Klimawandelresiliente Wasserwirtschaft sichert Wasser für die Zukunft
Der Klimawandel verändert den Wasserhaushalt Österreichs. Trockenperioden, steigende Temperaturen und Starkregen stellen die Wasserwirtschaft vor neue Herausforderungen. Um unsere Wasserressourcen langfristig zu sichern, setzt das BMLUK auf Wasserrückhalt, effiziente Wassernutzung und eine vorausschauende Planung.
Vorausschauende Wasserwirtschaft
Der Klimawandel verändert, wann und wo Wasser verfügbar ist. Eine klimawandelresiliente Wasserwirtschaft muss deshalb Trockenheit und Hochwasser zusammendenken: In niederschlagsreichen Zeiten soll Wasser möglichst lange in Boden und Landschaft gehalten werden, damit es nicht zu schnell abfließt und auch in trockenen Phasen zur Verfügung steht. Gesunde Böden, Retentionsräume, Auen, Moore und andere Landschaftselemente leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Gleichzeitig gilt es, vorhandenes Wasser effizient einzusetzen, etwa durch moderne Bewässerung, Speicher und eine bedarfsgerechte Steuerung.
Entscheidend ist außerdem, den Wasserbedarf von morgen bereits heute in die Planung einzubeziehen. Regionale Wasserbilanzen, Klimaszenarien sowie Daten und Prognosen zeigen, wie sich Wasserangebot und -bedarf entwickeln könnten. Auf dieser Grundlage können Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft, Industrie und Ökologie vorausschauend abgestimmt und notwendige Infrastruktur rechtzeitig geplant werden. Von Speichern und Verbundleitungen bis zu regionalen und überregionalen Versorgungslösungen. Eine wichtige wissenschaftliche Grundlage dafür schafft die aktuelle Studie „Wasser im Klimawandel“. Sie untersucht umfassend, wie sich der Klimawandel auf den österreichischen Wasserhaushalt auswirkt, und entwickelt Szenarien bis 2100 – von Niederschlag, Verdunstung und Grundwasser bis hin zu Schnee, Gletschern, Starkregen und Hochwasser.
Wie diese Ansätze bereits heute in der Praxis umgesetzt werden, zeigen zahlreiche Projekte in ganz Österreich.
Flussrevitalisierung an der Melk
Wie unterschiedliche Ziele einer klimawandelresilienten Wasserwirtschaft zusammenspielen können, zeigt die Revitalisierung der Melk bei Ruprechtshofen und St. Leonhard am Forst in Niederösterreich. Der über weite Strecken stark regulierte Fluss erhält durch den Rückbau von Ufer- und Sohlsicherungen und eine vielfältigere Gestaltung des Gewässerbetts wieder mehr Struktur und Raum. Buhnen sowie eine naturnahe Abfolge von flachen Furten und tieferen Kolken schaffen unterschiedliche Lebensräume für Fische und andere Wasserlebewesen; zugleich kann sich wieder mehr Ufervegetation entwickeln. Die Profilerweiterung schafft außerdem zusätzlichen Abflussraum und verbindet damit die ökologische Verbesserung des Gewässers mit dem Hochwasserschutz. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie Flussrevitalisierung dazu beitragen kann, Gewässer widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen und gleichzeitig den Schutz vor Hochwasser zu unterstützen.
Klima-Monitoring für Fischbestände an der Pielach
Wie ein Monitoring aussehen sollte um die Folgen des Klimawandels auf unsere Gewässer und ihre Fischpopulationen abzubilden, untersucht das Projekt KliMoFisch an der Pielach in Niederösterreich. Steigende Wassertemperaturen und veränderte Abflussverhältnisse können Fischbestände und ihre Lebensräume zunehmend unter Druck setzen – insbesondere kälteliebende Arten und Flüsse, die vom Menschen stark verändert wurden. Deshalb werden Temperatur, Hydrologie und Wasserchemie mit Daten zu Fischbeständen und Parasitenbefall verknüpft. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem Elektrobefischung, eDNA-Analysen, kontinuierliches Umweltmonitoring und Drohnenaufnahmen mit Wärmebildkameras, mit denen beispielsweise kühlere Rückzugsräume im Gewässer identifiziert werden können. Die Ergebnisse sollen ein klimafokussiertes Fließgewässermonitoring ermöglichen und eine bessere Grundlage für Schutz- und Anpassungsmaßnahmen sowie den Erhalt der Fischbiodiversität schaffen.
Projektlink:www.baw.at/klimofisch
Weitere Informationen
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Wasser im Klimawandel
Die österreichweite Studie „Wasser im Klimawandel – eine Studie über die Auswirkungen“ liefert erstmals detaillierte Prognosen bis 2100. -
Bundesamt für Wasserwirtschaft
Das Bundesamt für Wasserwirtschaft (BAW) erforscht, überwacht und schützt die Qualität sowie die nachhaltige Nutzung von Gewässern und Fischbeständen in Österreich.