Kohäsionsrat in Brüssel: Städte, Regionen und Europas Zukunft im Fokus

Der Runde Tisch des Kohäsionsrat mit Personen besetzt
Foto: EUROPEAN UNION / FRANCOIS LENOIR

Der Kohäsionsrat vom 26. Februar 2026 hat gezeigt, wie stark die europäische Regionalpolitik derzeit im Wandel ist – und wie sehr Städte und Regionen im Zentrum der großen Zukunftsfragen stehen. Unter zyprischem Vorsitz diskutierten die EU-Ministerinnen und Minister die Halbzeitüberprüfung der Kohäsionspolitik und verabschiedeten Schlussfolgerungen zur EU-Agenda für Städte.

„Die Kohäsionspolitik ist eines der wichtigsten Instrumente für die EU. Sie schafft Wohlstand, Chancengleichheit und stärkt die Regionen.“ Bundesminister Norbert Totschnig

EU-Agenda für Städte: Rückenwind für urbane Räume

Die Ministerinnen und Minister – Kohäsionsminister Norbert Totschnig vertrat Österreich - nahmen Ratsschlussfolgerungen zur EU-Agenda für Städte an. Rund drei Viertel der EU-Bevölkerung lebt in Städten – genau dort gibt es große Herausforderungen wie Wohnraummangel, steigende Energiekosten, soziale Ausgrenzung, Mobilität und Klimawandel. Die Schlussfolgerungen betonen daher die Notwendigkeit einer gut abgestimmten und kohärenten Agenda für Städte. Gleichzeitig unterstreichen sie die Rolle der Städte als zentrale Akteure, insbesondere für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und internationale Zusammenarbeit.

Halbzeitüberprüfung der Kohäsionspolitik: Kursbestimmung für die Zeit nach 2027

Der zweite große Themenblock im Rat war die Halbzeitüberprüfung der Kohäsionspolitik 2021–2027. Die Diskussion fand vor dem Hintergrund einer grundlegenden Neuausrichtung des EU-Haushalts ab 2028 statt. Im Rat wurde darüber diskutiert, wie flexibel die Kohäsionspolitik auf neue strategische Prioritäten reagieren kann – und welche Lehren für die nächste Förderperiode gezogen werden. Für Bundesminister Totschnig ist es wichtig, dass in den zukünftigen gemeinsamen Plänen die Zielsetzungen der einzelnen Politikbereiche nicht verloren gehen dürfen und auch bei einer Anpassung die Ziele der Kohäsionspolitik weiterhin zentral bleiben. Kohäsionsminister Totschnig betonte, dass Flexibilität im Rahmen der Halbzeitüberprüfung nicht zu einer Verwässerung langfristiger Entwicklungsziele führen sollte. 

Seit Herbst 2025 werden die Vorschläge der Europäischen Kommission für den Mehrjährigen Finanzrahmen 2028 – 2034 diskutiert. Eine Einigung ist bis Ende 2026 angestrebt – ob das gelingt, bleibt abzuwarten.

Ausblick: Ein Europa, das zusammenwächst

Die Diskussionen in Brüssel zeigen: Die Kohäsionspolitik bleibt ein zentrales Instrument, um Europas Regionen zu stärken – von urbanen Zentren bis zu ländlichen Räumen. Österreich setzt dabei auf eine kohärente, zukunftsfeste und gerechte Weiterentwicklung.

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