Klimasicherheit in den Alpen – Expertenreise auf Einladung der Schweizer Botschaft
Die Alpenländer Schweiz und Österreich sind von den Folgen der Erderwärmung im Bereich der Naturkatastrophen besonders betroffen. Die Schweizer Botschaft in Wien lud zu diesem Thema eine Gruppe ausgewählter österreichischer Expertinnen und Experten zum Austausch und zur Vernetzung mit den Schweizer Institutionen ein.
In kaum einer Gebirgsregion der Welt treffen extreme Naturgefahren mit dichter Besiedelung und intensiverer Wirtschaftsleistung so intensiv aufeinander und generieren große Risiken wie im Alpenraum. Schweiz und Österreich verfügen über eine weltweit einzigartige Expertise im Umgang mit alpinen Naturkatastrophen und blicken auf eine lange Tradition des fachlichen Austausches zurück, beispielsweise im Rahmen der Arbeitsgruppe PLANALP (Alpenkonvention), der Aktionsgruppe 8 der EUSALP (Makroregionale Alpenstrategie der EU) oder der internationale Forschungsgesellschaft INTEPRAEVENT.
Zusammenarbeit stärken
Die gewaltigen Herausforderungen der Erderwärmung im Alpinen Raum können von den betroffenen Ländern nur gemeinsam bewältig werden. Die Schweizer Botschaft in Wien hat die extremen Naturkatastrophen in der Schweiz zum Anlass genommen, eine ausgewählte Gruppe österreichischer Expertinnen und Experten aus dem Sektor des Naturkatastrophenmanagements zu einer Fachreise (5. – 7. Mai 2026) zu den führenden Schweizer Institutionen einzuladen, um den Wissenstransfer und die persönlichen Kontakte zu fördern und bestehende Kooperationen zu vertiefen.
Die Themenstellung der Reise war genauso vielfältig wie die Auswahl der besuchten Institutionen. Die 3-tägige Exkursion führte unter anderem zur Schweizer Bundesversammlung in Bern, zur Hochalpinen Forschungsstation auf dem Jungfraujoch, in die von Hochwasser und Muren stark betroffene Gemeinde Brienz (Kanton Bern) sowie zur Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Naturgefahren und Landschaft in Birmensdorf. An allen Standorten wurde Einblick in die Schweizer Strategien und Maßnahmen der Katastrophenvorsorge sowie in die fachbezogene Spitzenforschung gewährt. Zahlreiche Kooperationsgebiete – zum Beispiel Permafrost- und Gletscherforschung, Sedimentmanagement oder Umbau klimafitter Schutzwälder – konnten identifiziert und vertieft werden.
Der österreichischen Delegation gehörten Expertinnen und Experten aus allen relevanten Fachbereich an:
- Dr. Valentina Ausserladscheider (Universität Wien)
- Dr. Valerie Braun (Akademie der Wissenschaften, Gebirgsforschung und Österreichischer Alpenverein)
- Mag. Josef Farda (Österreichischer Zivilschutzverband)
- Ing. Martin Gurdet (Bergrettungsdienst Österreich)
- Dr. Markus Leitner (Umweltbundesamt)
- Dr. Marc Olefs (Geosphere Austria)
- Dominik Starl (Österreichisches Parlament, FPÖ-Club)
- Dr. Florian Rudolf-Miklau (Bundesministerium, Wildbach- und Lawinenverbauung)
Für die Wildbach- und Lawinenverbauung war die Vertiefung der bestehenden Kooperationen von besonderem Wert, weil neue Kooperationsfelder mit dem Bundesamt für Umwelt der Schweiz und der WSL im Bereich Monitoring von Massenbewegungen (GeoMonitorAT), Waldbrandprävention und Schutzwaldmanagement vereinbart und auf den Weg gebracht werden konnten. Der Wissens- und Technologietransfer zwischen den beiden Ländern hat nicht nur einen hohen Impact für die Sicherheit der Menschen und ihres Lebensraums, sondern kann auch wirtschaftlich und politisch nicht hoch genug eingestuft werden.
Herzlichen Dank an das großartige Team der Schweizer Botschaft in Wien, die diese außergewöhnliche Fachreise organisiert und ermöglicht haben. Den Schweizer Gastgebern wurde ein Gegeneinladung für einen Besuch in Österreich ausgesprochen, um die Zusammenarbeit in der Naturkatastrophenvorsorge weiter zu vertiefen.