Klima und Umwelt BMLUK und Umweltbundesamt: Anstieg der Treibhausgas-Emissionen für 2025 um rund 1 Prozent erwartet
Totschnig: Erneuerbare Energien weiter ausbauen
Im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) hat das Umweltbundesamt eine erste Abschätzung für die Treibhausgas-Emissionen (THG) im Jahr 2025 erstellt: Nach diesen Berechnungen steigen die Emissionen 2025 gegenüber dem Jahr 2024 um rund 1 Prozent, das wäre eine Zunahme von ca. 0,7 Millionen CO2-Äquivalent. Die vorläufigen Daten (Datenstand Februar 2026) zeigen Treibhausgas-Emissionen in Höhe von rund 67,3 Millionen Tonnen.
Umweltminister Norbert Totschnig: „Die Zunahme der Treibhausgasemissionen im Jahr 2025 führt uns vor Augen, dass wir weiter in den Ausbau der Erneuerbaren Energien investieren müssen. Außerdem ist es notwendig, die Umstellung auf Strom – von der Industrie bis zur elektrischen Mobilität – erfolgreich fortzusetzen. Auch der Umstieg von Öl- und Gasheizungen auf umweltfreundliche Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Biomasse wird für den künftigen Emissionsausstoß eine wichtige Rolle spielen. Die Reduktion der Treibhausgase bleibt daher eine gemeinsame Aufgabe für die Bundesregierung und dafür muss in den kommenden Jahren das notwendige Budget zur Verfügung stehen.“
Die Gründe für den Anstieg der Treibhausgasemissionen im Jahr 2025 sind hauptsächlich auf eine höhere Industrieproduktion, mehr Stromerzeugung in Gaskraftwerken aufgrund niedrigerer Wasserstände in den Flüssen und auf einen höheren Heizenergiebedarf bei Endverbraucherinnen und Endverbrauchern im Vergleich zu 2024 zurückzuführen. Dämpfend haben 2025 der deutlich geringere Dieselverbrauch, bereits beschlossene und umgesetzte Maßnahmen zur Treibhausgasreduktion und die anhaltend schwache wirtschaftliche Entwicklung in Österreich gewirkt. Dadurch ergibt sich für die Sektoren außerhalb des Emissionshandels ein differenzierteres Bild: Obwohl die EU-rechtliche Höchstmenge an Treibhausgasemissionen im Jahr 2025 überschritten wird, legen die aktuellen Berechnungen nahe, dass Österreich das Ziel für die Abrechnungsperiode 2021 bis 2025 einhalten dürfte.
Günther Lichtblau, Klimaexperte des Umweltbundesamts: „Unsere Abschätzung für das Jahr 2025 zeigt einen Anstieg der Treibhausgas-Emissionen um ca. ein Prozent. Das zeigt einmal mehr, wie notwendig es ist, kontinuierlich Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen und auf Erneuerbare Energieträger umzusteigen.“
Ausblick Emissionshandel 2025: Zunahme der Emissionen in der Energieerzeugung und industriellen Produktion
Im Emissionshandelsbereich ist nach den vorläufigen Daten (Datenstand Februar 2026) gegenüber 2024 ein Anstieg um 1,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent (6,3 Prozent) auf insgesamt 25,4 Millionen Tonnen zu erwarten. Demnach wurde 2025 deutlich mehr Erdgas für die Stromerzeugung als 2024 eingesetzt. In der produzierenden Industrie kommt der Emissionszuwachs insbesondere aus der Stahlproduktion.
Emissionstrends in den Wirtschaftssektoren: Zunahme im Sektor Gebäude, Abnahme im Sektor Verkehr
Für die Sektoren außerhalb des Emissionshandels rechnen die Expertinnen und Experten des Umweltbundesamts in ihrer ersten Analyse für 2025 mit rund 41,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent. Das bedeutet einen Rückgang um rund 2 Prozent (0,8 Millionen Tonnen) gegenüber 2024. Damit liegen die Emissionen 1,1 Millionen Tonnen über der für 2025 gültigen Höchstmenge von rund 40,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent. Einen deutlichen Emissionszuwachs verzeichnen die Expertinnen und Experten im Sektor Gebäude (rund 7,4 Prozent). Die Entwicklung in diesem Sektor ist maßgeblich von der Witterung abhängig. So werden 2025 deutlich mehr Heizgradtage verzeichnet als in den überdurchschnittlich warmen Jahren davor. Dies zeigt sich auch im Verbrauch von Heizöl und Erdgas. Im Sektor Verkehr wird hingegen eine deutliche Abnahme der Emissionen (rund 6,3 Prozent) erwartet. Dies ist wiederum auf den geringeren Dieselverbrauch zurückzuführen.
Über die vorläufigen Daten für 2025
Die Berechnungen wurden auf Basis verfügbarer Statistiken und Daten für das Jahr 2025 und Abschätzungen von Expertinnen und Experten erstellt (Datenstand Februar 2026). Dazu gehören beispielsweise die monatlichen Energieverbrauchs- und Produktionszahlen, Anzahl der Heizgradtage sowie aktualisierte Vieh- und Düngemittelstatistiken. Die vorliegenden vorläufigen Berechnungen zu den Treibhausgas-Emissionen für das Jahr 2025 sind noch mit größeren Unsicherheiten behaftet. Detailliertere Aussagen sind mit dem jährlichen Nowcast im August 2026 zu erwarten.