleichen Teilen geerbt.
Die Aufgabe bestand darin, als neue Wirtschaftsführerin / neuer Wirtschaftsführer der Miteigentumsgemeinschaft den Betrieb ab dem 01. Jänner 2027 zu leiten, den Betrieb mit eigenem Personal in die Zukunft zu führen und wirtschaftlich zu optimieren.
Für das Wirtschaftsjahr 2027 war eine Planung für den Gesamtbetrieb zu erstellen.
Dabei waren vor allem die Bereiche Hiebsatz, Personalstruktur, Waldbau, Holzernte, Holzverkauf, Jagd und Nebenbetriebe zu durchleuchten.
Die Prüfung erfordert unterschiedlichste Qualifikationen
Die schriftliche Projektarbeit wurde an den beiden ersten Prüfungstagen durchgeführt.
Insgesamt standen dafür 13 Stunden zur Verfügung.
Am dritten und vierten Prüfungstag fanden die mündlichen Prüfungen statt.
In den ersten 10 Minuten der mündlichen Prüfungen präsentierten die Prüfungskandidatin und die Prüfungskandidaten die Schwerpunkte ihrer Betriebsplanung.
Anschließend stellte die Prüfungskommission gezielte Fragen zu den in der Betriebsplanung behandelten Fachinhalten und prüfte zudem auszugsweise Inhalte aus den in der Staatsprüfungsverordnung festgelegten fünf Geschäftsbereichen.
Ergebnis: Weiße Fahne - 100 Prozent waren erfolgreich!
Maria SCHREINER - Forstbetrieb Wienerwald der Österreichischen Bundesforste - AG. -erreichte ein "mit Auszeichnung befähigt".
13 Förster wurden mit „befähigt“ beurteilt.
Resümee
Als Resümee der Prüfungsleistungen wird zusammengefasst:
- Die Betriebsplanungen enthielten unterschiedliche Vorschläge hinsichtlich der Personalausstattung sowie des Maschinen- und Ressourceneinsatzes.
- Der in der Themenstellung angegebene Hiebsatz wurde nicht von allen geprüft.
- Die Detailkonzepte für die Waldbewirtschaftung und für die Jagd waren nachvollziehbar.
- Die Kosten und die Deckungsbeiträge wurden gut berechnet.
- Die Erstellung der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz war für manche eine Herausforderung.
- Die Potentiale zur wirtschaftlichen Optimierung des Forstbetriebs wurden großteils erkannt.
- Bei den betrieblichen Ressourcen war ein umfassendes Wissen vorhanden.
- Die Rechtsfragen wurden überwiegend gut gelöst.
- Die individuellen Betriebsplanungen wurden nachvollziehbar präsentiert.