Wasser im Klimawandel - eine Studie über die Auswirkungen
Die neue wissenschaftliche Studie „Wasser im Klimawandel – eine Studie über die Auswirkungen“ wurde kürzlich ins Leben gerufen, um die Auswirkungen des Klimawandels auf Österreichs Wasserhaushalt detailliert zu untersuchen. Das Ziel der österreichweiten Studie ist es, Wasserszenarien bis zum Jahr 2100 zu erstellen und Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Gewässer zu analysieren.
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Herausforderung Klimawandel: Wie beeinflusst er unser Wasser?
Wasser zählt zu den wichtigsten Ressourcen, die wir zur Verfügung haben, weshalb es in unserem Interesse ist, dieses zu schützen. Durch den fortschreitenden Klimawandel verändert sich das Wasser in Österreich und dies hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Umwelt. Seit 1900 ist die durchschnittliche Temperatur in Österreich um 3,1°C gestiegen und gleichzeitig kommt es immer häufiger zu extremen Wetterereignissen wie Starkregen und Überschwemmungen. Ebenso verdunstet heutzutage mehr Wasser als noch vor einigen Jahrzehnten. Trockenperioden führen zu sinkenden Grundwasserspiegeln und die Verschiebung der Schneeschmelze ins Frühjahr verändert den natürlichen Abfluss des Wassers.
Damit die österreichische Wasserwirtschaft auch in Zukunft bestmöglich auf diese Herausforderungen vorbereitet ist, arbeiten das Wasserministerium und die Bundesländer gemeinsam mit der TU-Wien, GeoSphere Austria, der Universität Graz, der BOKU Wien und dem Ingenieurbüro DI Holler an der Umsetzung der Studie. Dabei steht der Schutz der Trinkwasserversorgung und der natürlichen Ökosysteme im Vordergrund, um die Bevölkerung auch in den kommenden Jahrzehnten bestmöglich zu versorgen und den negativen Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken.
Fragestellungen und Herangehensweisen der Studie
Das Forschungsprojekt widmet sich folgenden Fragen:
- Wie verändern sich Niederschläge, Hochwasser und Niedrigwasser in Österreich und welche klimatischen Faktoren sind dafür verantwortlich?
- Wie wirken sich Temperaturanstiege und veränderte Wasserverfügbarkeiten auf Flüsse, Seen und das Grundwasser aus?
Diese Fragen sollen durch die Analyse umfangreicher Messdaten und mathematische Modellierungen von Zukunftsszenarien beantwortet werden. Um den zukünftigen Wasserhaushalt Österreichs präzise abzubilden, verwenden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die neuesten hydrologischen Messdaten.
Am Ende der Projektlaufzeit (Oktober 2024 – Oktober 2026) wird die Studie konkrete Ergebnisse zu den regionalen Veränderungen des Wasserkreislaufs liefern. Neben neuen Wasserszenarien für das gesamte Bundesgebiet wird die Studie auch die Ursachen und Einflüsse dieser Veränderungen aufzeigen, wobei der Fokus auf den Auswirkungen des Klimawandels liegt. Basierend auf diesen Erkenntnissen sollen Empfehlungen für nationale Anpassungsstrategien ausgearbeitet werden, die sowohl die Trinkwasserversorgung als auch den Schutz der Umwelt langfristig sichern. Durch eine transparente Kommunikation der Ergebnisse an die Öffentlichkeit soll das Bewusstsein für die Herausforderungen des Klimawandels und das Verständnis für notwendige Anpassungsmaßnahmen geschärft werden.
Erste Ergebnisse: Ein Blick bis zur Mitte des Jahrhunderts
Die Studie liefert bereits jetzt vorläufige Erkenntnisse zu den erwarteten Veränderungen
bis Mitte des Jahrhunderts. Ein erster zentraler Befund: Die saisonale Verschiebung des
Niederschlags wird deutlich stärker ausfallen, als bisher angenommen.
Trockenere Sommer, feuchtere Winter
Bis Mitte des Jahrhunderts nimmt der Sommer-Niederschlag im Vergleich zu früheren Szenarien-Berechnungen im Mittel um fünf bis 15 Prozent ab. Gleichzeitig verschiebt sich der Niederschlag in die kältere Jahreszeit: Für Herbst, Winter und Frühjahr ist von einem Plus zwischen fünf und zehn Prozent auszugehen. Im Jahresmittel bleibt die Niederschlagsmenge dadurch weitgehend gleich – dennoch „verlieren" wir durch den anhaltenden Temperaturanstieg mehr Wasser, etwa durch verstärkte Verdunstung.
Intensivere Niederschläge – aber nicht mehr Wasser
Die Wahrscheinlichkeit für sehr intensive Regenfälle in kurzer Zeit steigt – etwa bei Sommergewitterlagen. Auch wenn dabei über die Saison nicht mehr Wasser zusammenkommt, verschärft die höhere Intensität bestimmte Risiken: schnellerer Abfluss, weniger Versickerung und damit ein höheres Risiko für lokale Überflutungen. Großräumige Hochwasser-Ereignisse, die auf Großwetterlagen wie Adria-Tiefs zurückgehen, sind davon zu unterscheiden. Für diese Art von Hochwasser ist ein direkter Zusammenhang mit dem Klimawandel derzeit nicht belegt. Anders verhält es sich bei lokalen Überschwemmungen durch kurzfristige Starkregen-Ereignisse – hier zeigen die Szenarien ein erhöhtes Risiko.
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Weitere Informationen
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29.01.2026
Presseaussendung
Österreichs Niederschlag verschiebt sich in das Winterhalbjahr. Klimawandel macht die Sommer trockener, lokale Regenfälle intensiver. -
Wasseraktiv Website - Wasser im Klimawandel
Die offizielle Landingpage zur Studie auf der Wasserplattform Wasseraktiv. -
Wasserversorgung in Zeiten des Klimawandels
Ziel der Studie „Wasserversorgung im Jahr 2015 – Erfahrungen und Ausblick“ ist es, den Zusammenhang von Klimawandel, Hitzesommern und einer sicheren Wasserversorgung in Österreich zu untersuchen.