Wassergüte Jahresbericht 2022-2024

Gewässerökologie / Gewässerrenaturierung
Foto: Alexander Haiden

Der Jahresbericht fasst die Ergebnisse der bundesweiten Gewässerzustandsüberwachung der heimischen Gewässer im Zeitraum 2022 bis 2024 zusammen und bestätigt eine überwiegend hohe Wasserqualität. Maßnahmen zum Schutz unserer Gewässer sind wirksam, dennoch sind Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Wasserqualität nötig.
 

Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft betreibt in enger Zusammenarbeit mit den Ämtern der Landesregierungen und dem Umweltbundesamt seit mehreren Jahrzehnten ein sehr umfangreiches Beobachtungsprogramm für das Grundwasser und die Oberflächengewässer (Flüsse und Seen). Im routinemäßigen Gewässer-Überwachungsprogramm (GZÜV) wurden 1.946 Grundwassermessstellen beprobt, bei den Fließgewässern waren es 100 Überblicksmessstellen und 312 operative Messstellen. Zusätzlich gab es Erhebungen in 28 österreichischen Seen.

Die Gewässerzustandsüberwachung erfolgt auf Basis der Vorgaben der EUWasserrahmenrichtlinie, die einen 6-jährigen Beobachtungszyklus vorgibt. Die Zahl der untersuchten Qualitätselemente und Messstellen variiert innerhalb des Zyklus.

Im Grundwasser wurden im Zeitraum 2022-2024 insgesamt 221 Parameter untersucht. Ein wesentlicher Anteil davon sind Pestizide und PFAS.

Überschreitungen der Schwellenwerte im oberflächennahen Grundwasser sind hauptsächlich durch Nitrat und Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln festzustellen. Bei der langfristigen Entwicklung der Nitratkonzentrationen sind leichte Verbesserungen erkennbar. Die Trendermittlung bestätigt diese Entwicklung mit Konzentrationsrückgängen für Nitrat in Grundwasserkörpern mit möglicher oder festgestellter Zielverfehlung.

Die Bewertung des ökologischen Zustands der Oberflächengewässer erfolgt primär auf Basis der biologischen Qualitätselemente im Rahmen des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans. Im Jahresbericht werden vor allem die Ergebnisse von stofflichen Untersuchungen dargestellt. Überschreitungen der Richtwerte für allgemein chemisch-physikalische Parameter (großteils Nährstoffe) sind in ca. 20% der Fließgewässer und vereinzelt durch Schadstoffe (Ammonium) festzustellen.

Die biologische Bewertung der 28 untersuchten Seen in Bezug auf Phytoplankton ergab für einen See den nicht guten, für alle anderen einen sehr guten und guten Zustand.

Spezielle Fragestellungen und künftige Herausforderungen für die Wasserwirtschaft erfordern auch weiterführende und ergänzende Daten. Der Jahresbericht enthält daher auch Informationen zu Sondermessprogrammen. Medienübergreifend wurden Isotopen sowie TFA und ultrakurzkettige PFAS untersucht. In Oberflächengewässern wurden neue prioritäre Stoffe, Sonnenschutzmittel, Antioxidations- und Antiozonierungsmittel, das Vorkommen möglicher Stoffe in Gewässern mittels non-target-Screening sowie das Vorkommen von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen und deren Metaboliten in kleinen und mittelgroßen Gewässern mit intensiver landwirtschaftlicher Flächennutzung untersucht.

Die erhobenen Daten stellen eine wesentliche Grundlage für die wasserwirtschaftliche Planung und den Gewässerschutz in Österreich dar. Die Ergebnisse sind integraler Bestandteil der jeweiligen Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplanung. Die Messergebnisse dienen in weiterer Folge somit auch als Basis der Planung und Evaluierung von Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität.

Alle Ergebnisse können über das Wasserinformationssystem Austria (WISA) abgefragt werden.

Weiterführende Informationen