"State of Europe’s Forests" – Bericht 2025 (SoEF 2025)

State of European Forests Cover auf einem Foto

Die sechste Ausgabe des Berichts über den Zustand der europäischen Wälder 2025 (SoEF 2025) bietet einen detaillierten Einblick in den Zustand, die Bewirtschaftung und die Nutzung der Waldressourcen in ganz Europa.
 

Der Bericht basiert auf harmonisierten Daten der Mitgliedstaaten von FOREST EUROPE und nutzt international vereinbarte Indikatoren für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Dieser Bericht spiegelt zudem jahrzehntelange paneuropäische Zusammenarbeit wider.

Für wen ist der Bericht interessant?

Als Flaggschiff-Bericht des FOREST EUROPE-Prozesses ist der SoEF 2025 eine entscheidende Ressource für politische Entscheidungsträger:innen, Forscher:innen und Interessensgruppen. Er fördert fundierte Entscheidungsfindungen und stärkt die Verbindung zwischen Wissenschaft und Politik, insbesondere in einem sich rasant verändernden ökologischen und sozioökonomischen Umfeld.

Mit einem Berichtszeitraum von fünf Jahren schafft der SoEF eine verlässliche Basis zur Erfassung von Informationen über nachhaltige Waldbewirtschaftung und unterstützt das fortwährende Engagement von FOREST EUROPE, die Überwachung, Berichterstattung und Bewertung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung in Europa zu intensivieren.

Jungnadelbäume

Wer erstellt den Bericht und woher kommen die Daten?

Der SoEF 2025 ist das Ergebnis einer gemeinsamen Initiative der Unterzeichnerstaaten von FOREST EUROPE, ihrer Expert:innen für Monitoring und Statistik sowie einer paneuropäischen Datenerhebung, die in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) durchgeführt wird. Dieser Kooperationsrahmen gewährleistet die Robustheit und Vergleichbarkeit der Daten auf paneuropäischer Ebene. Die Erstellung des Berichts wurde vom Europäischen Waldinstitut (EFI) übernommen.

Die quantitativen Daten, die von den Unterzeichnerstaaten von FOREST EUROPE gemeldet werden, sind über die gemeinsame paneuropäische UNECE/FAO-Datenschnittstelle öffentlich zugänglich und bieten somit wertvolle Einblicke für alle Interessierten.

Wesentliche Aussagen:

Waldressourcen und Kohlenstoff:

  • Die Waldfläche der Forest Europe Länder beträgt mehr als 232 Millionen Hektar, das entspricht 35 % der gesamten Landfläche Europas. Zwischen 1990 und 2025 wuchs die Waldfläche in Europa um durchschnittlich 665 000 Hektar (0,32 %) pro Jahr.
  • Ca. 43 % der europäischen Wälder bestehen hauptsächlich aus Nadelbäumen, 40 % aus Laubbäumen und 17 % sind Mischwälder. Insgesamt ist der Anteil der Laubwälder in den letzten fünf Jahren gestiegen.
  • In den letzten 30 Jahren stieg der Holzvorrat um fast 1,3 % pro Jahr, in den letzten fünf Jahren jedoch nur um 0,3 %.
  • Der Kohlenstoffvorrat in der forstwirtschaftlichen Biomasse nimmt weiterhin zu, wobei sich das Wachstumstempo verlangsamt hat. Zwischen 2010 und 2025 belief sich die durchschnittliche jährliche Kohlenstoffbindung in der Waldbiomasse auf bis zu 106 Millionen Tonnen CO₂.

Waldgesundheit und Vitalität:

  • Waldschäden verursacht durch Waldbrände, Schnee, Insekten und Krankheiten sowie Wild stellen eine der Schlüsselherausforderungen für die europäischen Wälder dar.

Produktive Funktionen:

  • 81 % des jährlichen Nettozuwachses werden durch Holzeinschlag genutzt.
  • Die Rundholzproduktion in Europa ist nach wie vor der wichtigste wirtschaftliche Faktor in der Forstwirtschaft und hat ein Volumen von 626 Millionen pro Jahr erreicht.
Waldimpressionen

Biologische Diversität in Waldökosystemen:

  • Im Zuge des Klimawandels wird die Baumartenzusammensetzung in den letzten 15 Jahren diverser: 70 % der Wälder bestehen aus zwei oder mehr Baumarten.
  • 74 % der europäischen Wälder stammen aus Naturverjüngung oder Waldausdehnung.
  • Eingeführte Baumarten machen etwa 3,7 % der Waldfläche in Europa aus.
  • Der Totholzanteil steigt kontinuierlich und hat 2020 einen Wert von 14 m3/ha erreicht.
  • Der Index für häufige Waldvögel liegt insgesamt um 8 % niedriger als der Basiswert aus 1980, ist aber seit 2020 leicht um 3 % gestiegen.
  • Die Fläche der Waldschutzgebiete nimmt weiterhin zu. In den letzten fünf Jahren betrug der jährliche Zuwachs etwa 183 000 Hektar.

Schutzfunktionen:

  • Wälder spielen eine wichtige Funktion beim Schutz von Infrastruktur und Ökosystemfunktionen.
  • Wälder, die dem Schutz der Infrastruktur und der Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen dienen, machen etwa 2 % der Waldfläche Europas aus.

Sozioökonomische Funktionen und Bedingungen:

  • Der Anteil privater und öffentlicher Waldbesitzer:innen ist nahezu ausgeglichen: 51,2 % sind im öffentlichen und 48,8 % im privaten Besitz.
  • Im Jahr 2020 trug die gesamte Bruttowertschöpfung des Forstsektors in Europa etwa 0,83 % zum Bruttoinlandsprodukt bei. Insgesamt wächst die Bruttowertschöpfung des Forstsektors langsamer als die europäischen Volkswirtschaften im Durchschnitt.
  • Die Anzahl an Arbeitsplätzen im Forstsektor nimmt ab. Die Beschäftigung im Forstsektor ging zwischen 2000 und 2020 um etwa 25 % zurück.
  • Der Holzverbrauch steigt weiterhin: Pro Kopf wird jährlich 1 m3 Holz verbraucht.
  • Europa ist nach wie vor ein Nettoexporteur von Holz- und Papierprodukten.
  • Seit 2020 sind keine wesentlichen Veränderungen bei der Nutzung von Holz als Energieträger zu beobachten. Holz, als eine der erneuerbaren Energiequellen, macht etwa 6 % des gesamten Energieverbrauchs aus.

Der ganze Bericht ist hier auf der Forest Europe Webseite verfügbar.

Waldbewirtschaftung

Webinar-Reihe:

Um einen besseren Einblick in die Ergebnisse und Daten zu gewinnen, werden monatlich Webinare zu unterschiedlichen Themen angeboten. Das erste Webinar wird am 21. April von 12:00-13:00 Uhr zum Thema „Forest health and vitality” abgehalten.

Weitere “SoEF”-Webinare (jeweils von 12:00 bis 13:00 Uhr):

  • 22. Mai “Forest resources and carbon”
  • 17. Juni “Bioeconomy”
  • 22. September “Biological diversity in forest ecosystems”
  • 22. Oktober “Green jobs”

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