Vom Kinosaal ins Gelände: Das BMLUK beim Forum Alpbach 2026
Foto: WLV
Wasserknappheit, Starkregen und instabile Hänge: Der Klimawandel stellt Österreich vor neue Herausforderungen. Beim European Forum Alpbach 2026 setzte das BMLUK mit einem Filmabend, einer WLV-Fachwanderung und einer Paneldiskussion drei Schwerpunkte rund um Wasserresilienz und Naturgefahrenvorsorge.
Drei Formate, eine gemeinsame Frage
Wie bleiben unsere Lebensräume auch unter veränderten klimatischen Bedingungen sicher und lebenswert? Das BMLUK beleuchtete diese Frage beim Forum Alpbach aus drei Perspektiven: auf der Leinwand, direkt im Gelände und im fachlichen Austausch.
Filmabend: Wasserresilienz auf der großen Leinwand
Den Auftakt bildete „Facing The Unknown – A Documentary on Water Resilience“. Der Dokumentarfilm zeigte, wie der Klimawandel unsere Wasserressourcen verändert und welche Herausforderungen daraus für Gesellschaft, Politik und Wassermanagement entstehen.
Für das BMLUK nahm unter anderem Sektionsleiterin Monika Mörth am Filmabend teil. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie rechtzeitige Vorsorge und widerstandsfähige Systeme gelingen können.
WLV-Fachwanderung: Naturgefahrenvorsorge im Gelände
Am nächsten Tag ging es hinaus ins Gelände. Bei der Fachwanderung der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) konnten die Teilnehmer:innen erleben, was Klimawandelanpassung und moderne Naturgefahrenvorsorge in der Praxis bedeuten. Begleitet wurde die Wanderung von Bundesminister Norbert Totschnig, Sektionsleiter Gebhard Walter und Gebietsbauleiter Josef Plank.
Im Tuxertal führten drei Stationen von konkreten Schutzmaßnahmen über die Früherkennung großer Massenbewegungen bis zu den Folgen des Klimawandels im alpinen Raum.
Die WLV als Partnerin der Regionen
Seit 1884 begleitet die WLV alpine Gemeinden bei der Vorsorge vor Naturgefahren – von Information und Planung über technische und forstlich-biologische Schutzmaßnahmen bis zu Sofortmaßnahmen im Ereignisfall.
2025 investierte die WLV österreichweit 199,2 Millionen Euro und setzte 830 Baulose um. Gleichzeitig zeigte die Exkursion: Moderne Naturgefahrenvorsorge bedeutet auch, Gefahren früh zu erkennen und Schutzsysteme laufend an neue Bedingungen anzupassen.
GeoMonitorAT: Veränderungen früh erkennen
An der Großhangbewegung zwischen Entalbach und Tuxeggbach stand GeoMonitorAT im Mittelpunkt. Das österreichweit koordinierte Monitoringsystem nutzt Satelliten-, Sensor- und Fernerkundungstechnologien, um kritische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und Risiken besser einschätzen zu können.
Die zentrale Botschaft: Naturereignisse lassen sich nicht verhindern – entscheidend ist, Entwicklungen früh zu erkennen und rechtzeitig handeln zu können.
Klimawandel verändert die Gefahrenlage
Gletscher und Permafrost gehen zurück, der Wasserhaushalt verändert sich und Starkregen stellt Schutzsysteme vor neue Anforderungen. In den vergangenen 40 Jahren haben die stündlichen Starkniederschläge in Österreich um rund 15 Prozent zugenommen. In kleinen Einzugsgebieten sind die Hochwasserspitzen um rund 25 Prozent gestiegen, gleichzeitig hat sich die Sedimentfracht verdoppelt.
Mit dem Aktionsprogramm „Klima. Sicherheit. Lebensraum.“ verankert die WLV Klimawandelanpassung systematisch in der Naturgefahrenvorsorge – von klimaresilienten Schutzwäldern und Schutzsystemen bis zu Sedimentmanagement, Gefahrenzonenplanung und Monitoring.
Paneldiskussion: Wie sichern wir unsere Wasserressourcen?
Den dritten Schwerpunkt bildete eine hochrangig besetzte Paneldiskussion zur Wasserresilienz. Bundesminister Norbert Totschnig diskutierte mit Monika Mörth, Margreth Keiler, Barbara Schmidt und Günther Gruber darüber, wie Österreich seine Wasserressourcen unter den Bedingungen des Klimawandels langfristig sichern kann. Moderiert wurde die Diskussion von Günter Liebel und Ernst Überreiter vom BMLUK.
Die drei Veranstaltungen machten Wasserresilienz und Klimawandelanpassung aus unterschiedlichen Perspektiven greifbar – auf der Leinwand, im Gespräch und direkt im alpinen Gelände.