Aktionsprogramm Große Massenbewegungen – GeoMonitorAT

Aktionsprogramm_Große_Massenbewegungen_GeoMonitorAT

Der Alpenraum steht zunehmend im Spannungsfeld zwischen Naturgefahren, Klimawandel und Nutzungsintensivierung. Für vorhersehbare Hochwasser-, Wildbach- oder Lawinenkatastrophen ist Österreich sehr gut vorbereitet. Große Massenbewegungen – Bergstürze, Felsgleitungen, Talzuschübe, tiefgründige Hangrutschungen, Schuttströme oder große Murgänge – zählen hingegen zu den schwer prognostizierbaren, landschaftsverändernden Naturereignissen in unserer Gebirgsregion. Sie treten zwar sehr selten auf, können aber extreme Ausmaße erreichen und innerhalb kurzer Zeit enorme Personen- und Sachschäden im Siedlungsraum, an Verkehrswegen und der kritischen Infrastruktur verursachen. Ausgelöst durch die Erderwärmung und der Folgen, wie Zunahme von Starkniederschlägen, Gletscherrückzug und Permafrostauflösung, steigt das Risiko solcher Extremereignisse in den Alpen signifikant. Die Sicherheit alpiner Regionen hängt zunehmend davon ab, Große Massenbewegungen rechtzeitig zu erkennen, dauerhaft zu beobachten und vorsorgend zu handeln.

Als Reaktion auf die Erfahrungen der Katastrophenereignisse der letzten Jahre im Alpenraum (insbesondere in der Schweiz und in Österreich) habe ich das Aktionsprogramm „GeoMonitorAT – Monitoring für Große Massenbewegungen“ ins Leben gerufen. Ziel des Programms unter der Federführung meines Ressorts sowie der Wildbach- und Lawinenverbauung ist die bundesweite Entwicklung und Umsetzung der essentiellen Maßnahmen für eine Früherkennung und Beobachtung kritischer (akuter) Massenbewegungen, die Ableitung der damit verbundenen Risiken sowie die Umsetzung und Finanzierung der erforderlichen Präventionsmaßnahmen im Rahmen des nationalen Risikomanagements. Der Erfolg des Programms wird durch effiziente Vernetzung der Akteure und Akteurinnen von Bund, Ländern und Gemeinden, durch die optimale Nutzung des Wissens aus Forschung, Wirtschaft und Ingenieurpraxis und durch die strukturierte Einbindung der betroffenen Bevölkerung sichergestellt.

Die Umsetzung des Aktionsprogramms erfolgt in enger Kooperation mit GeoSphere Austria, dem Bundesforschungszentrum für Wald sowie den Landesgeologischen Diensten. Dafür werde ich eine Koordinierungsstelle im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft sowie ein Kompetenzzentrum am Sitz der Wildbach- und Lawinenverbauung in Innsbruck etablieren.

Die Erderwärmung stellt große Herausforderungen an die Sicherheit des alpinen Lebens- und Wirtschaftsraums, das Aktionsprogramm ist ein Schlüsselelement für die notwendige Weiterentwicklung der schon jetzt sehr stark aufgestellten Naturkatastrophenvorsorge in Österreich und damit eine nachhaltige Investition in unsere Zukunft.

Herausgeber:
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Ausgabejahr:
2025
Ausgabeort:
Wien
Format:
Download
Kategorie:
Schutz vor Naturgefahren
Seitenanzahl:
12