Mehr als 30 Jahre in der EU – was hat es der Forstwirtschaft gebracht?

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Foto: Bundeskanzleramt Österreich

Österreich trat am 1. Jänner 1995 der Europäischen Union bei. Seit mehr als drei Jahrzehnten sind wir nun Mitglied der EU. Was hat sie uns gebracht? Ist es eine Erfolgsgeschichte? Wir ziehen in einem Rückblick Bilanz über die Einflüsse des EU-Beitritts auf die Forstwirtschaft.

Die EU unterstützt die Ökosystemleistungen der Forstwirtschaft, stärkt das Vertrauen in Holzprodukte und schützt vor Naturgefahren. 

Durch gezielte Förderungen zur Erhöhung der Biodiversität und der Klimawandelanpassung der österreichischen Wälder werden hauptsächlich die Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungswirkung der Wälder gestärkt, wovon in erster Linie die Gesellschaft profitiert. Die Schutzwirkung der Wälder ist insbesondere im alpinen Bereich zur Erhaltung und Sicherung von Siedlungs- und Wirtschaftsräumen sowie Infrastruktureinrichtungen von enormer Bedeutung. Für die Gesellschaft ist die ausgleichende Wirkung des Waldes auf das Klima und den Wasserhaushalt sowie auf die Reinigung und Erneuerung von Luft und Wasser nicht minder wichtig. Darüber hinaus profitiert die Gesellschaft vom Erholungswert intakter Wälder.

Mit der EU-Holzverordnung ist der Import von Holz aus illegalem Einschlag verboten. Diese europaweite Regelung stärkt das Vertrauen in Holzprodukte.

Da die nachwachsende Ressource Holz und andere holzbasierte Materialien eine entscheidende Rolle beim Übergang zu einer kohlenstoffneutralen Kreislaufwirtschaft spielen, wurde von Österreich und Finnland die „European Wood Policy Platform“ (woodPoP) initiiert. Initiativen wie diese sind durch die bereits bestehende starke Zusammenarbeit der EU-Mitgliedsstaaten möglich. woodPoP bietet ein Forum für den multilateralen Austausch von Politik, Wissenschaft und Praxis entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Jährlich stehen rund 450 Millionen Euro (davon 230 Millionen Euro Bundesmittel) für den Schutz vor Naturgefahren zur Verfügung. Damit werden jedes Jahr rund 1.500 Projekte umgesetzt, um die Bevölkerung besser vor Hochwasser, Muren, Rutschungen, Steinschlag und Lawinen zu schützen.

Nach schweren Überschwemmungen in Mitteleuropa im Sommer 2002 wurde der EU-Solidaritätsfonds ins Leben gerufen, um nach schweren Naturkatastrophen effektiv und schnell Hilfe leisten zu können. Seitdem wurde der Fonds auch von Österreich in Katastrophenfällen in Anspruch genommen – zuletzt 2019, 2023 und 2024.

Ausbildung in ganz Europa

Jedes Jahr absolvieren zahlreiche Schülerinnen und Schüler aus Schulen des BMLUK ihre Pflichtpraktika in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben in verschiedenen EU-Staaten. EU-Mobilitätsprogramme machen das möglich.

Fazit

Aufgrund dieser Errungenschaften und Vorteile kann die EU auf jeden Fall als ein Erfolgsprojekt bezeichnet werden. Dabei beziehen sich die genannten Leistungen nur auf die Bereiche der Forstwirtschaft. Außerdem verleihen der EU natürlich ihre positiven Einflüsse auf Wirtschafts- und Arbeitsmarkt sowie ihre Friedens- und Sozialpolitik eine zentrale Bedeutung.