Interaktion von Grundwasser und Fließgewässern
Der Bericht behandelt die Relevanz der Interaktion von Fließgewässern für Grundwasserkörper in Österreich und er enthält eine Methodenanalyse zur räumlichen Abgrenzung der Interaktion in Pilotgebieten.
In Österreich werden rund 40 % der gesamten Wassernutzungen durch Grundwasser gedeckt. Die Gewährleistung einer nachhaltigen Bewirtschaftung dieser Ressourcen ist daher ein zentrales Ziel der Wasserwirtschaft, insbesondere im Hinblick auf die langfristige Sicherung der Trinkwasserversorgung, der Ernährungssicherheit und des Wirtschaftsstandortes.
Im Rahmen des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans erfolgt die mengenmäßige Zustands- und Risikobewertung von Grundwasserkörpern. Ein wesentliches Kriterium für die Definition des guten mengenmäßigen Zustands für einen Grundwasserkörper oder eine Gruppe von Grundwasserkörpern ist, dass die verfügbare Grundwasserressource nicht von der langfristigen mittleren jährlichen Wasserentnahme überschritten wird. Für die Bestimmung der verfügbaren Grundwasserressource sind Kenntnisse über deren Zuordnung und Wasserherkunft – sei es Uferfiltrat oder Grundwasser, das nicht unmittelbar von Oberflächengewässern beeinflusst wird – erforderlich. Eine solche Differenzierung konnte im Rahmen des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans bisher lediglich auf Basis bestmöglicher Abschätzungen erfolgen.
Im Rahmen der vorliegenden Studie wurden auf Basis bundesweit verfügbarer Daten Kriterien festgelegt und Regeln entwickelt, um Grundwasserkörper danach zu klassifizieren, inwieweit Fließgewässer zur Grundwasserneubildung beitragen. Gleichzeitig wurden die Grundwasserkörper hinsichtlich der Relevanz von Uferfiltrat für die Wassernutzung bewertet und die entsprechende Informationslage kartografisch dargestellt. Die verschiedenen methodischen Ansätze wurden in zwei Pilotgebieten getestet. Insbesondere die Methode der Überprüfung auf hydraulische Anbindung von Fließgewässern und Grundwasser, die Mischungsanalyse auf Basis von Isotopendatendaten aus Grund- und Oberflächengewässern sowie die hydrographischen Auswertungen erlauben eine weitere räumliche Differenzierung. Flächenhafte Aussagen sind jedoch nur eingeschränkt möglich und hängen von der Messnetz- und Datendichte sowie einer entsprechen-den Weiterverarbeitung der Daten ab, die etwa in Regionalstudien vorliegen.
Die Ergebnisse verbessern die Kenntnisse zur Relevanz von Fließgewässer–Grundwasser-Interaktionen in den Grundwasserkörpern. Sie sind Voraussetzung für die angestrebte systematische Zuordnung von Grundwasserentnahmen zu ihren Herkunftsbereichen aus Uferfiltrat oder Grundwasser ohne signifikante Grundwasserneubildung aus Fließgewässern.