Sedimentmanagement bei Klein(st)wasserkraftanlagen: Neue Erkenntnisse für ökologischere Staubereiche

Zu sehen ist ein Staubereich von einer kleinen Wasserkraftanlage.
Foto: BOKU University / P. Flödl

Das Forschungsprojekt „Wissenschaftliche Untersuchungen und Handlungsempfehlungen für das Sedimentmanagement bei Klein(st)wasserkraftanlagen (SED-STAU)“ untersucht, wie Stauräume von Kleinwasserkraftanlagen ökologisch bewertet und verbessert werden können. Der Endbericht liefert zudem auch Empfehlungen für eine ökologische Aufwertung von Staubereichen und einen nachhaltigen Umgang mit Sedimenten.

Ökologische Bewertung von Staubereichen bei Kleinwasserkraftanlagen

Österreichs Fließgewässer werden durch zahlreiche Kleinwasserkraftanlagen beeinflusst und können durch Kontinuumsunterbrechungen und Restwassersituationen zu hydromorphologischen Beeinträchtigungen von Fließgewässern führen. Während es für Fischdurchgängigkeit und Restwasserstrecken bereits Vorgaben gibt, fehlten bisher konkrete Empfehlungen für die ökologische Verbesserung von Staubereichen – besonders im Hinblick auf Sedimentdynamik. Genau hier setzte das Forschungsprojekt SED-STAU an.

Zielsetzung und Vorgehensweise

Das Projekt SED-STAU untersuchte Staubereiche kleiner Wasserkraftanlagen mit einer Leistung unter 10 Megawatt und analysierte, wie sich Stauhaltungen kleiner Wasserkraftanalgen ökologisch bewerten lassen und inwieweit sich diese Bereiche durch eigendynamische Prozesse selbst ökologisch verbessern können. Ein besonderer Fokus lag auf den möglichen positiven Effekten einer möglichen (Teil-)Verlandung und den Grenzen dieser Entwicklung.

Insgesamt wurden an 16 watbaren Staubereichen in verschiedenen Bioregionen Österreichs detaillierte abiotische und biotische Erhebungen durchgeführt und die Ergebnisse analysiert.

Zentrale Erkenntnisse

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts zeigen, dass eine ökologische Risikoabschätzung von Stauen bei Kleinwasserkraftanlagen mittels Substratkartierung und einfachen Verfahren zur Bestimmung der Fließgeschwindigkeit vorab geschätzt werden kann.
Auf Basis der Ergebnisse dieses Forschungsprojektes und in Zusammenschau mit Erkenntnissen anderer Forschungsprojekte wurden abschließend 14 Handlungsempfehlungen für ein umweltverträgliches Sedimentmanagement bei Kleinwasserkraftwerken erarbeitet.