Zusammenarbeit stärkt Wandel: Rückschau auf den EUSALP Co-Vorsitz 2025

Poster EUSALP Presidency 2025 Austria and Liechtenstein
Foto: BMLUK / Oberleitner

Mit 1. Jänner 2025 übernahmen Österreich und Liechtenstein gemeinsam für ein Jahr den Vorsitz in der makroregionalen EU-Strategie für den Alpenraum (EUSALP). Neben der Revision des Aktionsplans als Grundlage der Strategie wurden unter anderem bedeutende Transformationsprozesse in den Bereichen Energie, Mobilität und Bauwirtschaft diskutiert und in einem alpenweiten Kontext weiterentwickelt.

7 Staaten, 48 Regionen und über 80 Millionen Einwohner:innen

Die EU-Strategie für den Alpenraum (EUSALP) vereint sieben Staaten – Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, die Schweiz und Slowenien – sowie 48 Regionen, darunter sämtliche österreichischen Bundesländer, mit insgesamt mehr als 80 Millionen Menschen. Der Alpenraum zählt damit zu den größten Lebens , Natur und Wirtschaftsräumen Europas und zugleich zu den beliebtesten Destinationen weltweit. Doch die Region steht vor tiefgreifenden Herausforderungen: Klimawandel, knapper werdende Ressourcen, wirtschaftliche Umbrüche und demografische Veränderungen verlangen nach gemeinsamen Antworten und nachhaltigen Lösungen. Dazu dient die EUSALP als Kooperationsplattform, um strategische Initiativen und Projekte zu entwickeln und voran zu treiben.

EUSALP Jahresforum im Zeichen des 10-jährigen Bestehens und des neuen Aktionsplanes

Das Jahr 2025 markierte einen entscheidenden Wendepunkt für die EU-Strategie für den Alpenraum (EUSALP). Beim Jahresforum und der Generalversammlung am 25. und 26. November 2025 in Innsbruck wurde nicht nur das zehnjährige Bestehen der makroregionalen Strategie gewürdigt, sondern vor allem ein umfassend überarbeiteter Aktionsplan verabschiedet, der die strategische Ausrichtung der kommenden Dekade definiert.

Im Zentrum der Revision stand eine deutliche thematische Fokussierung. Der neue Aktionsplan bündelt die Arbeit der EUSALP stärker auf zentrale Zukunftsaufgaben des Alpenraums und setzt auf einen missionsorientierten Ansatz, der politische Steuerung und gemeinsame Zielerreichung in den Vordergrund stellt. Gleichzeitig sollen Doppelstrukturen reduziert, Verantwortlichkeiten klarer zugeordnet und Projekte konsequenter auf ihren europäischen Mehrwert ausgerichtet werden.

Mit dem neuen Aktionsplan stärkt die EUSALP ihre politische Dimension: Die Alpenstaaten und -regionen wollen ihre Positionen künftig noch geschlossener in europäische Entscheidungsprozesse einbringen, insbesondere im Hinblick auf die Gestaltung der nächsten EU Finanzperiode.

Transformation und territoriale Dimension im Alpenraum

Unter dem gemeinsamen Vorsitz von Österreich und Liechtenstein rückten 2025 zentrale Transformationsprozesse in den Bereichen Energie, Mobilität und Bauwirtschaft in den Fokus. Ziel war es, diese Entwicklungen stärker miteinander zu verknüpfen und in einem grenzüberschreitenden Kontext weiterzuentwickeln.

Mobilitätswende: Das Land Tirol organisierte die EUSALP Mobility Conference und setzte klare Akzente bei der Verlagerung des Transitverkehrs auf die Schiene, der Verbesserung grenzüberschreitender Mobilität und der nachhaltigen Tourismusmobilität. Die Zusammenarbeit mit der Alpenkonvention verstärkte dabei die gemeinsame Perspektive auf eine zukunftsfähige Mobilität im Alpenraum.

