Pilotgemeinden für regionale Daseinsvorsorge gesucht

Das Kompetenzzentrum Gemeinden des BMLUK sucht Pilotgemeinden als Modellregion zum Anwenden der neuen Methode des Beirats für regionale Daseinsvorsorge. Bewerbungen sind bis einschließlich 29. September 2026 möglich.

Ziel: Daseinsvorsorge ganzheitlich denken

Es ist zunehmend schwieriger sämtliche Angebote der Daseinsvorsorge in jeder einzelnen Gemeinde (vor allem im peripheren, ländlichen Raum) aufrechtzuerhalten. Gmeinsame Abstimmungsprozesse und neue gemeinsame Finanzierungslösungen zwischen Gemeinden gefunden werden, Agebote der Daseinsvorsorge an passenden Standorten zu Erhalten und weiter zu entwickeln. 

Im Rahmen des Pilotprozesses wird eine neue prozessuale Methode nach dem Multiakteur:innen-Ansatz getestet – der Beirat für Daseinsvorsorge. Der Beirat setzt sich aus Vertreter:innen der kommunalen Politik und Verwaltung, der Landes- und Regionalebene sowie aus Anbietern der Daseinsvorsorge in den Gemeinden der Modellregion zusammen und arbeitet auf Basis einer Konsens- und Gesprächskultur. Die Auswahl der Beiratsmitglieder erfolgt jedenfalls in Absprache mit den Bürgermeister:innen. In Zusammenarbeit mit diesem Beirat wird im Zuge des Prozesses ein regionales Leitbild für die nächsten zehn Jahre sowie ein konkreter Maßnahmenkatalog (Projekte, konkrete Zusammenarbeit, neue Finanzierungen) erarbeitet. Die Pilotprozess in der Modellregion dient als Grundlage für einen Leitfaden, welcher anderen Gemeinden bei der Durchführung der Methode des Beirats für regionale Daseinsvorsorge dient.

Gesucht wird eine Gruppe von Gemeinden:

  • Anzahl mindestens drei

  • Geographisch und funktional zusammenhängend

  • Denken bereits eine Kooperation an oder befinden sich bereits in einer

  • Wollen die Daseinvorsorge in der Region sichern oder weiterentwickeln

  • Bereit sich auf den vom BMLUK untersützten Prozess einzulassen und Modellregion für die Methode des Beirats für regionale Daseinsvorsorge zu sein

Untersützung für die Pilotgemeinden 

Das BMLUK finanziert die externe Begleitung durch ein Projektteam aus dem Österreichischem Institut für Raumordnung und dem KDZ – Zentrum für Verhaltensforschung von Herbst 2026 bis Herbst 2027. 
Das wird Ihnen geboten:

  • Enge organisatorische Begleitung des Prozesses (Vorbereitung und Moderation der Treffen der Bürgermeister:innen sowie des Beirats als Beteiligungsformat)
  • Fachliche Unterstützung (Aufbereitung von Unterlagen, Kontaktaufnahme und erste Abstimmung mit relevanten Akteur:innen, Aufbereitung passender Umsetzungsbeispiele und Erfahrungen aus anderen Regionen, rechtliche und steuerrechtliche Aspekte)
  • Unterstützungspaket für die Umsetzung der geplanten Maßnahmen aus dem Leitbild/Abschlussdokument (Aufbereitung der notwendigen Informationen für konkrete Kooperationsansätze, kompakte Darstellung des Mehrwerts (Vor-/ggf. Nachteile), Vorschläge für die nächsten Schritte, Hinweise auf mögliche Förderungen)
  • Vorbereitung der Gemeinderatsbeschlüsse (Aufbereitung eines Beschlussdokuments)
Das Ablaufdiagramm stellt den schrittweisen Bearbeitungsprozess im Rahmen eines Pilotprojekts zur regionalen Daseinsvorsorge dar, welcher sich in vier chronologische Phasen gliedert. Der Prozess beginnt mit der ersten Phase, der Planungsphase, in der zunächst die Suche nach Gemeinden mit Kooperationsinteresse stattfindet und anschließend die erste Steuerungsgruppe zusammentrifft, um eine Vereinbarung zwischen den Pilotgemeinden zu treffen. Darauf folgt die zweite Phase, die Leitbildphase mit der Entwicklung gemeinsamer Kooperationsansätze, welche den Hauptteil des Ablaufs bildet. Diese startet mit Gemeindegesprächen, gefolgt von der zweiten Steuerungsgruppe zur Analyse des Kooperationspotenzials und dem ersten Beirat für regionale Daseinsvorsorge, der sich mit Kooperationsthemen und -potenzialen befasst. Nach der Erstellung eines Entwurfs für das Kooperationsleitbild berät die dritte Steuerungsgruppe über den Leitbildentwurf und wählt gemeinsame Kooperationsansätze aus. Es folgen die Abstimmung mit Expert:innen, weiteren Akteur:innen und dem Land sowie der zweite Beirat für regionale Daseinsvorsorge zur Erarbeitung von Beiträgen zur gemeinsamen Umsetzung. Nach der Überarbeitung des Kooperationsleitbilds und der Aufbereitung ausgewählter Kooperationsansätze fasst die vierte Steuerungsgruppe den Beschluss über das finale Kooperationsleitbild und legt die ausgewählten Kooperationsansätze fest, woraufhin die Einbeziehung der Gemeinderäte erfolgt. Anschließend geht der Prozess in die dritte Phase, die Konkretisierungsphase unter Einbeziehung des Beirats für Daseinsvorsorge, über und mündet schließlich in die vierte und letzte Phase, die Umsetzungsphase.
Prozessablauf Beirat für regionale Daseinsvorsorge

Bewerbung als Pilotgemeinden für eine Modellregion hier bis zum 29. September 2026

Wenn Sie interessiert sind senden Sie bitte eine E-Mail an info-gemeinden@bmluk.gv.at mit der Beantwortung folgender fünf Fragen:

  1. Welche Gemeinden machen bei der Modellregion mit? 
  2. Warum fühlen Sie sich zusammengehörig, welche verbindenden Faktoren und Beziehungen bestehen zwischen den Gemeinden? (z. B. gleicher Flusslauf; Autobahnanbindung; geteilter Bahnhof; Wohngemeinden und Gewerbeflächen; Schulstandorte; Einkaufsgelegenheiten)
  3. Welche bestehenden Formen der Zusammenarbeit gibt es bereits? (gemeinsame Mitgliedschaften wie LEADER, KEM, KLAR; informelle Austauschformate wie Arbeitsgruppen; bestehende gemeinsame Trägerformen wie Vereine)
  4. Welche Bestrebungen zu gemeinsam organisierten, fianzierten oder betreibenden Angeboten der Daseinsvorsorge gab es in der Vergangenheit (abgeschlossen, gescheitert) und sind aktuell in Planung oder Umsetzung?
  5. Warum sind SIe interessiert eine Modellregion für die neue Methode zu sein und welche Kooperationsthemen sind für die Gemeinden im Zuge des Prozesses von besonderem Interesse?

Die Auswahl der Modellregion geschieht durch die Bewertung einer Fachjury.
Bekanntgabe der Auswahl am 9. Oktober 2026.

Bei Fragen zum Prozess oder der Bewerbung schreiben Sie eine Mail an info-gemeinden@bmluk.gv.at oder rufen Sie unsere Hotline für Bürgermeister:innen unter 0800 / 190 166