Vorarlberg: Mit Experimenten den Naturgefahren auf der Spur
Die dritten Klassen der Volksschule Vandans lernten bei einem Projekttag der Wildbach- und Lawinenverbauung, wie Hochwasser entsteht, was Gefahrenzonen bedeuten und welche wichtige Rolle der Wald beim Wasserrückhalt spielt. Durch ein 3D-Modell und praktische Experimente erfuhren die Kinder anschaulich, wie Naturgefahren entstehen und wie Schutzmaßnahmen Gemeinden vor Hochwasser schützen können.
Wie ist das mit dem Hochwasser, den Gefahrenzonen und warum ist der Wald dabei so wichtig? Wie schützt sich eine Gemeinde vor Hochwasser? Welche Rolle spielt der Wald für den Wasserhaushalt? Und was bedeuten die Gefahrenzonen entlang eines Baches? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Kinder der zwei dritten Klasse der Volksschule Vandans bei einem Projekttag mit der Wildbach- und Lawinenverbauung in der letzten Schulwoche.
„Vandans hat vier große und zwei kleine Wildbäche“, wusste Laura. Adrian ergänzte: „Manchmal kommt so viel Wasser, dass eine Mure abgeht.“ Beim Zusammentreffen am Morgen im Naturgefahrenhaus Vandans erfuhren die Kinder was Gefahrenzonen sind und was die WLV damit zu tun hat, wie sie festgelegt werden und was passiert, wenn dann doch einmal der Bach übergeht", so Förster Stoiser von der Bauleitung Bludenz. Dabei wurden auch die historischen Naturereignissen von 1910 und 1933 in Vandans beleuchtet, sowie Filme aktueller Murenabgänge und was danach passiert, vorgeführt. "Am beeindruckendsten ist sicher unser 3-D Modell von Vandans, wo mit Hilfe eines Deckenbeamers Gefahrenzonen, ein Lawinenabgang und die Überflutung 1933 eingespielt werden können", so Stoiser. "Die Kinder waren sehr begeistert und extrem aufmerksam, konnten sie doch am Model teilweise "ihre" Häuser wiederfinden", so die begleitenden Lehrerinnen.
Von der Theorie in die Praxis
Nach einer Stunde Theorie ging es dann direkt in den Bach. Dort stellten die Kinder ihre selbst gebastelten Häuser auf. Sie konnten selbst entscheiden, ob sie in der roten, gelben oder weißen Gefahrenzone bauen wollten. "Ich habe mein Haus mit einem Schutzdamm versehen", erzählt ein Kind. "Da passiert sicher nichts". Und trotz der spannenden Erfahrungen der letzten Jahre passiert wirklich erstaunlich wenig. Auf Grund der Trockenheit konnten trotz Spülen der Bachfassung durch die Vorarlberger Illwerke alle Häuser gerettet werden. "Es kam einfach zu wenig Wasser", zeigten sich einige enttäuscht. "Hoffentlich dürfen wir in der vierten Klasse noch einmal dabei sein und ein richtiges Hochwasser erleben", gab sich ein Kind hoffnungsvoll.
Experimente und was der Wald kann
Ein weiteres Experiment mit einer Gießkanne, einem Sieb und ein paar Schwammtüchern machte deutlich, wie viel Wasser Vegetation und Boden speichern können. Auch über den Wald, den Klimaschutz und den sorgsamen Umgang mit der Natur diskutierten die Kinder unter Anleitung intensiv. Natürlich wurde auch auf die durch den Kraftwerksbetrieb mögliche Schwallgefahr hingewiesen und die dazugehörenden Warnschilder eingehend erklärt. Zum Abschluss wurden noch die Dammbalkenverschlüsse besichtigt, die bei Hochwasser von der Feuerwehr eingehängt werden. "Ein lehrreicher Vormittag - nicht nur für die Kinder", fanden jedenfalls die beiden Klassenlehrerinnen.
Ein großes Danke geht auch an die illwerke vkw, ohne die das künstliche Hochwasser nicht möglich wäre. Das Bewusstmachen von Naturgefahren bekam für die Kinder dadurch eine ganz andere Dimension.