Revitalisierung der Oberen Drau: Kärntens größtes Gewässerökologieprojekt gestartet

Luftaufnahme der Drau vor ihrer Revitalisierung in einem alpinen Tal. Der Fluss verläuft in einem breiten, vergleichsweise gleichförmigen Bett durch eine von Landwirtschaft geprägte Landschaft mit Feldern, Wiesen und bewaldeten Uferstreifen. Entlang des rechten Ufers verlaufen eine Bahnstrecke und eine Straße mit einzelnen Wohnhäusern. Bewaldete Berghänge und hohe Gipfel prägen die Kulisse unter einem teilweise bewölkten Himmel.
Foto: Land Kärnten

Mit der Baustelleneröffnung am 29. Juni 2026 fiel der Startschuss für eines der größten Gewässerrenaturierungsprojekte Kärntens. Zwischen Lendorf und Baldramsdorf haben die Arbeiten an der Oberen Drau begonnen. Ziel des Projekts ist es, natürliche Lebensräume wiederherzustellen, die Gewässerökologie nachhaltig zu verbessern und die Flusslandschaft langfristig aufzuwerten.

Die Drau war ursprünglich ein verzweigter Gebirgsfluss mit Seitenarmen, Schotterbänken und Auengewässern. Durch Regulierungen seit dem späten 19. Jahrhundert wurde das Flussbett jedoch stark eingeengt. Viele natürliche Lebensräume verschwanden, Grundwasserstände sanken und zahlreiche Nebenarme trockneten aus. Heute befindet sich die Drau im Projektgebiet in einem ökologisch mäßigen Zustand.

Maßnahmenüberblick

Auf einer Länge von 4,5 Kilometern und einer Fläche von rund 6 Hektar werden nun zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. Dazu zählen unter anderem:

  • Verbreiterung des Flussprofils um bis zu 20 Meter
  • Schaffung neuer Seitenarme und Nebengewässer
  • Entfernung bestehender Ufersicherungen auf rund 1.200 Metern
  • Aufforstung mit heimischen Gehölzen entlang der neuen Gewässer
  • Zusätzliche Strukturmaßnahmen zur Förderung natürlicher Uferdynamik

Besonders im Bereich der Berger Puszta entsteht ein naturnaher Lauenbach, der über den Rojachbach wieder mit der Drau verbunden wird. Dieser dient künftig als Lebensraum für Jungfische, Libellen und zahlreiche weitere Tierarten.

Verbesserungen für Natur und Gewässerökologie

Mit dem Projekt soll die Drau wieder mehr natürliche Dynamik erhalten. Geplant sind flach überströmte Kiesbänke, strukturreiche Uferbereiche und neue Nebengewässer, die wertvolle Lebensräume schaffen und sich künftig teilweise natürlich weiterentwickeln können.

Zu den wichtigsten Zielen zählen:

  • Förderung natürlicher Fluss- und Uferdynamik
  • Schaffung neuer gewässertypischer Lebensräume
  • Verbesserung des ökologischen Zustandes der Drau
  • Stabilisierung der Flusssohle
  • Aufwertung bestehender Auwaldflächen

Fertigstellung bis 2028 geplant

Die Umsetzung erfolgt in drei Bauabschnitten. Der erste Abschnitt hat bereits begonnen, bis 2028 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 8 Millionen Euro. Das Bundesministerium finanziert davon 7,4 Millionen Euro. Den Rest übernimmt die VERBUND AG aufgrund von kraftwerksbedingten Mehrkosten.

Mit dem Großprojekt wird nicht nur die Natur entlang der Oberen Drau nachhaltig verbessert, sondern auch ein Beitrag zum Schutz vor Hochwasser sowie zur Stärkung der regionalen Wirtschaft geleistet.

Die Baustelleneröffnung am 29. Juni 2026 in Bildern