Wasser Totschnig zu Wasserhaushalt im Juli 2026: Anhaltende Hitze und geringe Niederschläge verschärfen Trockenheit und Niederwasser

Juli um 2,0 °C zu warm – 53 % weniger Niederschlag – Grundwasserstände österreichweit weiter gesunken

Der Juli 2026 war in Österreich erneut zu warm und außergewöhnlich trocken. Mit einer Temperaturabweichung von +2,0 °C gegenüber der Klimanormalperiode 1991–2020 sowie einem österreichweiten Niederschlagsdefizit von 53 % setzte sich die anhaltende Trockenheit fort. Die hohen Temperaturen und die geringe Niederschlagsmenge führten zu einer weiteren Verschärfung der hydrologischen Situation. Details dazu finden sich im aktuellen Monatsbericht „Wasserhaushalt Österreich“ der Hydrographie.

Bundesminister Norbert Totschnig betont: „Der aktuelle Wasserhaushaltsbericht bestätigt, wie der Klimawandel zunehmend den Wasserhaushalt unter Druck setzt. Die Situation ist ernst, aber sie ist beherrschbar. Genau deshalb haben wir beim Trinkwasser-Gipfel gemeinsam mit den Bundesländern und den Wasserversorgern die aktuelle Lage bewertet und unsere Maßnahmen wie den Trinkwassersicherungsplan weiterentwickelt. Österreich verfügt weiterhin über eine flächendeckende Trinkwasserversorgung auf höchstem Qualitätsniveau. Damit das auch in Zukunft so bleibt, investieren wir konsequent in unsere Wasserinfrastruktur. Seit 2023 haben wir bereits mehr als 3.000 Projekte zur Sicherung der Trinkwasserversorgung unterstützt. Da in den kommenden Wochen noch keine grundlegende Entspannung der Trockenheit zu erwarten ist, braucht es jetzt einen vorausschauenden und sparsamen Umgang mit Trinkwasser. Wer auf nicht notwendige Wasserverbräuche verzichtet, leistet einen wichtigen Beitrag, damit unsere Versorgung auch in angespannten Zeiten gesichert bleibt.“

Temperatur und Niederschlag

Die Lufttemperatur lag im Juli österreichweit um 2,0 °C über dem langjährigen Mittel. Wiederholt wurden Höchsttemperaturen von über 30 °C, regional auch über 35 °C gemessen. Gleichzeitig fiel österreichweit nur rund die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge. Besonders trocken verlief der Monat nördlich des Alpenhauptkamms. Auch die Schneebedeckung in den Hochlagen blieb für die Jahreszeit deutlich unterdurchschnittlich.

Oberflächengewässer

Die Abflüsse lagen an rund 95 % der Pegelmessstellen unter den langjährigen Monatsmitteln. Rund 90 % der Messstellen verzeichneten dabei sehr niedrige Abflüsse. Damit prägte Niederwasser die Situation an den Fließgewässern in weiten Teilen Österreichs. Lokale Gewitter führten trotz der insgesamt trockenen Witterung vereinzelt zu erhöhten Abflussspitzen.

Grundwasser

Österreichweit wiesen Ende Juli knapp 90 % der Messstellen niedrige oder sehr niedrige Grundwasserstände auf – gegenüber rund 80 % im Juni. Besonders ausgeprägt war diese Entwicklung in Tirol, wo die Zahl der Messstellen mit sehr niedrigen Grundwasserniveaus merklich anstieg.

Ausblick

Nach den aktuellen Prognosen der GeoSphere Austria ist zunächst weiterhin mit überdurchschnittlich warmem und eher trockenem Wetter zu rechnen. In der zweiten Augusthälfte könnte der Hochdruckeinfluss nachlassen und die Niederschlagswahrscheinlichkeit zunehmen. Die europäischen Wettermodelle deuten derzeit mit vergleichsweise hohem Modellkonsens auch über den August hinaus bis in den Herbst auf überwiegend warme und tendenziell trockene Witterungsbedingungen hin. Aussagen zum Niederschlag bleiben jedoch mit größeren Unsicherheiten behaftet. Eine grundlegende Entspannung der Trockenheit ist nach derzeitigem Stand kurzfristig nicht zu erwarten.

Weiterführende Links:
https://www.bmluk.gv.at/themen/wasser/wasser-oeffentlich/trinkwasser-gipfel-2026.html
https://www.ehyd.gv.at/
https://www.bmluk.gv.at/themen/wasser/wasser-oesterreich/hydrographie/wasserbilanz/charakteristik0726.html