Tirol: Baustart am Höttingerbach
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Am Donnerstag, 27. August 2026 fand der Spatenstich für das außergewöhnliche Schutzprojekt am Höttinger Bach in Tirol gemeinsam mit Bundesminister Norbert Totschnig, Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler und Bürgermeister Johannes Anzengruber statt. Damit soll die Stadt Innsbruck langfristig vor Hochwasser und Vermurungen geschützt werden.
„Der Höttinger Bach ist seit Jahrhunderten als gefährlicher Wildbach bekannt. Durch die Folgen des Klimawandels und den hohen Siedlungsdruck ist das Risiko durch Hochwasser und Muren weiter gestiegen. 111 Häuser liegen derzeit in der roten, 326 in der gelben Gefahrenzone. Mit diesem außergewöhnlichen Schutzprojekt mitten in Innsbruck investieren wir deshalb ganz konkret in die Sicherheit der Menschen und den Schutz ihres Lebensraums. Die Wildbach- und Lawinenverbauung leistet dabei einmal mehr unverzichtbare Arbeit“, so Bundesminister Norbert Totschnig bei der Spatenstichfeier.
Mit dem Spatenstich am Höttinger Bach startet die Umsetzung eines prioritären Schutzprojekts für Innsbruck. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK), das Land Tirol und die Stadt Innsbruck investieren insgesamt gemeinsam 21,2 Millionen Euro in den Schutz des Siedlungsraums Hötting. Planung und Umsetzung übernimmt die Wildbach- und Lawinenverbauung, Gebietsbauleitung Mittleres Inntal.
In einem ersten Schritt wird oberhalb des Siedlungsraums von Hötting ein neuer Geschiebeablagerungsplatz mit Sperre errichtet. „Der Bach hat das Potenzial, viel Geschiebe und Holz zu erodieren und mitzuführen“, erklärt Gebhard Walter, Leiter der Wildbach- und Lawinenverbauung Tirol. Die rund 2,8 Millionen Euro teure Anlage soll bei starken Unwettern mitgeführtes Material zurückhalten, bevor es weiter talabwärts gelangt, und damit die Gefahr von Überflutungen und Vermurungen im dicht besiedelten Stadtteil verringern. Je nachdem, wie sich das Material im Becken ablagert, stehen dafür rund 8.500 bis 12.000 Kubikmeter Rückhalteraum zur Verfügung.
Der für die Sicherheitsagenden der Stadt Innsbruck zuständige Bürgermeister Johannes Anzengruber betont: „Beim Hochwasserschutz zählt, dass das gesamte System funktioniert. Mit dem Geschiebeablagerungsplatz schaffen wir jetzt die notwendige Grundlage für die nächsten Schritte. Geröll, Kies, Holz und anderes mitgeführtes Material werden oberhalb des Siedlungsraums zurückgehalten, damit Hötting im Ernstfall besser geschützt ist. Nach jahrelanger Vorbereitung wird aus Planung nun sichtbare Vorsorge.“