GAP-Dialogforum: Die Vorschläge der Europäischen Kommission für die Förderperiode 2028 – 2034

Dialogforum
Foto: Antonia Mandl

Am 28. Jänner 2026 fand in Wien eine erste Informationsveranstaltung zu den Vorschlägen der Europäischen Kommission zur zukünftigen Ausgestaltung des Mehrjährigen Finanzrahmens (MFR) und der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für die Förderperiode 2028 bis 2034 statt.

Johannes Fankhauser, Leiter der Sektion II (Landwirtschaft und ländliche Entwicklung) im BMLUK verwies in seinem Eingangsstatement auf die Bedeutung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für die österreichische Landwirtschaft, für den Umwelt- und Klimabereich sowie die Regionalentwicklung. Mit Blick auf die aktuellen Reform- und Finanzierungsvorschläge der EU-Kommission müssen aber vor allem die vorgesehenen Budgetkürzungen sowie die geplante Streichung der ländlichen Entwicklung als eigenständigem Politikbereich kritisch gesehen werden: Österreich setzt sich daher stark für eine weiterhin ausreichende Finanzierung und eine starke Verankerung der GAP-Regeln ein. Zudem soll ein breiter Dialog mit den relevanten Stakeholdern sicherstellen, dass die künftige GAP praxisnah, flexibel und zukunftsfähig gestaltet wird.

Im Anschluss gingen Expertinnen und Experten des BMLUK in thematischen Blöcken auf zentrale Elemente aus der geplanten Umsetzung ein:

  • Mehrjähriger Finanzrahmen 2028 bis 2034
  • Gemeinsame Agrarpolitik 2028 bis 2034
  • Vorschläge im Bereich Umwelt und Klima
  • Vorschläge zur Einkommensstützung
  • Stärkung der Landwirtschaft und des ländlichen Raums

Zwischen den einzelnen Inputs hatten die rund 140 Anwesenden die Möglichkeit, sich mit ihren Fragen und Wortmeldungen einzubringen. Insbesondere der Umstand, dass außerlandwirtschaftliche Maßnahmen für den ländlichen Raum zukünftig nicht mehr wie im bisherigen Ausmaß Bestandteil der GAP-Interventionen sind, sorgte für Unsicherheiten und Nachfragen im Publikum (zum Beispiel im Bereich Umwelt- und Naturschutz, Basisdienstleistungen, Wissenstransfer). Im Zusammenhang mit der Ausgestaltung eines erfolgreichen nationalen und regionalen Partnerschaftsplans (NRPP) für Österreich, in dessen Rahmen die GAP für die Förderperiode 28–34 umgesetzt werden soll, wurde eine österreichweit konstruktive Arbeitsweise ebenso eingefordert wie das weitere Bestreben zu Vereinfachung und Bürokratieabbau. Statt mit Verpflichtungen für die Landwirtinnen und Landwirte sollte vermehrt mit Anreizen gearbeitet werden und den landwirtschaftlichen Betrieben die nötige Flexibilität in der Umsetzung gegeben werden. Neben der Förderung von Junglandwirtinnen und Junglandwirten sollte auch ein verstärktes Augenmerk auf die Unterstützung von Frauen in der Landwirtschaft gelegt werden, beispielsweise durch spezielle Förderinstrumente. Besonders unterstrichen wurde auch die Zusammenarbeit mit den Bundesländern als wichtige Partner in der Finanzierung und Umsetzung der GAP in Österreich.

Abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit einem Resümee und Ausblick zum weiteren Prozess auf nationaler und EU-Ebene. Zudem wurden alle Teilnehmenden zu den aus ihrer Sicht wichtigsten Themen im Zusammenhang mit der Ausgestaltung der zukünftigen GAP in Form einer Wortwolke befragt. Dieses abschließende Stimmungsbild bildete schlagwortartig auch nochmals wesentliche Aspekte aus den vorangegangenen Diskussionsteilen ab.

Wortwolke Dialogforum

Die Gesamtpräsentation zur Veranstaltung ist im Downloadbereich verfügbar.

Weiterführende Informationen