Wald Umweltministerrat: Österreich fordert Anpassungen beim LULUCF-Rahmen
Beim Umweltministerrat in Brüssel setzt sich Österreich für Anpassungen im Bereich Landnutzung und Wälder (LULUCF) ein.
Landnutzung und Wälder leisten durch ihre Fähigkeit, CO₂ langfristig zu speichern, einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der europäischen Klimaziele und zur Klimaneutralität. Gleichzeitig stehen Europas Wälder, trotz aktiver und nachhaltiger Waldbewirtschaftung zunehmend unter Druck. Extremwetterereignisse, Schädlingsbefall und die Alterung vieler Waldbestände führen dazu, dass Wälder vom Klimawandel selbst stark betroffen sind und teilweise von einer Emissionssenke zu einer Emissionsquelle werden.
Österreich fordert daher eine Anpassung des bestehenden LULUCF-Rahmens, damit die realen Entwicklungen in der Forstwirtschaft besser berücksichtigt werden. Unterstützt wird der österreichische Vorschlag von mehreren EU-Mitgliedstaaten, darunter Portugal, Tschechien, Estland, Ungarn, Litauen, Lettland, Frankreich und die Slowakei.
Umweltminister Norbert Totschnig: „Wälder und deren nachhaltige Bewirtschaftung spielen eine zentrale Rolle im Klimaschutz. Sie können eine Emissionssenke sein und bieten erneuerbare Rohstoffe für eine nachhaltige Bioökonomie. Europas Wälder stehen aber zunehmend unter Druck, durch häufigere und intensivere Extremwetterereignisse, durch Schädlingsbefall und die Alterung vieler Waldbestände. Für Österreich und viele andere Mitgliedstaaten ist der starke Anstieg von Schadholz infolge dessen ein wesentlicher Treiber des Rückgangs der Waldsenke. Der LULUCF-Rahmen muss daher dringend angepasst werden, der die Besonderheiten des Sektors besser berücksichtigt und ihn nicht schlechter stellt. Mit dieser Forderung werde ich von über 10 Staaten unterstützt.“
Bioökonomie als Chance für nachhaltige Wertschöpfung
Im Rahmen des Rates werden auch Schlussfolgerungen zur europäischen Bioökonomiestrategie angenommen. Ziel ist es, Innovationen zu fördern und Unternehmen beim Übergang zu einer nachhaltigen und biobasierten Wirtschaft zu unterstützen. In Österreich spielt die Bioökonomie bereits eine wichtige Rolle – etwa im Holzbau und in der Nutzung nachwachsender Rohstoffe als alternative Werkstoffe.
Bundesminister Norbert Totschnig: „Eine leistungs- und tragfähige Bioökonomie beginnt mit einer starken land- und forstwirtschaftlichen Primärproduktion. Nachhaltig und aktiv bewirtschaftete Wälder bilden das Fundament für eine resiliente biobasierte Industrie in der EU. Gleichzeitig braucht es eine effiziente Nutzung von sekundären Rohstoffen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um das volle Potenzial der Bioökonomie ausschöpfen zu können.“