Wie Österreich von der europäischen Strategie für den Donauraum profitiert

Donau
Foto: BMLUK / Max Slovencik

Was bringt eine EU-Strategie für den Donauraum (EUSDR) für den Alltag der Menschen in Österreich? Von Klimawandelanpassung, besseren Radwegen bis zu Innovationen in den Regionen, die EUSDR zeigt Wirkung – in Österreich und weit über Grenzen hinweg.

14 Länder sind Teil der Donauregion

Der Donauraum umfasst circa 115 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner und reicht vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer. Viele Herausforderungen betreffen Gebiete über nationale Grenzen hinweg. Klimawandel, demographischer Wandel, wirtschaftliche Transformation und die Entwicklung ländlicher Regionen lassen sich oft besser gemeinsam lösen. Im Rahmen der EUSDR arbeiten die 14 Staaten an gemeinsamen Projekten und entwickeln verschiedene Themenbereiche weiter.

Die Flagship-Projekte werden jährlich auf der EUSDR-Website veröffentlicht. Es handelt sich dabei um Projekte oder Prozesse, die zur Umsetzung der EU-Strategie für den Donauraum beitragen, eine klare makroregionale Dimension aufweisen und auf einem Mehrebenen-Governance-Ansatz beruhen. Sie sind von großer Bedeutung für den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt des Donauraums sowie für die Verbesserung der Lebensqualität in der Donauregion. Die drei ausgewählten Beispielprojekte zeigen, wie Wissen, Erfahrungen und Lösungen über Grenzen hinweg geteilt werden, zusammenhängende Gebiete davon profitieren und Ergebnisse in Österreich sichtbar werden.

Mountainbike

IBC (Inclusive Boarder Cycling) – Mit dem Fahrrad durch die Region

Radfahren erfreut sich allgemeiner Beliebtheit und ist nicht nur Freizeit- und Urlaubsbeschäftigung, sondern auch ein wichtiger Baustein für Tourismus und somit die Wirtschaft in verschiedenen Regionen. Das Projekt IBC entwickelt mit Partnern aus 8 Ländern grenzüberschreitende Fahrradwege weiter und verbindet diese stärker mit regionaler Kultur, regionalen Produkten und Angeboten. Als Partner versucht das Thermen- und Vulkanland Steiermark Geschichten und Produkte entlang der Route sichtbar zu machen und neue Angebote für unterschiedliche Zielgruppen zu entwickeln. Auch bei der Entwicklung und Pflege der Wege wird ein integratives Modell erarbeitet, das lokale, gefährdete soziale Gruppen miteinbindet.

Mehr zu IBC lesen Sie auf der Projektseite.

WIN (Improving the position of Women in the labour markets of peripheral INdustrial regions) – Frauen in Industrieregionen stärken

Gemeinsam mit Partnern aus sieben Donauländern wurden Strategien entwickelt, um Frauen in peripheren Industrieregionen bessere Möglichkeiten am Arbeitsmarkt zu verschaffen. Diese Regionen sind wirtschaftlich oft von Bergbau, Maschinenbau und verarbeitenden Gewerben geprägt – der Männeranteil dominiert und Geschlechtsstereotypen verstärken Ungleichheiten. Frauen haben es schwerer in gut bezahlten Positionen Fuß zu fassen. WIN zielt darauf ab, Frauen neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu eröffnen sowie kulturelle und institutionelle Barrieren zu beseitigen. Österreich war in dem Projekt mit der Universität Graz und dem Verein Steirische Eisenstraße als Projektpartner vertreten.

Mehr zu WIN lesen Sie auf der Projekthomepage.

Holz

DRWO4.0 (Danube Region Wood Industry Transformation Model towards Industry 4.0) – Zukunft für Holzregionen

Die Forst- und Holzwirtschaft ist in vielen österreichischen Regionen und für viele Länder im Donauraum ein wichtiger Wirtschaftszweig. Die Digitalisierung verändert die Produktion jedoch rasch und grundlegend – wie können hier Klein- und Mittelbetriebe mithalten? Dieser Frage widmeten sich 14 Partner aus 11 Donauraumländern – darunter auch die FH Salzburg. Gemeinsam wurden Modelle und Pilotumgebungen entwickelt, in denen Unternehmen, Forschung und öffentliche Stellen neue digitale Anwendungen wie beispielsweise Methoden zur Qualitätssicherung ausprobieren können. Somit soll die Wettbewerbsfähigkeit, die Innovationskraft und die langfristige Zukunftsfähigkeit regionaler Holzunternehmen gestärkt werden.

Mehr zu dem Projekt finden Sie auf der Website.

Kooperation über Grenzen hinweg

Die EUSDR-Projektbeispiele zeigen, dass europäische Zusammenarbeit vor allem dann erfolgreich ist, wenn mehrere Partner über Grenzen hinweg gemeinsam Lösungen für Herausforderungen erarbeiten. Die makroregionale Strategie schafft den Rahmen für Kooperation, Wissenstransfer und gemeinsame Projekte. Von diesen Projekten profitieren nicht nur die beteiligten Partner, sondern auch die Menschen in den Regionen vor Ort – durch verstärkte regionale Wertschöpfung, lebenswerte Regionen und neue Chancen.

Alle EUSDR Flagships und weitere Details dazu können auf der EUSDR Homepage abgerufen werden.