Totschnig: Schutz vor Naturgefahren sichert Lebensraum und erzielt regionale Wertschöpfung
Am Eckartaubach, dem Grenzbach zwischen den Gemeinden Ramsau und Mayrhofen im Zillertal informierten Bundesminister Norbert Totschnig, Vertreter der Wildbach- und Lawinenverbauung gemeinsam mit der Gewerkschaft Bau-Holz über die Sanierung der bestehenden Schutzbauwerke, die Wertschöpfung in den Regionen durch den Maßnahmenbetrieb der WLV sowie das 75-jährige Bestehen des WLV-Kollektivvertrags.
„Die WLV ist mit ihren Schutzleistungen und ihren hochqualifizierten Experteninnen und Experten der Sicherheitspartner der österreichischen Gemeinden im alpinen Raum“, betont Bundesminister Mag. Norbert Totschnig. Neben ihrem Beitrag zum Schutz von Bevölkerung und Infrastruktur leistet die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) auch einen bedeutenden wirtschaftlichen Impuls für die Regionen. „Die Wertschöpfung durch Maßnahmen der WLV in den Regionen betrug 2025 ca. 315 Mio. Euro. Die regionale Beschäftigungswirkung der WLV drückt sich für das Jahr 2025 in 5.350 nachhaltig gesicherten Arbeitsplätzen aus. Rund 130 Mio. Euro fließen direkt oder indirekt in Aufträge an die regionale Wirtschaft“, so Bundesminister Totschnig.
Schutzprojekt am Eckartaubach
Der Eckartaubach bildet die Grenze zwischen den Gemeinden Ramsau im Zillertal und Mayrhofen. Im Mittellauf befinden sich 65 zwischen 1966 und 1970 errichtete Konsolidierungssperren, die aktuell saniert werden. Das mit sieben Millionen Euro budgetierte Projekt wird bis 2033 umgesetzt. Finanzierungspartner sind der Bund (57 Prozent), das Land Tirol (19 Prozent) sowie die Gemeinden Ramsau im Zillertal und Mayrhofen mit jeweils zwölf Prozent.
Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler hebt hervor: „Der Schutz vor Naturgefahren ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Land, Gemeinden und der Wildbach- und Lawinenverbauung. Projekte wie jenes am Eckartaubach zeigen, dass wir durch diese enge Partnerschaft langfristig in die Sicherheit der Bevölkerung und den Erhalt unseres alpinen Lebensraums investieren.“
Die Bürgermeister Friedrich Steiner und Hans Jörg Moigg betonen: „Das Projekt am Eckartaubach ist eine wichtige Investition in die Sicherheit unserer Bevölkerung und den Schutz zentraler Infrastruktur wie der Zillertalstraße B 169 und der Zillertalbahn. Die enge Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Wildbach- und Lawinenverbauung stellt sicher, dass das notwendige Know-how dauerhaft in den Regionen erhalten bleibt und im Ernstfall rasch eingesetzt werden kann.“
Eigener Maßnahmenbetrieb als Erfolgsmodell für regionale Wertschöpfung
In Tirol investierte die Wildbach- und Lawinenverbauung im Jahr 2025 insgesamt 54,9 Millionen Euro in 167 Baulose. Weitere 5,2 Millionen Euro flossen nach Naturkatastrophen in Sofortmaßnahmen.
Österreichweit sind bis zu 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeit im Einsatz, die nahezu ausschließlich aus Regionen stammen, in denen auch die Schutzmaßnahmen umgesetzt werden. Sie errichten und sanieren Wildbachverbauungen, Lawinenschutzanlagen, Steinschlagschutzsysteme sowie forstlich-biologische Maßnahmen. „Die Anforderungen an den Schutz vor Naturgefahren nehmen durch den Klimawandel weiter zu. Umso wichtiger ist der eigene Maßnahmenbetrieb der WLV, der Planung, Umsetzung und Erhaltung der Schutzmaßnahmen aus einer Hand ermöglicht und damit die langfristige Schutzwirkung sicherstellt“, betont Dr. Florian Rudolf-Miklau, Abteilungsleiter Wildbach- und Lawinenverbauung im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.
Der eigene Maßnahmenbetrieb ist ein zentrales Element der WLV.
75 Jahre Kollektivvertrag der Wildbach- und Lawinenverbauung
Der Kollektivvertrag für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeit der Wildbach- und Lawinenverbauung besteht seit 1951 und feiert heuer sein 75-jähriges Bestehen. Er wird zwischen dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und der Gewerkschaft Bau-Holz abgeschlossen und bildet seit 75 Jahren die Grundlage für faire Arbeitsbedingungen im Maßnahmenbetrieb.
Abg. z. NR Josef Muchitsch, Vorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz, betont: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WLV leisten unter anspruchsvollsten Bedingungen einen unverzichtbaren Beitrag zum Schutz der Bevölkerung. Der seit 75 Jahren bestehende Kollektivvertrag ist Ausdruck einer gelebten Sozialpartnerschaft und schafft faire sowie sichere Arbeitsbedingungen für diese hochspezialisierte Tätigkeit.“
Die langjährige Zusammenarbeit zwischen der Wildbach- und Lawinenverbauung und der Gewerkschaft Bau-Holz trägt wesentlich dazu bei, dass die anspruchsvollen Arbeiten im alpinen Gelände unter hohen Sicherheits- und Qualitätsstandards durchgeführt werden können. Dazu betont Bundesminister Totschnig: „Die Spezialisten der Wildbach- und Lawinenverbauung wirken unmittelbar nach Naturkatastrophen als ‚Schnelle Eingreiftruppe‘ für die betroffenen Gemeinden und stellen den nachhaltigen Schutz im alpinen Raum sicher. Es ist eine gemeinsame Errungenschaft des BMLUK/der WLV und des GBH, dass die Arbeiten trotz der hohen Risiken im extremen alpinen Gelände heute mit hoher Sicherheit und Qualität durchgeführt werden können.“
Initiative „Rot-Weiß-Rot Bauen“ wirkt regional
Im Zusammenhang mit dem Jubiläum verwies Muchitsch auch auf die Initiative „Rot-Weiß-Rot Bauen“. Sie verfolgt das Ziel, öffentliche Investitionen verstärkt nach Qualitäts-, Nachhaltigkeits- und Wertschöpfungskriterien zu vergeben und dadurch Arbeitsplätze und Know-how in Österreich zu sichern. Die Wildbach- und Lawinenverbauung setzt diese Grundsätze mit ihrem eigenen Maßnahmenbetrieb bereits seit vielen Jahren um.
Abschließend betonte Bundesminister Mag. Norbert Totschnig: „Die Erhaltung der Wertschöpfung und Arbeitsplätze in ländlichen Gebieten ist ein zentrales Ziel meines Ressorts. In der WLV vereinen sich daher in idealer Weise die Herstellung von nachhaltigen Schutzleistungen für die Sicherheit des Lebensraums und die regionale Wertschöpfung und nachhaltige Beschäftigung für die Menschen.“