AquaSilva: Wälder als Wasserspeicher für Hochwasserschutz, Grundwasser und Klimaanpassung
Wälder leisten einen wichtigen Beitrag für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt. Gesunde Waldböden und eine intakte Vegetation speichern Niederschläge, verzögern Abflüsse und helfen dabei, Wasser für trockene Zeiten verfügbar zu halten.
Mit dem Projekt AquaSilva wird untersucht, wie diese natürlichen Funktionen durch strukturelle Maßnahmen gezielt gestärkt werden können. So sollen neue Grundlagen für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser, einen verbesserten Hochwasserschutz und eine erfolgreiche Anpassung an den Klimawandel geschaffen werden.
Wasser dort speichern, wo es fällt
Der Klimawandel führt zu häufigeren Starkregenereignissen und längeren Trockenperioden. Die Anpassung daran erfordert neue Ansätze für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser. Um Wasser künftig besser verfügbar zu halten, gewinnen naturbasierte und dezentrale Rückhaltemaßnahmen zunehmend an Bedeutung.
AquaSilva untersucht, wie Wasser möglichst lange im Einzugsgebiet zurückgehalten werden kann, anstatt rasch abzufließen.
Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung
Im Mittelpunkt des Projekts stehen dezentrale Maßnahmen im Wald, die Wasser zurückhalten und zeitverzögert wieder abgeben können. Dazu zählen beispielsweise Versickerungs- und Verdunstungsmulden, temporäre Wasserspeicher entlang von Forstwegen, die Entkoppelung von Entwässerungsgräben, raue Oberflächenstrukturen, oder Rückhalte- und Versickerungselemente. Untersucht wird, wie bestehende Strukturen weiterentwickelt werden können, um Wasser gezielt in der Landschaft zu halten und Hochwasserspitzen zu reduzieren.
Als Pilotregion wurde der Wienerwald ausgewählt. Dort werden bestehende und potenzielle Maßnahmen analysiert und ihre Wirkung auf den Wasserhaushalt untersucht. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, den Wasserrückhalt im Wald künftig noch gezielter zu fördern.
Wissenschaftliche Grundlagen für die Praxis
Im Rahmen von AquaSilva werden bestehende Rückhaltemaßnahmen systematisch erhoben und bewertet. Die Ergebnisse fließen in die Weiterentwicklung hydrologischer Modelle sowie in einen praxisorientierten Leitfaden und Maßnahmenkatalog ein. Diese sollen künftig Forstbetrieben, Planer:innen und Entscheidungsträger:innen bei der Auswahl und Umsetzung geeigneter Maßnahmen unterstützen.
Gemeinsam für mehr Wasserrückhalt
AquaSilva wird vom BMLUK mit einer Laufzeit zwischen 2026 und 2029 finanziert. Die Projektleitung liegt beim Bundesforschungszentrum für Wald, die wissenschaftliche Bearbeitung erfolgt gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur Wien. Die Österreichischen Bundesforste und der Biosphärenpark Wienerwald unterstützen die Umsetzung im Pilotgebiet Wienerwald.
Damit schafft AquaSilva wichtige Grundlagen für einen klimaangepassten Umgang mit Wasser und stärkt die Rolle des Waldes als natürlicher Wasserspeicher.