Innovations-Kapazitäten in Regionen stärken:
Inspirationen & Hacks
Wie können Regionen zu Treibern nachhaltiger Innovation werden? Eine neue Broschüre gibt praktische Tipps, wie engagierte Akteurinnen und Akteure Innovationsökosysteme aufbauen, regionale Stärken nutzen und transformative Veränderungen vor Ort wirksam gestalten können.
Unsere Regionen und Gemeinden sind mehr als Orte des Wohnens und Arbeitens. Sie sind zentrale Entwicklungsräume für Innovation und Transformation, etwa in den Bereichen Mobilität, Energie, Wirtschaft oder gesellschaftlicher Zusammenhalt. Die neue Broschüre "Innovations-Kapazitäten in Regionen stärken - Inspirationen und Hacks für transformative Innovationsprozesse" des Ministeriums versammelt zahlreiche Anregungen zur wirksamen Mitgestaltung von Innovationssystemen.
Ländliche Regionen in Österreich sind längst aktive Gestaltungsräume. Sie entwickeln innovative Lösungsansätze zu anstehenden Herausforderungen, die auf regionale Bedürfnisse zugeschnitten sind und von engagierten Menschen getragen werden. Das betont auch Bundesminister Norbert Totschnig im Vorwort der Broschüre:
„Gemeinden und Regionen sind in Österreich bereits wichtige Gestalter innovativer Lösungen, angepasst an die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort und getragen von engagierten Menschen mit neuen, ungewöhnlichen Ideen.“
Gleichzeitig steht Österreich vor tiefgreifenden Transformationsprozessen, etwa im Umgang mit Klimaveränderungen, Ressourcen, demografischem Wandel und wirtschaftlichem Strukturwandel. Um diese Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen, braucht es neue Herangehensweisen. Im Fokus stehen dabei nicht einzelne Projekte, sondern der systematische Aufbau regionaler Innovationsökosysteme und damit die Einübung einer neuen Sichtweise auf die Region. Bundesminister Norbert Totschnig erklärt:
"Es geht um die Einführung neuer Ideen, Praktiken, Produkte oder Dienstleistungen, um den Wohlstand und die Lebenssituation in der Region nachhaltig zu verbessern – etwa durch die gezielte Steigerung regionaler Wertschöpfung, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle oder digitale Anwendungen für starke regionale Wirtschaftskreisläufe."
Regionen als ideale Innovationsräume
Regionen bieten besondere Voraussetzungen für Innovation: Akteurinnen und Akteure kennen einander, arbeiten sektorübergreifend zusammen und können Lösungen dort entwickeln, wo Herausforderungen konkret spürbar sind. Dieser place-based Ansatz ermöglicht es, bestehende Grenzen zu überwinden und regionale Handlungsmacht zu stärken.
Zentral ist dabei der Perspektivwechsel von isolierten Einzelprojekten hin zu einer Ökosystem-Sichtweise. Regionale Innovationsökosysteme sind dynamische Netzwerke unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure, die gemeinsam neue Lösungen entwickeln, verbreiten und weiterentwickeln. Eine gut abgestimmte Governance im Mehrebenensystem von den Gemeinden bis zum Bund erhöht dabei die Wirksamkeit regionaler Aktivitäten.
Von der Idee zur transformativen Wirkung
Transformative Wirkung entsteht, wenn Innovationen wachsen, skaliert werden und dauerhaft in regionale Strukturen eingebettet sind. Die Broschüre zeigt anhand praxisnaher Beispiele, wie sich einzelne Initiativen, zum Beispiel im Bereich Mobilität, schrittweise zu integrierten Systemen entwickeln können. Voraussetzung dafür sind Kooperation, gemeinsames Lernen, tragfähige Netzwerke und geeignete Rahmenbedingungen.
Bundesminister Totschnig unterstreicht den strategischen Ansatz:
„Man kann diesen Prozess auch als Kapazitätsentwicklung bezeichnen. Jeder Schritt und jedes Projekt werden als Teil eines bewussten strategischen Vorgehens verstanden.“
Innovations-Kapazitäten gezielt stärken
Im Zentrum der Publikation steht die Frage, welche Kapazitäten Regionen benötigen, um langfristig handlungsfähig zu sein. Kapazitäten werden dabei breit verstanden: als Zusammenspiel von Rollen, Ressourcen und Fähigkeiten. Neben finanziellen Mitteln sind Wissen, Netzwerke, Vermittlungskompetenzen und institutionelle Verankerung entscheidend.
