Welternährungstag 2026 „Innovate today. Nourish tomorrow“

World Food Day 2026
Foto: FAO

Seitens der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) wird jährlich an ihrem Gründungstag, dem 16. Oktober, der Welternährungstag begangen.

Welternährungstag 2026 würdigt Rolle von Innovation und Forschung unter dem Motto „Innovate today. Nourish tomorrow“

Damit soll der weltweiten Ernährungslage, der Bedeutung der multifunktionalen Landwirtschaft und der Bekämpfung des Hungers, der Unterernährung, Mangel- und Fehlernährung gedacht werden.

100 „Women Heroes in Agrifood Systems and Rural Development“

Der Welternährungstag findet alljährlich parallel zum World Food Forum (WFF) statt, in deren Rahmen die FAO heuer in einer feierlichen Zeremonie 100 „Women Heroes in Agrifood Systems and Rural Development“ geehrt hat und damit Frauen aus aller Welt gewürdigt, deren Arbeit in den Agrar- und Ernährungssystemen sowie in ländlichen Gemeinden einen entscheidenden Beitrag leistet. Auch eine Kandidatin aus Österreich – Frau Andrea Schwarzmann, Vizepräsidentin LK Vorarlberg – hat es unter insgesamt 609 Nominierungen geschafft den begehrten Award zu erhalten.

ITALY 2026. GO09 - 100 FAO Women Heroes in Agrifood Systems and Rural Development - WFF 2026

Das World Food Forum brachte weltweit führende Persönlichkeiten, politische Entscheidungsträger, junge Menschen, indigene Völker, Wissenschaftler, Landwirte, Fischer, Investoren und Innovatoren zusammen, die alle ein gemeinsames Ziel verfolgen: die Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme zu beschleunigen und Fortschritte auf dem Weg zu einer Welt ohne Hunger zu erzielen.

  1. Aufgaben der FAO

Die FAO wurde am 16. Oktober 1945 in Quebec (Kanada) gegründet. 1951 wurde ihr Hauptsitz nach Rom verlegt. Ihre Hauptaufgabe liegt in der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Grundlagen zur Verbesserung der Nahrungsmittelproduktion im Kampf gegen Hunger und Unterernährung. Dementsprechend sammelt sie Daten, erstellt Analysen, betreut praktische Projekte vor Ort, setzt universelle Standards und beobachtet die weltweite Lage auf dem Agrarmarkt einschließlich der Anzahl an Personen, die an Hunger und Unterernährung oder auch Übergewicht leiden. Bei dieser Aufgabe spielen heutzutage auch Themen wie Klimawandel, Erhaltung der Biodiversität, Bodengesundheit oder der Erhalt der Wasserressourcen eine Rolle, mit denen die landwirtschaftliche Erzeugung in Einklang zu bringen ist.

  1. State of Food and Nutrition (SOFI) 2026

Laut Schätzungen des letzten FAO Flagship Reports „State of Food and Nutrition“ waren im Jahr 2025 schätzungsweise 645 Millionen Menschen (7,8 Prozent der Weltbevölkerung) von Hunger betroffen. Das sind fast 14 Millionen Menschen weniger als im Jahr 2024 und 43 Millionen weniger als beim Höchststand im Jahr 2022. Auch die Ernährungsunsicherheit hat sich erheblich verbessert. Im Jahr 2025 waren etwa 2,1 Milliarden Menschen von mäßiger oder schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen, fast 86 Millionen Menschen weniger als ein Jahr zuvor. Die größten Fortschritte wurden in Südamerika und Asien verzeichnet, insbesondere in Südasien.

  1. Heute innovativ sein. Morgen für Ernährung sorgen.

Heuer steht der Welternährungstag unter dem Motto „Heute innovativ sein. Morgen für Ernährung sorgen“. Die Beseitigung des Hungers ist demnach in greifbarer Nähe. Die Welt produziert bereits genug Nahrungsmittel, um alle Menschen zu ernähren, doch 645 Millionen Menschen leiden nach wie vor unter Hunger und 2,69 Milliarden können sich keine gesunde Ernährung leisten. Da Konflikte, wirtschaftliche Instabilität und Klimakatastrophen die Agrar- und Ernährungssysteme unter Druck setzen, besteht die Herausforderung darin, den Zugang zu zuverlässigen, erschwinglichen und nährstoffreichen Lebensmitteln für Menschen überall auf der Welt sicherzustellen.

