Klima und Umwelt OECD lobt Österreichs Erfolge bei Kreislaufwirtschaft und erneuerbarer Energie; Emissionen müssen noch stärker sinken

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat am 22. Mai 2026 ihre aktuelle Umweltländerprüfung für Österreich veröffentlicht.

Der Bericht bewertet die österreichische Umweltpolitik der vergangenen Jahre und widmet sich mit einem eigenen Schwerpunkt der Kreislaufwirtschaft. Die OECD bestätigt dabei deutliche Fortschritte und äußert sich auch über den hohen Anteil erneuerbarer Energie in Österreich positiv. Weiterer Handlungsbedarf wird bei der Reduktion der Treibhausgasemissionen gesehen.

Fortschritte bei Klimaschutz und erneuerbarer Energie

Laut Bericht konnten Treibhausgasemissionen und wichtige Luftschadstoffe reduziert werden. Strom aus erneuerbaren Energien macht mit mehr als 80 % mittlerweile den Großteil der heimischen Stromerzeugung aus. Aktuell werden 43 Prozent des heimischen Bruttoenergieendverbrauchs durch erneuerbare Energieträger gedeckt. Österreich liegt damit deutlich über dem EU-Schnitt von 25,2 Prozent. Trotz budgetärer Herausforderungen konnten in den vergangenen Jahren zudem zentrale Umweltmaßnahmen abgesichert werden – darunter die thermische Sanierung und der Austausch fossiler Heizsysteme. Gleichzeitig hält die OECD fest, dass die seit 2010 sinkenden Emissionen noch stärker zurückgehen müssen, um die EU-Klimaziele zu erreichen.

Umweltminister Norbert Totschnig: „Der OECD-Bericht zeigt, dass Österreich beim Umwelt- und Klimaschutz wichtige Fortschritte erzielt hat. Gleichzeitig macht er deutlich, dass wir den eingeschlagenen Weg bei der erneuerbaren Energie und der Emissionsreduktion konsequent weitergehen müssen. Die Empfehlungen der OECD sind für uns wertvolle Beiträge, um die Umsetzung der Umwelt- und Klimaziele weiter zu verbessern und zu beschleunigen.“

Kreislaufwirtschaft als Wettbewerbsfaktor

Besonders hervorgehoben wird im Bericht die österreichische Kreislaufwirtschaftsstrategie. „Kreislaufwirtschaft bedeutet nicht nur mehr Umwelt- und Ressourcenschutz, sondern stärkt auch Versorgungssicherheit, Innovation und den Wirtschaftsstandort Österreich. Gerade in Zeiten globaler Unsicherheiten ist das ein entscheidender Wettbewerbsfaktor“, so Totschnig. Die Kreislaufwirtschaft entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Fundament moderner Industrie- und Standortpolitik. Sie stärkt regionale Wertschöpfung, hält wertvolle Rohstoffe länger im Wirtschaftskreislauf und reduziert Abhängigkeiten von Importen. Bereits heute erwirtschaften Unternehmen der Kreislaufwirtschaft in Österreich rund 16,6 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigen rund 51.000 Menschen.

Breiter Beteiligungsprozess

Die OECD verweist zudem auf Österreichs hohe Innovationskraft und international erfolgreiche Unternehmen im Bereich Umwelt- und Klimatechnologien. Gleichzeitig macht der Bericht klar, dass weitere Maßnahmen notwendig sind, um die Klima-, Biodiversitäts- und Umweltziele langfristig und nachhaltig zu erreichen.

Die OECD-Umweltländerprüfung erfolgt im Abstand von rund zehn Jahren und wird in einem umfassenden Peer-Review-Prozess erstellt. Daran beteiligt sind Ministerien, Sozialpartner, Wissenschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft. Der offizielle Startschuss für die aktuelle Prüfung fiel im Mai 2025, die Veröffentlichung des Berichts erfolgte nun gemeinsam mit OECD-Umweltdirektor Jaime de Bourbon de Parme in Wien.

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