Energiewende: Kärnten und Vorarlberg widmeten sich der Bewusstseinsbildung für den Ausbau von Speichern und Wasserkraft zur Bewältigung der Energiewende, und im Einklang mit Natur- und Landschaftsschutz. Beide Länder betonten die besondere Verantwortung und Rolle des Alpenraums für eine sichere und nachhaltige Energieversorgung Europas.

Transformation der Bauwirtschaft: Ein weiterer Schwerpunkt lag auf kreislauffähigem Bauen und Sanieren. Ein Fachsymposium beleuchtete nachhaltige Bauweisen im Alpenraum, und die Broschüre „Kreislauffähiges Bauen und Sanieren"  fasst zentrale Erkenntnisse und Empfehlungen zusammen.

Parallel dazu rückte der Co-Vorsitz die territorialen Herausforderungen des Alpenraums stärker ins Bewusstsein. Der State of the Territory Report zeigte unter anderem deutliche Unterschiede zwischen dynamischen urbanen Räumen und peripheren Bergregionen auf und lieferte eine wichtige Grundlage für evidenzbasierte Entscheidungen und ein vertiefte Kooperation mit der Alpenkonvention zur Entwicklung einer gemeinsamen Raumentwicklungsperspektive für die Alpen. Ergänzend dazu machte die Kartenreihe „EUSALP in Maps“ auf Social Media räumliche Disparitäten für ein breites Publikum sichtbar und verständlich.

Ein weiterer Impuls wurde in der Diskussion von räumlichen Nutzungskonflikten zwischen Energiewende und Natur- und Landschaftsschutz gesetzt. Die dazu vom BMLUK unterstützte CIPRA Fachtagung wurden in einem Tagungsband dokumentiert, welcher konkrete Empfehlungen zur Rolle der alpinen Raumordnung im Kontext aktueller EU Vorgaben enthält.

Zentrale Ergebnisse des EUSALP Co-Vorsitzes von Österreich und Liechtenstein 2025

Alles zum österreichischen liechtensteinischen Co-Vorsitz der EUSALP 2025 finden Sie im „Bericht zum EUSALP Co-Vorsitz von Österreich und Liechtenstein 2025“. Der Report bündelt die zentralen Ergebnisse dieses Vorsitzjahres und ordnet sie in den längerfristigen Entwicklungspfad der EUSALP ein. Zugleich bildet er eine Brücke zu den Vorsitzen der kommenden Jahre.

Jugend im Fokus

Der österreichisch liechtensteinische Vorsitz legte 2025 auch einen klaren Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung der Jugendbeteiligung innerhalb der EUSALP. In enger Zusammenarbeit mit dem Jugendrat wurden Maßnahmen erarbeitet, um dessen Wirksamkeit, Effizienz und Kontinuität zu stärken und das Bewusstsein für Jugendeinbindung auf allen Ebenen zu schärfen. Ein Höhepunkt war die erste Alpenexpedition des Jugendrats in Galtür, ergänzt durch zahlreiche weitere Formate wie Workshops, Wettbewerbe und die aktive Mitwirkung am Jahresforum.

Bayrischer EUSALP‑Vorsitz 2026: Fokus auf Innovation und starke Regionen

Bayern führt die EU-Strategie für den Alpenraum 2026 mit einem klaren politischen Profil in ihr zweites Jahrzehnt: Der Freistaat setzt auf wirtschaftliche Stärke und Innovationskraft im Alpenraum und plant dafür neue Impulse wie ein „EUSALP Innovation Camp“ sowie Fachkonferenzen zu Digitalisierung, Mobilität und Energie. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Sicherung einer verlässlichen EU Förderkulisse ab 2028, um die Alpenraumstrategie langfristig zu stärken. Gleichzeitig will Bayern die Kräfte des Alpenraums bündeln – auch durch die enge Verzahnung mit seinen parallelen Vorsitzfunktionen in der deutschen Europaministerkonferenz und der ARGE ALP.

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