Shamonda-like-Virus (SHAV) Neuartiges Orthobunyavirus bei Rindern nachgewiesen

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Das neuartige Shamonda-like-Virus (SHAV) wurde im Sommer 2026 erstmals in österreichischen Rinderhaltungen in Westösterreich nachgewiesen. Seither breitet sich das Virus bundesweit aus. Nachweise liegen derzeit aus Vorarlberg, Oberösterreich, Tirol, Salzburg, der Steiermark, Kärnten und Niederösterreich vor.

Nachweise beschränken sich in Österreich bisher ausschließlich auf Rinder.

Das Virus wird nach heutigem Wissensstand hauptsächlich durch blutsaugende Gnitzen übertragen, beziehungsweise auch von infizierten Muttertieren auf die Feten. Mit einer weiteren Ausbreitung während der saisonalen Gnitzenaktivität muss gerechnet werden.

Symptome

Eine Infektion kann zu unterschiedlichen, teilweise unspezifischen Krankheitsbildern führen. Beobachtet werden insbesondere:

  • wässriger Durchfall
  • Fieber
  • Rückgang der Milchleistung
  • Atemwegsprobleme

Ob es zu Aborten und Missbildungen bei Jungtieren kommen kann, ist noch nicht geklärt. Da diese Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, darunter meldepflichtige Tierseuchen, ist eine tierärztliche Abklärung besonders wichtig.

Mögliche Auswirkungen auf ungeborene Tiere

Das Shamonda-like-Virus ist eng mit dem Schmallenbergvirus verwandt. Nach derzeitiger Einschätzung ist daher davon auszugehen, dass eine Übertragung vom Muttertier auf den Fetus möglich ist und das Virus den Fetus schädigen kann. Als mögliche Folgen kommen Aborte, Totgeburten und Fehlbildungen bei neugeborenen Tieren infrage.

Auffällige Geburtsverläufe sollten daher tierärztlich untersucht werden, um mögliche Auswirkungen des Virus frühzeitig zu erkennen.

Keine Meldepflicht und keine amtlichen Bekämpfungsmaßnahmen

Das Shamonda-like-Virus ist in Österreich derzeit nicht meldepflichtig. Ein positiver Nachweis löst daher aktuell keine amtlichen Bekämpfungsmaßnahmen aus. Eine Impfung steht derzeit nicht zur Verfügung.

Unabhängig davon sollen auffällige Krankheitsgeschehen unverzüglich tierärztlich abgeklärt werden. Dabei ist insbesondere auszuschließen, dass eine meldepflichtige Tierseuche vorliegt.

Empfehlungen für Tierhalterinnen und Tierhalter

Zum Schutz der Tiere werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  • möglichst wirksamer Schutz vor Gnitzen
  • Verringerung möglicher Brutstätten der Gnitzen im Umfeld der Tierhaltung
  • tierärztliche Abklärung auffälliger Krankheitsverläufe
  • Untersuchung von Aborten, Totgeburten und Fehlbildungen

Zur Vorbeugung wird der Schutz vor Gnitzen und die Reduktion möglicher Brutstätten empfohlen, da erkrankte Tiere nur symptomatisch behandelt werden können. Beispielsweise durch insektenabwehrende Mittel (Repellentien) und eine Aufstallung zwischen Abend- und Morgendämmerung, also zur Zeit der höchsten Gnitzenaktivität.

Keine Hinweise auf eine Gefahr für Menschen

Nach heutigem Wissensstand stellt das Shamonda-like-Virus keine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar. Bislang gibt es keine Hinweise auf Infektionen oder Erkrankungen beim Menschen.

Nachweise bei Pferden in Europa

Das Virus wurde inzwischen auch bei Pferden in der Schweiz und in Deutschland nachgewiesen. Die wissenschaftliche Bewertung des neuartigen Virus wird laufend weiterentwickelt. Die zuständigen Behörden beobachten die Situation und passen die Empfehlungen bei neuen Erkenntnissen erforderlichenfalls an.

Nach dem derzeitigen Wissensstand und in Analogie zu SBV sind neben Pferden ebenso Haus- und Wildwiederkäuer und Alpakas empfänglich.