Leitfaden Gewässerentwicklungskorridor

Leithaursprung
Foto: Bernhard Schubert

Das Handbuch zur Ausweisung des Gewässerentwicklungskorridors im Rahmen von übergeordneten Planungen des Wasserbaus wurde veröffentlicht.

Das Gewässerentwicklungs- und Risikomanagementkonzept (GE-RM) sieht die Ausweisung eines Gewässerentwicklungskorridors als zentrales und verpflichtendes Element vor. Ziel ist es mittels Korridorausweisung, den Raumbedarf eines Fließgewässers sichtbar zu machen. Der vorliegende Leitfaden dient dazu eine einheitliche nachvollziehbare Anleitung für diese Ausweisung festzulegen.

Flüsse brauchen mehr Platz. Aber wofür und wie viel eigentlich?

Der Gewässerentwicklungskorridors soll jene Flächen aufzeigen, die zur Erreichung folgender wasserwirtschaftlicher, gewässerökologischer und naturräumlicher Ziele notwendig sind:

Illustration Ziele
  • Langfristige Freihaltung von baulicher Entwicklung, da Bereiche im Korridor während Hochwasserereignissen für Umlagerungen in Anspruch genommen werden.
  • Sicherung des Gestaltungspotentials zur Umsetzung integrativer flussbaulicher Maßnahmen.
  • Förderung eines naturnahen hydromorphologischen Zustands zur Ausprägung gewässertypischer Lebensräume durch ausreichend Raum für eigendynamische Entwicklung.
  • Schutz naturnaher Gewässer und deren Auwald vor Verschlechterungen und Eingriffen.

Der dafür benötigte Raum ist abhängig von naturräumlichen Gegebenheiten, den Abflussverhältnissen, der Feststoffverfügbarkeit und dadurch dem Gewässertyp. Im Leitfaden ist daher eine Vorgehensweise definiert, die eine einheitliche Ausweisung der Korridorbreite in Abhängigkeit des Gewässertyps gefolgt von einer fachgutachterlichen Überarbeitung zur Einbeziehung der lokalen Gegebenheiten und Raumwiderstände vorsieht.

Übergeordnete Planung

Die Ausweisung im Zuge von übergeordneten integrativen Planungen, wie dem GE-RM, gewährleistet, dass die lokalen Gegebenheiten und Planungsrahmenbedingungen berücksichtigt werden. Stakeholder sind in den Planungsprozess eingebunden und das Endergebnis, der prioritäre Raum für die zukünftige Flussentwicklung, ist gemeinsam abgestimmt.

Berücksichtigung in der Raumordnung

In den ausgewiesenen Korridoren ist den Gewässern aus wasserwirtschaftlicher Sicht in Abwägungen zur künftigen Raumentwicklung Vorrang zu geben. Diese Räume puffern im Falle eines Hochwassers Abflussspitzen durch flächige Retention und gewährleisten eine ökologische Funktionsfähigkeit des Gewässers und den mit dem Gewässer verbundenen terrestrischen Lebensräumen wie Auen.

In der Raumordnung kann der Gewässerentwicklungskorridor als Planungsgrundlage für regionale und örtliche Entwicklungskonzepte und Flächenwidmungspläne herangezogen werden.

Außerdem kann er als Grundlage für wasserwirtschaftliche Regionalprogramme nach dem Wasserrechtsgesetz dienen.

Ausgeformter Korridor
Schematisches Beispiel eines ausgeformten Gewässerentwicklungskorridors

Anforderungen an die digitale Datenlieferung

Für die GIS-Datenlieferung in die Hochwasserfachdatenbank wurde ein Geodatenstandard definiert und ein Datentemplate erstellt. Dieses kann derzeit auf Anfrage bereitgestellt werden.

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