Globaler Gipfel der forstbasierten Bioökonomie in Wien

Gruppenfoto der Organisator:innen
Foto: BMLUK / Max Slovencik

Drei Tage lang drehte sich beim COLI Global Summit vom 23.-25. Februar 2026 unter dem Titel „Advancing Sustainable Forest-based Bioeconomy Approaches“ alles um das Thema forstbasierte Bioökonomie.

Mit der Ausrichtung des COLI Global Summit 2026, bei welchem Österreich gemeinsam mit Südafrika den Vorsitz innehatte, verlieh das Bundesministerium der Notwendigkeit der Förderung einer nachhaltigen, holzbasierten Bioökonomie besonderen Ausdruck.

Die Veranstaltung fand in der Orangerie des Schlosses Schönbrunn in Wien statt und begrüßte rund 260 Teilnehmende vor Ort sowie 230 Gäste online. Vertreten waren internationale Expert:innen aus mehr als 60 Ländern und über 100 Organisationen.

Was ist forstbasierte Bioökonomie?

Die Bioökonomie zielt auf eine nachhaltige, kreislauforientierte Wirtschaftsweise innerhalb der planetaren, ökologischen Grenzen ab. Fossile Rohstoffe sollen durch erneuerbare, nachwachsende Rohstoffe (Biomasse) ersetzt und der Gesamtverbrauch an Ressourcen minimiert werden.

Die forstbasierte Bioökonomie ist ein Teilbereich der Bioökonomie, der sich auf die nachhaltige Erzeugung, Verarbeitung und Nutzung von forstlichen Ressourcen (Holz und Holzreststoffe) konzentriert.

Was ist COLI?

Der Global Summit in Wien wurde in einem breiten Bündnis von Ländern und Organisationen organisiert und wird von der Country and Organization-Led Initiative on Sustainable Forest-based Bioeconomy Approaches (COLI) durchgeführt. COLI ist eine mehrjährige internationale Initiative, die vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) initiiert wurde, um den globalen Dialog über nachhaltige, forstbasierte Bioökonomieansätze zu stärken.

Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse, politische Strategien und praktische Ansätze zu verbinden und gemeinsam mit Partnerländern und -organisationen Lösungen für klimafreundliche, resiliente und kreislauforientierte Wertschöpfungsketten zu entwickeln.

Die Initiative und der Global Summit bauen auf einem Netz internationaler Partner auf. Der Prozess wurde finanziell unterstützt von Australien und Finnland. Zu den Mitgliedern der COLI-Steuerungsgruppe zählen derzeit:

  • Australien (Department of Agriculture, Fisheries and Forestry)
  • Österreich (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft)
  • Finnland (Ministry of Agriculture and Forestry)
  • Japan (Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries)
  • Schweden (Ministry of Rural Affairs and Infrastructure)
  • Türkiye (General Directorate of Forestry)
  • FAO (Food and Agriculture Organization)
  • IUFRO (International Union of Forest Research Organizations)

Was sind Ziele und Themenschwerpunkte von COLI?

Der COLI Global Summit 2026 hatte das Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Regierungen, internationalen Organisationen, Wissenschaft und Wirtschaft zu vertiefen, um nachhaltige bioökonomische Strategien global zu verbreiten und umzusetzen.

Zentrale Themen, die für die innovative Entwicklung zu einer nachhaltigen Bioökonomie entscheidend sind, wurden dabei diskutiert:

  • Finanzierung und Investitionsstrategien zur Skalierung nachhaltiger Forstwirtschaft und bioökonomischer Wertschöpfung
  • Nachhaltige Lieferketten für Waldprodukte
  • Agroforstsysteme als Baustein kreislaufwirtschaftlicher Ansätze
  • Nachhaltiges Bauen mit Holz und innovative Nutzung von Holzressourcen

Was sind die Ergebnisse des COLI Global Summits?

Die Ergebnisse des Gipfels wurden in einem Abschlussbericht, der sogenannten Co-Chair’s Summary, niedergeschrieben. Als zweites Ergebnis des Summits wurde der Vienna Call for Action veröffentlicht, der von den Teilnehmenden getragen wird.

Was steht im Vienna Call for Action?

Mit dem Vienna Call for Action wird die Bedeutung der Förderung von nachhaltigen forstbasierten Bioökonomieansätzen betont, die es braucht, um einen Übergang zu naturpositiven, widerstandsfähigen, vielfältigen, gerechten und inklusiven Volkswirtschaften und Gesellschaften zu ermöglichen.

Es wird dazu aufgerufen, einen systemischen Wandel in großem Maßstab voranzutreiben und dabei das umfangreiche Fachwissen des Forstsektors als grundlegende Basis für die Bioökonomie zu berücksichtigen.

Fünf vorrangige Maßnahmen sollen vorangetrieben werden:

  1. Breite Umsetzung von nachhaltigen, waldbasierten Bioökonomieansätzen, gezielte Finanzierung dieser sowie Integration in den Mainstream, um eine systemische Transformation voranzutreiben.
  2. Gewährleistung eines gleichen Zugangs zu Finanzmitteln, Märkten, Technologien und Entscheidungsprozessen für indigene Völker, lokale Gemeinschaften, Kleinproduzenten, Jugendliche und Frauen.
  3. Verlagerung der Ressourcen von einzelnen Projekten auf sektorweite Transformationen, wobei der Fokus auf gemischter Finanzierung liegt.
  4. Garantie einer nachhaltigen Versorgung durch Effizienz, Innovation und unterstützende öffentliche sowie private Beschaffungspolitiken.
  5. Stärkung und Umsetzung von Fortschritten bei waldbasierten Bioökonomieansätzen innerhalb von Kooperationspartnerschaften sowie Integration dieser in globale Prozesse.

Hier geht es zum gesamten Vienna Call for Action (PDF, 318 KB).

Wie geht es jetzt weiter?

Sowohl das Summary als auch der Vienna Call for Action fließen inhaltlich bei politischen Veranstaltungen in Rom und New York ein: Sie werden sowohl bei einem Side-Event der 21. Sitzung des United Nations Forum on Forests (UNFF21) präsentiert als auch im Rahmen der 28. Sitzung des FAO Committee on Forestry (COFO28) behandelt. Damit fließen Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen direkt in internationale Entscheidungsprozesse ein.

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