Frauen in der Landwirtschaft

Menschen auf einem Feld
Foto: BMLUK / Alexander Haiden

In den Köpfen vieler Menschen sind männliche Bauern das vorherrschende Stereotyp. Diese Vorstellung entspricht jedoch nicht der Realität: Mehr als jeder dritte Bauernhof in Österreich wird von einer Landwirtin geleitet. 

36 Prozent der Höfe werden von Frauen geführt

In Österreich werden rund 36.000 der landwirtschaftlichen Betriebe von einer Frau geführt. Das sind rund 36 Prozent, also mehr als jeder dritte Hof. In Salzburg und Oberösterreich sind es sogar 42 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe. Ob als innovative Unternehmerin, Betriebsleiterin, Strategin, traditionsbewusste Bäuerin oder als zentrales Bindeglied im Familienbetrieb – Frauen prägen die Land- und Forstwirtschaft in all ihrer Vielfalt und sind das Rückgrat unserer Höfe.

Zwischen 50 und 59 Jahren ist der Anteil der Betriebsleiterinnen am höchsten

Die Vergleichsdaten aus den vorangegangenen Jahren zeigen, dass der Anteil der Betriebsleiterinnen tendenziell mit zunehmendem Alter steigt und so steht auf vielen Bauernhöfen in den nächsten Jahren ein Generationenwechsel an. Vor allem junge Frauen übernehmen im Schnitt seltener und später im Leben einen Familienbetrieb als Männer. Doch die Zukunft der Landwirtschaft wird eindeutig weiblicher. So sind an den höheren land- und forstwirtschaftlichen Fachschulen in Österreich mit rund 52 Prozent mittlerweile mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler weiblich.

Bäuerinnen vermitteln landwirtschaftliches Wissen

Zahlreiche Bäuerinnen engagieren sich auch außerhalb der typisch landwirtschaftlichen Tätigkeit. Oft sind es Frauen, die Diversifizierungsmaßnahmen wie Direktvermarktung, Tourismus- oder Bildungsangebote auf ihren Betrieben anstoßen und neue Geschäftsideen einbringen. Rund 330 Frauen sind zum Beispiel österreichweit als Seminarbäuerinnen aktiv. Jährlich werden rund 20.000 Bildungsveranstaltungen durchgeführt bei denen sie dabei Wissen an rund 500.000 Konsumentinnen und Konsumenten vermitteln. Dabei informieren sie unter anderem auf Messen und Veranstaltungen über regionale Lebensmittel und entsprechende Kennzeichnungen und Gütesiegel. Auch das Angebot „Schule am Bauernhof“ bieten ca. 644 Betriebe an, bei denen die Lehrgänge zu 77 Prozent von Bäuerinnen durchgeführt werden.

Herausforderungen und Chancen

Die gesetzliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist etabliert. In der Landwirtschaft sind traditionelle Geschlechterrollen jedoch weiterhin stark vertreten. Strukturelle Benachteiligungen, etwa aufgrund von Mehrbelastung durch unbezahlte Arbeit und Betreuungspflichten, bestehen nach wie vor. Auch in der Agrar- und Regionalpolitik sind Frauen noch wenig vertreten. Doch Bäuerinnen brechen zunehmend mit klassischen Rollenbildern und diverse Unterstützungsmaßnahmen stärken ihr Engagement.

Bäuerinnen im Fokus - Hof und Land in Frauenhand

Die Kommunikationsinitiative des Landwirtschaftsministeriums gemeinsam mit den LK Bäuerinnen rückt Frauen in der Land- und Forstwirtschaft ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Anlässlich des Internationalen Jahres der Bäuerin 2026 wird die Vielfalt, Innovationskraft und zentrale Rolle von Frauen in der Landwirtschaft sichtbar gemacht. Bäuerinnen öffnen ihre Hoftüren und geben Einblicke in ihren Alltag, ihre Motivation sowie ihre Herausforderungen, denen sie sich täglich stellen. Erhalten Sie vertiefende Einblicke in die Lebensrealitäten von Bäuerinnen sowie weiterführende Informationen, aktuelle Daten und Fakten, Hinweise zu Veranstaltungen und einen umfassenden Überblick über bestehende Unterstützungsangebote.

Bäuerinnen im Fokus - Hof und Land in Frauenhand