Grüner Bericht 2026

Traktor
Foto: BMLUK / Paul Gruber

Der Grüne Bericht gibt einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Situation der österreichischen Land- und Forstwirtschaft. Der Bericht ist durch das Landwirtschaftsgesetz vorgeschrieben und jährlich im September dem Nationalrat zu übermitteln.

Der Grüne Bericht 2026 bildet dabei die Einkommenssituation der Betriebe im Jahr 2025 ab und rückt in diesem Jahr, anlässlich des UN Internationalen Jahres der Bäuerin, insbesondere die Leistungen und die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft in den Mittelpunkt.

Frauen in der Land- und Forstwirtschaft sichtbar machen und stärken

Frauen leisten in der österreichischen Land- und Forstwirtschaft einen wichtigen Beitrag. Sie tragen Verantwortung in der Betriebsführung, in der Produktion, in der Direktvermarktung und in der Pflege der Kulturlandschaft. Ihre Arbeit ist für die wirtschaftliche Stabilität der Betriebe und für die Entwicklung des ländlichen Raumes von entscheidender Bedeutung. Zur Stärkung der Sichtbarkeit wurden daher in der diesjährigen Ausgabe des Grünen Berichts insbesondere Frauen und ihre Leistungen in Zusammenarbeit mit den Bäuerinnen Österreich in den Vordergrund gerückt.

Einkommensentwicklung je nach Betriebszweig unterschiedlich

Im Jahr 2025 wurde im Durchschnitt ein Einkommen von rund 47.100 Euro je Betrieb erzielt. Das entspricht einem Anstieg von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bezogen auf eine Arbeitskraft lagen die Einkünfte bei rund 34.800 Euro. Der durchschnittliche Bruttolohn lag 2025 bei rund 16 € pro Stunde. Hinter diesen Durchschnittswerten stehen jedoch teils deutlich unterschiedliche Entwicklungen nach Betriebsform und Produktionsschwerpunkt.

Zum Einkommensanstieg trugen mehrere Faktoren bei. Seuchenbedingt kam es in der tierischen Produktion zu höheren Erzeugerpreisen und Produktionsausweitungen in der Milch- und Rinderhaltung. Im pflanzlichen Bereich kam es zu höheren Erntemengen bei Getreide und Ölfrüchten. Zusätzlich spielt ein verstärkter Holzeinschlag sowie höhere Zahlungen im Agrarumweltprogramm ÖPUL eine Rolle. Auch zusätzliche Erträge aus der Direktvermarktung und Urlaub am Bauernhof stärkten die Einkommen.

Dämpfend wirkten hingegen gesunkene Erzeugerpreise für Mastschweine und Ferkel sowie höhere Aufwendungen für Futter- und Düngemittel.

Je nach Produktionsschwerpunkt, Betriebsstruktur und Region verlief die Einkommensentwicklung 2025 unterschiedlich. Auch der langfristige Vergleich relativiert die Entwicklung. Inflationsbereinigt liegen die bäuerlichen Einkommen weiterhin ungefähr auf dem Niveau des Jahres 2010.

Extreme Hitze und Trockenheit setzen Landwirtschaft 2026 massiv unter Druck

Wie schnell sich die wirtschaftliche Situation ändern kann, zeigt das Jahr 2026. Geopolitische Krisen, volatile Märkte und die Folgen des Klimawandels belasten die heimische Landwirtschaft zunehmend. Besonders gravierend sind die Folgen der anhaltenden Trockenheit. Im Grünland fehlt im Durchschnitt rund ein Drittel der Erträge. Zahlreiche Betriebe mussten bereits auf ihre Winterfutterreserven zurückgreifen und sind auf Futterzukäufe angewiesen. Gleichzeitig bleiben die Produktionskosten auf hohem Niveau. Damit trifft weniger Ertrag auf hohe Kosten. Für zahlreiche bäuerliche Betriebe bedeutet das einen erheblichen wirtschaftlichen Druck.

Bilanz und Ausblick

Die Entwicklungen zeigen, wie stark die Land- und Forstwirtschaft von den Folgen des Klimawandels und volatilen Märkten betroffen ist. Für das Jahr 2026 ist mit einer spürbar rückläufigen Einkommensentwicklung in der Land- und Forstwirtschaft zu rechnen.

Mit der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2028 soll die Resilienz der Betriebe weiter gestärkt werden. Eine ausreichende Finanzierung und gezielte Ausgestaltung bewährter Instrumente – insbesondere des Agrarumweltprogramms ÖPULund der Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete – sind dafür entscheidend.