Mykotoxine: Die wichtigsten Fragen und Antworten
Mykotoxine, insbesondere Aflatoxine, sind derzeit vielfach im Gespräch. Die zentralen Fragen und Antworten sind hier zusammengefasst.
1. Was sind Mykotoxine?
Mykotoxine sind ein Sammelbegriff für giftige Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, die sich auf landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide oder Mais in Lebens- und Futtermitteln bilden können. Sie entstehen vor allem bei feucht-warmer Witterung oder ungünstigen Lagerbedingungen. Mykotoxine können die Gesundheit von Menschen und Tieren beeinträchtigen und führen zudem zu Qualitäts- und Ertragseinbußen in der Landwirtschaft.
Weitere Informationen: Mykotoxine - AGES
2. Was sind Aflatoxine?
Aflatoxine sind ein relevantes Mykotoxin. Sie sind von Schimmelpilzen gebildete Giftstoffe, die von zwei Schimmelpilzarten der Gattung Aspergillus gebildet werden.
Es gibt rund 20 natürlich vorkommende Aflatoxine, wobei Aflatoxin B1 am häufigsten vorkommt. Aflatoxine zählen zu den gefährlichsten Mykotoxinen, da sie bereits in geringen Mengen gesundheitsschädlich wirken können.
Weitere Informationen: Aflatoxine - AGES
3. Warum sind Aflatoxine gerade vermehrt in den Medien?
In einer kürzlich veröffentlichten Studie einer Universität wurde Aflatoxin B1 auf einem Versuchsfeld im Tullnerfeld nachgewiesen. Es handelt sich in den aktuellen Berichterstattungen um Ergebnisse aus wissenschaftlichen Feldversuchen – die Studie dazu wurde 2026 veröffentlicht, die Daten, auf die Bezug genommen wird stammen aus Maisproben vom Anbaujahr 2024.
Die angebauten Nutzpflanzen wurden nicht in Verkehr gebracht, sondern dienen ausschließlich wissenschaftlicher Analysen.
4. Besteht akute Gefahr?
Nein. Es handelt sich um Proben aus dem Anbaujahr 2024 von einem Versuchsfeld, auf dem gezielt auf Mykotoxine getestet wird. Es kam zu keinem Inverkehrbringen, also auch zu keinen Belastungen in Lebens- oder Futtermitteln.
5. Ist das Problem von Mykotoxinen und Aflatoxinen bekannt?
Ja, das Problem ist seit vielen Jahren bekannt. In Österreich werden Mykotoxine seit Jahren regelmäßig in Lebens- und Futtermitteln untersucht, um die Gesundheit von Menschen und Tieren zu schützen.
Zuständig für die Kontrolle und Analytik sind die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sowie das Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES) im Rahmen der amtlichen Futtermittelkontrollen und dem jährlichen Vorerntemonitoring.
Weitere Informationen:
Mykotoxin Monitoring | Warndienst - Mykotoxine
6. Wie funktionieren die Analysen?
Untersucht werden vor allem Mykotoxine wie DON (Deoxynivalenol), ZEA (Zearalenon), Fumonisine, Ochratoxin A und Aflatoxine.
Die Analysen erfolgen mit modernen Labormethoden, beispielsweise chromatographischen und immunologischen Verfahren. Zusätzlich werden Schwerpunktaktionen durchgeführt, bei denen bestimmte Produkte gezielt überprüft werden, etwa Maisprodukte, Trockenfrüchte oder Ölsaaten. Werden Grenzwerte überschritten, können Produkte beanstandet und/ oder aus dem Verkehr gezogen werden.
Bei jeder Untersuchung auf Mykotoxine sind standardmäßig auch Aflatoxine umfasst.
7. Was sind Grenzwerte?
Für Lebensmittel gelten innerhalb der Europäischen Union gesetzliche Höchstgehalte, die in der Kontaminanten-Verordnung festgelegt sind. Produkte, bei denen die Aflatoxin-Höchstwerte überschritten werden, dürfen in der EU nicht in Verkehr gebracht werden. Auch für Futtermittel existieren Grenz- und Richtwerte.
Weitere Informationen: Publications Office
8. Wie groß ist die Gefahr?
Aflatoxine zählen zu den gefährlichsten Mykotoxinen, da sie bereits in geringen Mengen gesundheitsschädlich wirken können.
Unter österreichischen Anbaubedingungen ist eine Belastung derzeit jedoch vergleichsweise unwahrscheinlich, das zeigen auch die Daten der vergangenen Jahre.
Dennoch ist das Thema ernst zu nehmen, aus diesem Grund bilden Mykotoxine stets einen Schwerpunkt bei der Lebens- und Futtermittelkontrolle.
Außerdem spielt die tatsächlich aufgenommene Dosis eine entscheidende Rolle. Nicht jede nachweisbare Belastung stellt automatisch ein Gesundheitsrisiko für Mensch oder Tier dar. Maßgeblich ist unter anderem in welcher Menge das Mykotoxin aufgenommen wird sowie der Zeitraum und die Tierart.
Mykotoxine (inklusive Aflatoxine) werden in Österreich sowohl am Feld als auch in Lebens- und Futtermitteln sorgfältig überwacht. Strenge gesetzliche Grenzwerte sowie laufende Kontrollen sorgen dafür, dass Futtermittel und Lebensmittel sicher bleiben.
Durch vorbeugende Maßnahmen im Pflanzenbau, regelmäßige Kontrollen sowie laufende Untersuchungen entlang der Produktionskette kann das Risiko einer Belastung wirksam reduziert und die Sicherheit von Lebens- und Futtermitteln gewährleistet werden.
9. Was kann ich als Landwirt und Landwirtin tun?
Pilzsporen sind in der Landschaft allgegenwärtig, weshalb eine Verbreitung nicht vollständig verhindert werden kann. Allerdings ist es möglich, den Infektionsdruck gering zu halten, sowie durch geeignete Maßnahmen eine gezielte Reduktion des Pilzbefalls und dadurch die Bildung von Mykotoxinen zu senken. Bereits beim Anbau und der Vorbereitung der Aussaat wird die Grundlage dafür geschaffen.
- Gute Feldhygiene
- Gesunde Fruchtfolge
- Silolagerung bei möglichst niedrigem Feuchtegehalt
- Richtige Sortenwahl
- Im Rahmen der österreichischen Sortenzulassung werden neue Sorten gezielt auf ihre Pilzresistenzen geprüft, um widerstandsfähige und weniger anfällige Sorten für den Anbau zu identifizieren.
- Pflanzenschutzwarndienst nutzen
- Mykotoxin Monitoring | Warndienst - Mykotoxine
- Risikogebiete frühzeitig erkennen und Befallsrisiken einschätzen
- Pflanzenschutzmaßnahmen bedarfsgerecht planen
- Gezielter und fachgerechter Einsatz von Fungiziden
10. Worauf muss ich als Konsument oder Konsumentin achten?
- Lebensmittel mit Schimmel nicht verzehren
- Feuchte und warme Lagerung von Lebensmittel vermeiden