ESPON: Das europäische Raumbeobachtungsprogramm

Luftaufnahme von landwirtschaftlichen Feldern mit Windrädern und dem Text 'ESPON: Das europäische Raumbeobachtungsprogramm'
Foto: BMLUK/canva

ESPON (European Observation Network for Territorial Development and Cohesion) ist ein EU-finanziertes Programm zur Stärkung der Perspektive der Europäischen Territorialen Dimension durch raumbezogene Informationen, Wissenstransfer und Austausch. Mit fundierten Daten werden politische Entscheidungen im Bereich Raumentwicklung unterstützt.

In Kürze: Was ist ESPON?

  • Europäisches Raumbeobachtungsprogramm: ESPON gilt als das europäische Raumbeobachtungsprogramm, liefert fundierte territoriale Analysen, Daten, Informationen und Karten und schafft damit eine evidenzbasierte Grundlage für die europäische Raumentwicklung und insbesondere die Kohäsionspolitik.
  • Teilnehmende Länder: 31 Länder – alle 27 EU-Mitgliedstaaten sowie vier Partnerstaaten Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz.
  • Finanzierung: Das Budget für die Programmperiode 2021–2027 beträgt 60 Millionen Euro und wird über Interreg C sowie Beiträge der Mitglied- und Partnerstaaten finanziert.
  • Programmumsetzung: Ausschreibungen erfolgen im Rahmen öffentlicher Vergabeverfahren.
  • Nationaler Kontaktpunkt (NCP): Die ÖROK fungiert als Nationaler Kontaktpunkt (NCP) für ESPON in Österreich und unterstützt die Koordination und Umsetzung von ESPON-Projekten und -Aktivitäten auf nationaler Ebene.
  • BMLUK, Abteilung III/6: Die Abteilung III/6 vertritt die nationalen Interessen und Positionen Österreichs innerhalb des ESPON-Netzwerks und trägt dazu bei, dass die gewonnenen Forschungsergebnisse in die politische Entscheidungsfindung einfließen.

Unterstützung der Entwicklungspolitik

ESPON (früher "European Spatial Planning Observation Network") unterstützt die Entwicklungspolitik der EU, ganz besonders die Kohäsionspolitik mit Fakten und Wissen zur europäischen Raumentwicklung. Im Mittelpunkt stehen dabei Studien und Analysen, die auf die spezifischen Informations- und Unterstützungsbedarfe europäischer Behörden auf EU-, nationaler, regionaler und lokaler Ebene zugeschnitten sind. Ein wesentliches Merkmal ist der territoriale Fokus: Die Analysen berücksichtigen die vielfältigen Gegebenheiten, Potenziale und Herausforderungen von Regionen und Kommunen in ganz Europa. Im Rahmen des „ESPON 2030“-Programms (Programmperiode 2021-2027) werden Studien und Veranstaltungen in thematischen Aktionsplänen (Thematic Action Plans – TAPs) zusammengefasst.

Die Ergebnisse der Studien werden vielseitig eingesetzt:

  • Zur Unterstützung politischer Entscheidungen auf EU-, nationaler, regionaler und lokaler Ebene
  • Zur Stärkung der Wirksamkeit zentraler EU-Politikbereiche, insbesondere der Kohäsionspolitik
  • Zur Umsetzung der Territorialen Agenda 2030 der EU
  • Zur Unterstützung der Prioritäten der EU-Ratsvorsitze durch maßgeschneiderte gezielte Forschung
  • Zur Förderung des politischen Dialogs und der Entwicklung neuer Lösungsansätze,
  • Zur Unterstützung politischer Entscheidungsträger:innen und Bürgerinnen, um die eigene Stadt oder Region im europäischen Vergleich einzuordnen
  • Zur Bereitstellung neuer Informationen und Analysen zu wichtigen Themen der europäischen Agenda

ESPON unterstützt öffentliche Stellen dabei, Städte und Regionen zu analysieren, zu vergleichen, Herausforderungen und Chancen zu identifizieren sowie fundierte Strategien für deren räumliche Entwicklung zu erarbeiten. Ziel ist es, eine nachhaltige, ausgewogene und integrative Raumentwicklung in Europa zu fördern. Zu diesem Zweck stellt ESPON Forschungsergebnisse, Daten, Statistiken und Handlungsempfehlungen bereit, die die politische Entscheidungsfindung und die Raumplanung unterstützen.

Detailliertes Architekturmodell der Seestadt mit Gebäuden, Straßen, Bäumen und einem zentralen See

Was macht ESPON?

Das ESPON Projektbeispiel HOUSE4ALL (Access to affordable and quality housing for all) wurde im September 2025 abgeschlossen - Folgestudien wurden initiiert. Geleitet wurde das Projekt-Konsortium von der Technischen Universität Wien und der Fokus lag auf einer europaweiten Analyse über die soziale Erschwinglichkeit und die Qualität von Wohnraum. Dabei wurden europaweit vergleichbare Daten zu Miet- und Kaufpreisen mit Einkommensinformationen verknüpft. Das Projekt lieferte wissenschaftliche Grundlagen und vergleichende Daten, die von der EU-Kommission für die Umsetzung des European Affordable Housing Plan genutzt werden. Eine interaktive Plattform zeigt, die Preise für Wohnen im Verhältnis zum Einkommen.

Die Studie verdeutlicht, dass hohe Mieten besonders junge Menschen in Städten belasten, da ihre Einkommen oft nicht im gleichen Maße steigen wie die Wohnkosten. Sie wohnen außerdem oft alleine in kleinen Wohnungen, die einen hohen Quadratmeterpreis haben. Ländliche Gebiete sind oftmals von Abwanderung betroffen und durch die geringe Nachfrage sind die Preise dort niedriger. Politische Empfehlungen in Form eines Policy Handbooks dienen als Grundlage für weitere politische Diskussionen und Maßnahmen im EU-Raum.

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