„Innovation muss den Menschen dienen und ihr Leben verbessern“, sagte der Generaldirektor der FAO in seiner Eröffnungsrede. „Es geht darum, den Menschen zu ermöglichen, Wissen in Chancen, Wissenschaft in Lösungen und Hoffnung in Taten umzusetzen. Ihr wahrer Wert liegt darin, diejenigen zu erreichen, die sie am dringendsten benötigen, und darin, dass sie geteilt und in großem Maßstab umgesetzt wird.“

Papst Leo XIV. forderte in einer in seinem Namen verlesenen Erklärung eine „neue globale Ernährungsordnung“, die auf generationsübergreifendem Verantwortungsbewusstsein beruht und in der Technologie mit Weisheit in Einklang gebracht wird. „In einer Zeit, in der der technologische Fortschritt größer ist als je zuvor, ist es unerträglich, dass Brot als Privileg und Wasser als umkämpftes Gut betrachtet wird“, sagte der Pontifex.

Innovation verändert die Art und Weise, wie Lebensmittel produziert, gelagert, transportiert und vermarktet werden. Sie verbindet Fortschritte in Wissenschaft und Technik mit dem Wissen, der Erfahrung und dem Einfallsreichtum von Landwirten, Fischern, Viehzüchtern und Förstern – darunter auch Frauen, Jugendliche und indigene Völker – sowie von Investoren, politischen Entscheidungsträgern und Unternehmern, denn die Umgestaltung unserer Agrar- und Ernährungssysteme erfordert gemeinsames Handeln.

Innovation in Agrar- und Ernährungssystemen nimmt viele Formen an. Dazu gehören digitale Beratungsdienste, Daten- und Informationssysteme, verbesserte Saatgutsorten und Biotechnologien sowie Feldschulen für Landwirte, Genossenschaftsmodelle, traditionelle Land- und Wasserbewirtschaftungspraktiken und neue Ansätze in den Bereichen Produktion, Märkte, Finanzierung und Vertrieb. Innovation kann auch bedeuten, Risiken zu verringern, bevor Krisen entstehen; präventive und sektorübergreifende Ansätze können die Widerstandsfähigkeit stärken.

Der Welternährungstag wurde am 16. Oktober in mehr als 150 Ländern begangen, um das Bewusstsein für das Thema Hunger zu schärfen und zum Handeln für die Zukunft der Ernährung, der Menschen und des Planeten anzuregen. Es ist ein Aufruf, Wissenschaft, Technologie und Innovation zusammen mit traditionellem Wissen zu nutzen, um Agrar- und Ernährungssysteme aufzubauen, die die Menschen heute ernähren und die Ressourcen schützen, von denen künftige Generationen abhängig sind.

  1. Die Bedeutung von Forschung und Entwicklung in der österreichischen Landwirtschaft:

Das neue Programm für Forschung und Entwicklung 2026-2030 des BMLUK stellt der Forschungscommunity eine verlässliche und strategisch ausgerichtete Grundlage zur Verfügung, die Orientierung bietet, Prioritäten schärft und die Basis für erfolgreiche, wirkungsvolle Forschungsaktivitäten in den kommenden Jahren bildet. Die Rahmenbedingungen für Forschung in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft unterliegen einem tiefgreifenden Wandel. Klimawandel, künstliche Intelligenz, die Transformation hinzu resilienter Strukturen und Systeme sowie die Gewährleistung einer nachhaltigen Lebensmittelversorgung zählen zu den zentralen Herausforderungen, die künftig verstärkt wissenschaftliche Aufmerksamkeit erfordern. Diese Entwicklungen verdeutlichen die essenzielle Rolle, die Forschung und Innovation innerhalb des Ressorts einnehmen.