Biologische Landwirtschaft in Zahlen

Milch
Foto: BMLUK / Martina Siebenhandl

Bio ist nicht nur bei Konsumentinnen und Konsumenten gefragt, auch immer mehr Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern bewirtschaften ihre Betriebe biologisch. Jeder 4. Hektar in Österreich und ein hoher Anteil der Nutztiere genießt diese besonders ökologische und tierfreundliche Wirtschaftsform. Nachstehende Zahlen bieten einen informativen Einblick in die Bio-Landwirtschaft in Österreich.

Betriebe und Flächen

Im Jahr 2024 gab es in Österreich 23.942 Bio-Betriebe, das sind um 495 Bio-Betriebe weniger als 2023. Die Zahl der Bio-Betriebe nahm in allen Bundesländern leicht ab. Die höchsten Rückgänge gab es in Wien (-10,4 %), Kärnten (-5,0 %) gefolgt vom Burgenland (-3,9 %), Vorarlberg (-3,8 %), Steiermark (-2,6 %), Salzburg (-1,8 %), Oberösterreich (-1,5 %) und Niederösterreich (-1,3 %). In Tirol blieb die Zahl der Biobetriebe im Vergleich zu 2023 annähernd stabil.

2024 macht die biologisch bewirtschaftete landwirtschaftlich genutzte Fläche in Österreich rund 697.500 ha aus, das sind um 4.100 ha weniger als 2023 bzw. ein Minus von 0,7 %. Nach Kulturarten zeigt sich eine Zunahme bei Ackerland (+0,7 %) und Weingärten (+2,0 %), hingegen eine leichte Abnahme bei den Obstanlagen (-0,9 %) und beim Dauergrünland (-1,7 %).

Die wichtigsten Ackerkulturen

Die Entwicklung der Feldfrüchte auf den Bio-Ackerflächen zeigt eine deutliche Zunahme bei Körnerleguminosen (insbesondere bei Linsen, Pferdebohnen und Körnererbsen) und den Hackfrüchten (Zuckerrüben und Erdäpfeln). Bei den Ölfrüchten gab es insbesondere beim Ölkürbis wieder einen Flächenzuwachs, nach dem starken Rückgang im Vorjahr. Auch die Sojabohnen verzeichneten ein leichtes Plus. Ebenso kam es im Feldfutterbau zu einer leichten Flächenausweitung. Die Bio-Bracheflächen haben im Vergleich zum Vorjahr um über 10 % zugenommen. Flächenrückgänge waren beim Brot- und Futtergetreide zu beobachten, hier im Besonderen bei Winterweichweizen und Körnermais.

Biologisch gehaltene Nutztiere

Generell ist 2024 bei den Bio-Tieren eher ein Rückgang zu beobachten. Bei den Bio-Rindern betrug der Rückgang 1,5 %, bei den Bio-Schweinen 7,7 %, bei den Bio-Pferden 1,7 % und bei den Bio-Ziegen 2,1 % (jeweils bezogen auf Stück). Die Schafe blieben gegenüber 2023 stabil. Beim Geflügel gab es in Summe einen leichten Anstieg von 0,3 %. Bedingt war dieser geringe Anstieg durch die Zunahme bei den Masthühnern. Bei allen anderen Geflügel-Kategorien gab es gegenüber dem Vorjahr Rückgänge.

Anteile Bio-Flächen, Bio-Betriebe und Bio-Tiere

Der Anteil der Bio-Betriebe an allen INVEKOS-Betrieben im Jahr 2024 macht 23,1 % aus. 27,3 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche laut INVEKOS sind im Jahr 2024 Bio-Flächen. Beim Ackerland liegt der Wert bei 22,3 % und beim Dauergrünland bei rund einem Drittel. Bereits ein Viertel der Weingärten in Österreich werden biologisch bewirtschaftet, der Bio-Anteil hat sich hier in den letzten 10 Jahren verdoppelt. Bei den Obstanlagen sind rund 37 % der Flächen biologisch, wobei hier in den letzten beiden Jahren wieder ein Rückgang des Bio-Anteils zu verzeichnen war.
In Österreich stehen 22,5 % der Milchkühe auf Bio-Betrieben, bei den Mutterkühen sind es 44 %. Während nur 3,8 % der Schweine biologisch gehalten werden, sind es bei den Schafen 26 % und bei den Ziegen fast 50 %. Beim Geflügel gibt es ebenfalls eine große Spannbreite: Während 61 % der Enten auf Bio-Betrieben gefüttert werden, erreichen die Truthühner nur einen Bio-Anteil von 12 %. Bei den Masthühnern sind es dagegen 31 %, wobei einzelne Bundesländer (Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg) einen Bio-Anteil von über 50 % aufweisen.

Weitere Informationen gibt es im Grünen Bericht.