Hochwasserschutz im Unteren Brixental

Gruppenfoto beim Spatenstich des Hochwasserschutz an der Brixentaler Ache.
Foto: Land Tirol/Jansenberger

Am 09. Jänner 2026 fand der offizielle Spatenstich eines zentralen Hochwasserschutzprojektes im Tiroler Unterland statt: der Hochwasserschutz an der Brixentaler Ache. Das gesamte Hochwasserschutzprojekt gliedert sich in zwei Teilprojekte (Teilprojekt A und Teilprojekt B), die künftig gemeinsam alle sieben Mitgliedsgemeinden des Verbandes vor einem 100-jährlichen Hochwasser schützen sollen.

Schutz für sieben Gemeinden 

Heinz Stiefelmeyer, Leiter der Abt. Hochwasserrisikomanagement, BMLUK hat beim heutigen Spatenstich die Grußworte von Bundesminister Norbert Totschnig überbracht.
Heinz Stiefelmeyer, Leiter der Abt. Hochwasserrisikomanagement, BMLUK

Am Projekt beteiligt sind die Gemeinden:

  • Brixen im Thale (Bezirk Kitzbühel)
  • Westendorf (Bezirk Kitzbühel)
  • Hopfgarten (Bezirk Kitzbühel)
  • Itter (Bezirk Kitzbühel)
  • Kirchbichl (Bezirk Kufstein)
  • Wörgl (Bezirk Kufstein)
  • Angath (Bezirk Kufstein)

Das Projekt betrifft 184 Wohngebäude, 40 Nicht-Wohngebäude sowie 14 öffentliche Einrichtungen im Gefahrenbereich. Die Planungen basieren auf aktualisierten hydrologischen Grundlagen, welche rund 20 % erhöhte Abflusswerte im Vergleich zur bestehenden Gefahrenzonenausweisung berücksichtigen. Ausgelöst wurde diese Erhöhung durch die Hochwasserereignisse an der Kelchsauer Ache und Brixentaler Ache im Sommer 2021.

Technisch vielfältige Schutzmaßnahmen

Die neue Rendlbrücke in Tirol.
Die neue Rendlbrücke verbindet Wörgl und Kirchbichl und ist ein wichtiger Bestandteil des Hochwasserschutzprojekts.
 

Als vorgezogene Maßnahme wurde bereits im September 2024 mit dem Neubau der Rendlbrücke zwischen Wörgl und Kirchbichl begonnen, der im Mai 2025 abgeschlossen wurde.

Das Projekt umfasst unterschiedliche Linearmaßnahmen wie Schwergewichts- und Winkelstützmauern, Dämme sowie Uferschutzbauten, die entlang des Flussverlaufs errichtet werden. Zusätzlich kommen mobile Hochwasserschutzelemente zum Einsatz, um flexibel auf unterschiedliche Gefährdungsszenarien reagieren zu können. Diese sorgen nicht nur für Schutz, sondern auch dafür, dass Wildbachabflüsse kontrolliert erhalten bleiben.

Ein besonderes Element des Projekts ist das geplante Retentionsbecken in Itter. Mit einem Speichervolumen von rund 50.000 m³ dient es als zusätzlicher Rückhalteraum, welcher ab einem HQ50 (50-jährigem Hochwasser) anspringt. Im Überlastfall wird Wasser dosiert abgeleitet, nach dem Abklingen der Hochwasserwelle erfolgt die kontrollierte Entleerung zurück in den Fluss.

Umsetzung und Finanzierung

Hochwasser in Kirchbichl 2021.
Hochwasser in Kirchbichl/Wörgl 2021

Das Projekt wird vom Hochwasserschutzverband Brixentaler Ache koordiniert, dem insgesamt sieben Gemeinden und vier Infrastrukturträger angehören. Es gliedert sich in Teilprojekt A, von Brixen im Thale bis Hopfgarten, und Teilprojekt B, von Hopfgarten bis Angath. Die Kosten für das Teilprojekt BA01 betragen rund 12,2 Millionen Euro, wobei der Anteil des BMLUK rund 10,45 Millionen Euro beträgt. Die Bauarbeiten sind von Juli 2025 bis September 2027 angesetzt.