Spatenstich für die Renaturierung der Strem im Südburgenland

Zusehen ist die Spatenstichfeier für die Renaturierung der Strem in Ollersdorf – Litzelsdorf. Auf den Bild zu sehen ist, von links: Christian Sailer (Landeswasserbau), Wolfgang Wukovits (Wasserbauamt), Bürgermeister Bernd Strobl (Ollersdorf), Sectionschefin Monika Mörth (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft), Bürgermeister Jürgen Resch (Litzelsdorf). Alle abgebildeten Personen führen gemeinsam einen symbolischen Spatenstich durch und stecken dabei den Spaten in die Erde.
Foto: Mein Bezirk / Martin Wurglits

Am 27. Mai 2026 fand der feierliche Spatenstich für das Projekt zur Renaturierung der Strem mit Teilnahme von Frau Sektionschefin Mörth im Südburgenland statt. Das Projekt dient der ökologischen Aufwertung des Gewässers und schafft wichtige Voraussetzungen für eine naturnahe Entwicklung der Strem.

Von der Regulierung zur naturnahen Entwicklung

Die Strem zwischen Ollersdorf und Litzelsdorf weist derzeit nur einen mäßigen ökologischen Zustand auf. Im Projektabschnitt zwischen Flusskilometer 41,60 und 42,60 weist das Gewässer heute einen überwiegend geradlinigen Verlauf auf. Ursache dafür sind frühere Regulierungsmaßnahmen, die bis in das späte 20. Jahrhundert durchgeführt wurden.

Dadurch gingen viele natürliche Strukturen verloren. So fehlen heute unter anderem:

  • abwechslungsreiche Uferbereiche
  • ein natürlicher Flussverlauf
  • unterschiedliche Sedimentstrukturen
  • standortgerechte Ufergehölze

Diese Defizite beeinträchtigen die ökologische Qualität des Gewässers und verringern den Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Neues Umgehungsgerinne bringt mehr Dynamik

Ein zentrales Element des Projekts ist die Errichtung eines neuen Umgehungsgerinnes . Der neue Flusslauf wird rund 700 Meter lang sein und künftig mäandrierend verlaufen.

Das Umgehungsgerinne wird so angelegt, dass dadurch wieder eine dynamische Entwicklung ermöglich wird und somit wieder natürliche Strukturen wie Sandbänke und Steilufer entstehen können, die wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen darstellen.

Damit sich die Natur möglichst rasch entwickeln kann, werden außerdem standortgerechte Ufergehölze gepflanzt. Diese sorgen künftig für Beschattung des Gewässers und tragen zusätzlich zur Stabilisierung der Böschungen bei.

Durch die Neugestaltung verlängert sich der Flusslauf in diesem Abschnitt von bisher rund 550 Metern auf etwa 700 Meter. Dadurch wird der passive Hochwasserschutz verbessert.

Weitere ökologische Maßnahmen

Neben der Herstellung des neuen Umgehungsgerinnes umfasst das Projekt weitere gewässerökologische Maßnahmen:

  • Strukturierung im bestehenden Abflussprofil
  • Wiederherstellung des morphologischen Flusstyps „pendelnd–gestreckt“
  • Initiierung eines Nebenarms beziehungsweise Amphibiengewässers

Durch diese Maßnahmen wird der gesamte Projektbereich der Strem ökologisch deutlich aufgewertet und langfristig widerstandsfähiger gestaltet.

Finanzierung des Projekts

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 1,9 Millionen Euro und werden zu 100 Prozent vom Bundesministerium getragen. Mit dieser Investition wird ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung wertvoller Naturräume im Südburgenland geleistet.

Spatenstichfeier für die Renaturierung der Strem in Ollersdorf - Litzelsdorf