Spatenstich an der Krems - Gemeinsam für eine lebendige Flusslandschaft

Spatenstichfeier Renaturierung Krems
Foto: Land OÖ/Lina Spenlingwimmer

Am 9. Jänner 2026 wurde mit einem feierlichen Spatenstich der Startschuss für das Projekt zur Renaturierung von Krems und Sulzbach gegeben. Wasserminister Totschnig nahm an der Veranstaltung teil und unterstrich die Bedeutung des Vorhabens und den Mehrwert für die Region. Das Projekt schafft die Grundlage dafür, Naturraum und Lebensqualität langfristig zu stärken.

Ausgangslage und Zielsetzung des Projektes

Derzeit ist die Krems im Abschnitt von Flusskilometer 21,8 bis 26,0 und der Sulzbach stark reguliert. Harte Uferverbauungen und eine geradlinige Linienführung schränken die natürliche Entwicklung des Gewässers ein und beeinträchtigen sowohl die ökologische Vielfalt als auch die Funktionsfähigkeit des Flusssystems.

Die Regulierung von Krems und Sulzbach begann bereits in den 1920er-Jahren, als Wehranlagen, Feilbäche und Mühlen errichtet wurden. Nach 1945 setzte umfangreicher Schutzwasserbau ein, unter anderem Ufersicherungen zum Schutz der Eisenbahnlinie und Begradigungen für Industrie- und Siedlungsflächen. Von den 65 Kilometern der Krems blieben nur noch etwa 5 Kilometer weitgehend ursprünglich erhalten.

Quelle: Hofbauer, M. (2020). Wasserkraftnutzung und ökologischer Zustand der Krems. Oberösterreichische Landesregierung.

Ziel des Projekts ist es daher, die Krems und den Sulzbach morphologisch aufzuwerten. Auf rund 4,2 Kilometern und 18 Hektar entstehen neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere sowie attraktive Naherholungsbereiche für die Bevölkerung.

Durch die naturnahe Gestaltung wird zudem der Hochwasserschutz optimiert und die ökologische Funktionsfähigkeit des Gewässersystems deutlich verbessert.

Ein zentraler Baustein der Projektentwicklung war der Bürgerbeteiligungsprozess Flussdialog 2.0 „Unsere Krems“. Die Ergebnisse dieses Dialogs flossen maßgeblich in die Planung ein und haben dazu beigetragen, regionale Anliegen, ökologische Aspekte und technische Anforderungen bestmöglich zu verbinden.

Geplante Renaturierungsmaßnahmen

Im Rahmen des Projektes werden im Projektabschnitt folgende Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt:

  • Neugestaltung der Mündung des Sulzbachs
  • Aufweitungen des Hochwasserabflussprofils
  • Gewässerverschwenkungen entsprechend dem natürlichen Flusstyp
  • Errichtung von Buhnen und Strömungsteilern
  • Verbreiterung des Abflussquerschnitts
  • Höherlegung der Gewässersohle
  • Einbau von Raubaumstrukturen
  • Entfernung aller Querbauwerke mit Ausnahme der Pendelrampe
  • Festlegung eines flussmorphologischen Entwicklungskorridors

Zeitplan des Projekts

Die Umsetzung der Renaturierungsmaßnahmen erfolgt voraussichtlich bis Ende 2027.

Gemeinsam finanziert

Die Gesamtkosten des Projekts betragen 19,4 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt gemeinsam:

  • 60 Prozent werden vom Bund über die UFG Förderung Gewässerökologie getragen,
  • 30 Prozent übernimmt das Land Oberösterreich,
  • 8 Prozent stammen aus dem Biodiversitätsfonds des Bundes und
  • 2 Prozent werden vom Wasserverband Unteres Kremstal aufgebracht.

Damit ist die Umsetzung der Renaturierung langfristig gesichert.