Umweltsituation der EU

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Überprüfung der Umsetzung der EU-Umweltpolitik - Environmental Implementation Review (EIR) 2025.
Die Umwelt Generaldirektion der Europäischen Kommission hat am 7. Juli 2025 ihre 4. Bestandsaufnahme zur Umsetzung der EU-Umweltpolitik in den 27 EU-Mitgliedstaaten veröffentlicht.
 

Environmental Implementation Review 2025

Am 7.Juli 2025 hat die Europäische Kommission (EK) die 4. Ausgabe des Environmental Implementation Review (EIR) veröffentlicht.

 

Allgemeiner Stand der Umsetzung in den EU-Mitgliedstaaten

Der Bericht zeigt, dass es notwendig ist, die Umsetzung des EU-Umweltrechts in den EU-Mitgliedstaaten weiter zu verbessern. Die Kosten für die Nichtumsetzung der EU-Umweltvorschriften durch Luft- und Wasserverschmutzung, Naturzerstörung und Abfall werden für die EU auf 180 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Das entspricht etwa 1 % des Bruttoinlandsprodukts der EU. Die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben im Umweltbereich kann diese Kosten senken und zusätzlich gleiche Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen im gesamten EU Binnenmarkt fördern.

  • Kreislaufwirtschaft: Während einige Mitgliedstaaten gute Fortschritte bei der möglichst effizienten Nutzung von Ressourcen bei der Herstellung von Waren und Dienstleistungen machen, laufen viele noch immer Gefahr, die Recyclingziele für 2025 zu verfehlen. So stellt der Bericht beispielsweise fest, dass mehrere Mitgliedstaaten die Anstrengung hinsichtlich Abfallvermeidung verbessern und die Sanierung von qualitativ unzureichenden Deponien verbessern müssen.
  • Wasser: Es besteht dringender Handlungsbedarf, um die EU-Ziele für Qualität und Quantität von Süßwasser zu erreichen und das wachsende Risiko von Wasserknappheit sowie Dürren zu mindern. Die Mitgliedstaaten müssen die verfügbaren EU-Mittel besser einsetzen, um die kommunale Abwasserbehandlung zu verbessern.
  • Biologische Vielfalt: Der Verlust der biologischen Vielfalt überwiegt weiterhin die Erholung. Dies ist vor allem auf die Landnutzung- und Landnutzungsänderung für landwirtschaftliche Zwecke und die Intensivierung der Landwirtschaft zurückzuführen. Die Mitgliedstaaten müssen das Mainstreaming des Naturschutzes in andere Politikbereiche vorantreiben und die Umsetzung der Naturschutzvorschriften beschleunigen.
  • Luftverschmutzung: Trotz erheblicher Fortschritte ist die Luftverschmutzung in vielen Mitgliedstaaten immer noch zu hoch. Dies stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit der Bürger dar. Die Luftqualität kann verbessert werden durch die Umstellung auf eine nachhaltige, mit erneuerbaren Energien betriebene Mobilität, die Verbesserung der Energieeffizienz und die Einführung emissionsarmer landwirtschaftlicher Techniken in der Viehhaltung, aber auch in der Dung- und Düngemittelwirtschaft.
  • Klima: Die Anpassungsbemühungen müssen verstärkt werden, um die zunehmenden negativen Auswirkungen des Klimawandels zu bewältigen. Während es der EU gelungen ist, Treibhausgasemissionen vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln, stellt die Einführung des neuen Emissionshandelssystems für Gebäude und Straßenverkehr in einigen Mitgliedstaaten eine große Herausforderung dar.
  • Investitionen, Humankapital und gute Regierungsführung: Neben Umsetzungslücken besteht auch eine Investitionslücke zwischen den laufenden Umweltausgaben der Mitgliedstaaten und der Höhe der Ausgaben, die erforderlich sind, um diese Lücken zu schließen. Die Investitionslücke beläuft sich auf 122 Milliarden Euro pro Jahr, was 0,8 % des Bruttoinlandsprodukts der EU entspricht. Die Europäischen Kommission hat den Mitgliedstaaten mehrere EU-Fonds zur Deckung ihres Investitionsbedarfs im Umweltbereich zur Verfügung gestellt. Das Schließen der Lücke würde erheblich weniger Geld kosten, als die prognostizierten 180 Milliarden Euro pro Jahr der Kosten bei Nichtumsetzung des EU-Umweltrechts.

 

Schlüsselelemente aus dem AT Länderbericht

Highlights

  • Bei der Abfallbewirtschaftung schneidet Österreich überdurchschnittlich ab. Die Recyclingquote von Verpackungsabfällen lag 2022 bei 63%. Österreich hat seine Strategie für eine Kreislaufwirtschaft verabschiedet und mehrere Initiativen zur Verringerung von Abfall gestartet.
  • Österreich hat den höchsten Anteil an biologischer Landwirtschaft in der EU und bewirtschaftet fast 27% der landwirtschaftlichen Fläche auf biologische Art und Weise.

Herausforderungen

  • Natur und Biodiversität
    Trotz der Fortschritte, die Österreich beim Schutz und bei der Wiederherstellung seiner Natura-2000-Gebiete gemacht hat, sind weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Zustandes vieler Lebensräume notwendig.
  • Umweltverschmutzung
    Der Flächenverbrauch und die Bodenversiegelung sind in Österreich nach wie vor sehr hoch, können aber bis 2030 deutlich reduziert werden, wenn die kürzlich verabschiedete Bodenstrategie für Österreich wirksam umgesetzt wird.
  • Governance und Investitionen
    Der Bedarf an Umweltinvestitionen, die Österreich in die Lage versetzen sollen, seine Umwelt- und Klimaziele zu verwirklichen, beläuft sich auf 11,3 Milliarden EUR pro Jahr. Die Investitionslücke Österreichs, um diese Ziele zu erreichen, wird auf 2,9 Milliarden EUR pro Jahr geschätzt, was etwa 0,65 % des nationalen Bruttoinlandsprodukts entspricht und damit unter dem EU-Durchschnitt von 0,77 % liegt. Es läuft außerdem ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich wegen einer noch lückenhaften Umsetzung der Aarhus-Konvention, das noch nicht vollständig abgeschlossen ist.

Hintergrund

Der Environmental Implementation Review ist ein Bericht, der alle 2-3 Jahre von der Europäischen Kommission veröffentlicht wird und die Umsetzung des EU Umweltrechts in den EU Mitgliedstaaten überprüft. Ziel ist es, die Einhaltung und Wirksamkeit der Umweltvorschriften zu verbessern, bestehende Herausforderungen zu identifizieren und den Austausch bewährter Verfahren und Praktiken zwischen den EU Mitgliedsstaaten zu fördern.

 

Alle Länderberichte, darunter auch der Österreichs, sind auf der Website der Europäischen Kommission zu finden.