Ein zentrales Leitmotiv lautet: auf bestehenden Stärken aufbauen. Regionen sollen vorhandene Potenziale wie Gebäude, Unternehmen, Kompetenzen oder Kooperationen gezielt weiterentwickeln. Die Kapazitätsentwicklung funktioniert quasi wie ein „Schneeball-System“, indem Bestehendes beispielsweise durch Neu-Kombination, Ergänzung oder Transformation in seiner Wirkung verstärkt werden kann. Praxisbeispiele aus verschiedenen österreichischen Regionen zeigen, wie dies erfolgreich gelingen kann.
Intermediäre: "Kümmerer" als Schlüsselakteure
Besondere Bedeutung kommt intermediären Akteurinnen und Akteuren zu, etwa LEADER-Managements, Regionalmanagements oder Managements von Klima- und Energiemodellregionen. Sie vernetzen, koordinieren und übersetzen zwischen unterschiedlichen Ebenen und Interessen. Ihre Rolle ist zentral für nachhaltige Innovationsprozesse und braucht entsprechende Ressourcen und strategische Unterstützung.
Praxisnaher Ideenraum für Gemeinden und Regionen
Die Broschüre baut auf den Ergebnissen des ÖROK-Projekts „Regionale Innovation und Transformation“ auf und richtet den Fokus gezielt auf die praktische Umsetzung in den Regionen. Erarbeitet wurde sie im Rahmen der Regionen-Dialog-Plattform des Ministeriums in einem ko-kreativen Prozess mit Expertinnen und Experten sowie Praktikerinnen und Praktikern aus ganz Österreich.
Das Ergebnis ist ein offener Ideenraum mit drei zentralen Handlungsfeldern:
- Handlungsräume öffnen und Bruchstellen nutzen
- Neues schaffen und verbreiten
- Orientierung geben und Prozesse navigieren
#Hacks: Praktische Tricks zur Erhöhung von Innovationskapazitäten
Die Broschüre bietet konkrete Strategien sowie zahlreiche kreative, ungewöhnliche Lösungsansätze (Hacks) in den drei Handlungsfeldern. Diese sind prägnant beschrieben und oft mit Beispielen aus der aktiven Praxis versehen.
Hier eine kleine Auswahl der insgesamt 46 Hacks zum Durchklicken:
Einladung zur Vertiefung
Die Stärkung regionaler Innovationsökosysteme ist ein langfristiger Lern- und Entwicklungsprozess. Ziel ist es, Regionen dauerhaft handlungsfähig zu machen und ihre Wirkung im Zusammenspiel mit Landes-, Bundes- und EU-Ebene zu erhöhen.
Oder, wie es Bundesminister Norbert Totschnig formuliert:
„Denken wir unsere Gemeinden und Regionen als Innovationslabore, mit denen wir die großen Herausforderungen der Transformation gemeinsam bewältigen.“
Die Broschüre richtet sich an alle, die ihre Region aktiv mitgestalten und zukunftsfähige Entwicklungen ermöglichen wollen, und dient zugleich als begleitende Unterstützung bei der Umsetzung der Fördermaßnahme "Ländliche Innovationssysteme" (77-03) im GAP-Strategieplan. Diese Fördermaßnahme zielt auf den Aufbau von Innovationsökosystemen in ländlichen Regionen. Aktuell laufen hier rund 20 Projekte, die in der nationalen Projektdatenbank des Netzwerks Zukunftsraum Land eingesehen werden können.
Weitere Informationen
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Ausgabejahr: 2026Innovations-Kapazitäten in Regionen stärken
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Ländliche Innovationssysteme im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (77-03)
Die Fördermaßnahme 77-03 ist eine neue Fördermaßnahme im nationalen GAP-Strategieplan 2023-2027. Sie unterstützt Ländliche Innovationsnetzwerke und Innovationspartnerschaften.
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Nationale Projektdatenbank
Einsicht in laufende Projekte der Fördermaßnahme 77-03 "Ländliche Innovationssysteme" im GAP-Strategieplan 2023-27 -
Grafik Innovationssystem mitgestalten
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