Tirol: HTL-Schüler erhielten Einblick in den Schutz vor Naturgefahren

Baustelle der Rückhaltesperre am Lehnbach aus Vogelperspektive während den Arbeiten und mit den Schüler und Schülerinnen
Foto: Franz Oss Photography

Wie Naturgefahrenmanagement in der Praxis funktioniert, konnten Schülerinnen und Schüler der HTL Bau und Design Innsbruck kürzlich am Lehnbach in Inzing erleben. Fachleute der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) gaben ihnen einen Einblick in ein umfangreiches Schutzprojekt, das Bevölkerung, Infrastruktur und Wirtschaft langfristig vor Naturgefahren schützen soll.

Inzing, 22.06.2026 – Das Hochwasserereignis im Jahr 2015 machte das erhebliche Gefahrenpotenzial des Lehnbachs deutlich. Um die Risiken für das östliche Siedlungsgebiet von Inzing und die angrenzende Gewerbezone zu reduzieren, setzt die Wildbach- und Lawinenverbauung gemeinsam mit ihren Projektpartnern umfassende Schutzmaßnahmen um

Wesentliche Schutzbauwerke wurden bereits errichtet. Darunter die Rückhaltesperre, die rund 20.000 Kubikmeter Geschiebefracht zurückhalten kann. Derzeit laufen die Arbeiten am Retentionsbecken mit einem Hochwasser-Rückhaltevolumen von rund 76.000 Kubikmetern. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für 2029/30 vorgesehen, die Investitionen sind mit insgesamt 8,25 Millionen Euro budgetiert.

Besichtigung eines Retentionsbeckens mit den Schüler und Schülerinnen der Höheren technischen Lehranstalt Bau und Design Innsbruck.

Nach Abschluss der Maßnahmen profitieren rund 160 Wohngebäude im Osten von Inzing sowie das Gewerbegebiet Inzing-Zirl von einem verbesserten Schutz vor Hochwasser- und Geschiebeereignissen. Inzings Bürgermeister Sepp Walch, der die Schulklasse begrüßte, unterstrich die Bedeutung des Projekts für die Gemeinde: „Neben dem Schutz von Menschen, Wohnraum und Infrastruktur ist auch die Absicherung des Wirtschaftsstandorts von großer Bedeutung. Das Projekt schafft wichtige Voraussetzungen für die weitere Entwicklung unserer Gemeinde.“

Vor Ort informierten die Experten der WLV über die Herausforderungen bei Planung und Umsetzung eines Projekts dieser Größenordnung. Gebhard Walter, Leiter der Sektion Tirol, betonte: „Wenn man direkt auf der Baustelle steht, bekommt man ein ganz anderes Verständnis für solche Projekte. Mit Exkursionen wie dieser möchten wir den Schülerinnen und Schülern zeigen, wie vielfältig unsere Arbeit ist, und sie vielleicht auch für ein Berufsfeld begeistern, das einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Menschen und Infrastruktur leistet.“

Über die Wildbach- und Lawinenverbauung, Sektion Tirol

Die Wildbach- und Lawinenverbauung ist eine nachgeordnete Dienststelle des Bundesministeriums und leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung und Infrastruktur vor Naturgefahren. Die Sektion Tirol mit ihrem Hauptsitz in Innsbruck umfasst fünf Gebietsbauleitungen in Lechaschau, Imst, Innsbruck, Wörgl und Lienz. Im Bereich der Sektion Tirol sind insgesamt 65 TechnikerInnen und Verwaltungsbedienstete und 190 Mitarbeiter auf den Baufeldern tätig. Die Sektion Tirol betreut 2.320 Wildbach- und 2.694 Lawineneinzugsgebiete mit einer Gesamtfläche von zirka 11.510 Quadratkilometer, das entspricht zirka 91 Prozent der Gesamtfläche von Tirol.