Der Wasserhaushalt Österreichs im Winter 2025/2026
Der Winter 2025/2026 war mild und zu trocken. Während das Temperaturniveau jenem des Winters 2024/2025 entsprach, fiel das Niederschlagsdefizit mit rund −22 % weniger stark aus als im Vorjahr. Die Schneemengen blieben unterdurchschnittlich. Ergiebige Niederschläge im Februar sorgten regional für Entspannung, konnten die ausgeprägten Defizite aus Dezember und Jänner aber nur teilweise ausgleichen.
Hintergrundinformationen
Die Grundlage dieses Berichts bildet das hydrologische Monitoring der Hydrographie in Österreich, das als gemeinsame Aufgabe der Abteilung Wasserhaushalt (IV/3) im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK), der hydrographischen Dienste der Länder, der viadonau sowie rund 1.800 Beobachterinnen und Beobachtern wahrgenommen wird. Die ausgewerteten Daten sind vorgeprüft und stellen eine Grundlage für eine erste fachliche Einordnung dar.
An mehreren tausend Messstellen werden kontinuierlich zentrale hydrologische Parameter wie Niederschlag, Durchfluss an Oberflächengewässern, Feststoffe und Grundwasserstände erhoben. Die Datenerhebung ist im Wasserrechtsgesetz sowie in der Wasserkreislauferhebungsverordnung gesetzlich verankert. Das österreichische hydrographische Messnetz ermöglicht eine flächendeckende und zeitnahe Beurteilung hydrologischer Entwicklungen.
Die erhobenen hydrographischen Daten sind unverzichtbare Eingangsgrößen für Hoch- und Niederwasserprognosen und finden breite Anwendung in der Wasser- und Energieversorgung, der Land- und Forstwirtschaft, in Zivilingenieurbüros, bei Versicherungen sowie in Wissenschaft und Forschung, insbesondere in der Klimafolgenforschung.
Kurzüberblick und hydrologische Einordnung
Der Winter 2025/2026 war in Österreich insgesamt zu trocken und mild. Die mittlere Lufttemperatur der Monate Dezember bis Februar lag um rund +1,3 °C über dem klimatologischen Mittel (Abbildung 1). Gleichzeitig fiel österreichweit etwa 22 % weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt (Abbildung 2).
Die winterliche Niederschlagsverteilung war zeitlich und regional unausgeglichen: Während Dezember und Jänner von ausgeprägter Niederschlagsarmut geprägt waren, brachte erst der Februar überdurchschnittliche Mengen. Diese konnten die zuvor entstandenen Defizite jedoch nur teilweise kompensieren.
Die Schneemengen blieben über nahezu alle Höhenlagen hinweg unterdurchschnittlich (Abbildung 3). Damit stand im Verlauf des Winters nur ein eingeschränkter saisonaler Schneespeicher zur Verfügung – ein zentraler Bestandteil für die Grundwasserneubildung im Frühjahr.
Hydrologisch zeigten sich überwiegend niedrige Abflüsse an den Oberflächengewässern (Abbildung 4), unterdurchschnittliche Grundwasserstände (Abbildung 5) sowie kaum Hochwasserereignisse. Erst gegen Ende des Winters führten die Niederschläge im Februar gemeinsam mit einsetzender Schneeschmelze regional zu einer moderaten Entspannung der Situation, insbesondere in Vorarlberg, Tirol und Salzburg.
Der Wasserstand des Neusiedler Sees zeigte sich – anders als in den Extremjahren 2022 und 2023 – vergleichsweise stabil und bewegte sich während des Winters nur geringfügig unter dem langjährigen Mittel.
Insgesamt verblieb die Wasserbilanz über den Winter negativ. Regional bestehen zu Beginn des Frühjahrs weiterhin unterdurchschnittliche Wasserstände. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, in welchem Ausmaß die Niederschläge der kommenden Monate eine nachhaltige Neubildung des Grundwassers unterstützen.
Verlauf des Winters 2025/2026
Dezember 2025
Der Dezember war durch überdurchschnittliche Temperaturen und ein erhebliches Niederschlagsdefizit geprägt. Die mittlere Lufttemperatur lag mit 2,1 °C über dem Mittelwert 1991–2020. Österreichweit fielen nur 40 % des langjährigen durchschnittlichen Niederschlags. Die Schneedecke lag Ende des Monats über alle Höhenstufen hinweg unter dem langjährigen Niveau und wies damit bereits früh im Winter auf eine ungünstige hydrologische Ausgangslage hin.
Die Niederschlagsarmut führte zu einer deutlichen Reaktion im Abflussgeschehen: Der Anteil von Pegelmessstellen mit niedrigen bis sehr niedrigen mittleren Monatsabflüssen stieg auf rund 60 %. Gleichzeitig nahm auch der Anteil von Messstellen mit niedrigen oder sehr niedrigen Grundwasserständen auf 60 % zu, wobei tendenziell niedrigere Niveaus insbesondere im Westen und Süden Österreichs beobachtet wurden. Markante Hochwasserereignisse traten im Dezember nicht auf.
Der Wasserstand des Neusiedler Sees lag nur geringfügig unter dem langjährigen Mittel und spiegelte damit die regional weniger stark ausgeprägten Niederschlagsdefizite im Burgenland wider
Jänner 2026
Der Jänner war kühl und wies erneut ein Niederschlagsdefizit auf. Die mittlere Lufttemperatur lag um 0,9 °C unter dem Mittelwert 1991–2020. Die Niederschlagsmenge erreichte nur knapp 70 % des langjährig Mittels. Aufgrund der geringen Niederschläge blieb die Schneelage über nahezu alle Höhenstufen unterdurchschnittlich, wodurch die bestehenden Defizite nicht ausgeglichen wurden.
Die geringen Niederschläge spiegelten sich in überwiegend niedrigen Abflüssen wider. Besonders nördlich des Alpenhauptkamms wurden an vielen Pegeln niedrige bis sehr niedrige Abflüsse beobachtet, sodass im Jänner in Summe über 70 % der ausgewerteten Messstellen entsprechende Verhältnisse aufwiesen. Hochwasserereignisse wurden – wie bereits im Dezember – nicht registriert.
Auch die Grundwassersituation blieb großräumig von niedrigen Niveaus geprägt. Regional, insbesondere im Osten und Südosten, wurden zwar vereinzelt auch höhere Grundwasserstände beobachtet, insgesamt waren die Niveaus aber weiterhin an circa 60 % der Grundwassermesstellen niedrig. Der Wasserstand des Neusiedler Sees blieb trotz Niederschlagsdefizits weitgehend stabil, was auf die gleichzeitig niedrigen Temperaturen und die damit reduzierte Verdunstung zurückgeführt werden kann.
Februar 2026
Die mittlere Lufttemperatur im Februar lag um 2,7 °C über dem Mittelwert 1991–2020. Die Niederschläge überschritten das langjährige Mittel um rund 40 %. In Kombination mit der einsetzenden Schneeschmelze führte dies zu zeitweise erhöhten Abflüssen. In einzelnen Einzugsgebieten, unter anderem im Mühlviertel, erreichten die Abflussspitzen das Niveau eines einjährlichen Hochwassers (HQ1).
Kurzzeitige intensivere Schneefälle konnten das saisonale Schneedefizit nicht ausgleichen. Die Gesamtschneemengen des Winters blieben weiterhin unterdurchschnittlich.
Hydrologisch zeigte sich gegen Monatsende und damit zum Ende des Winters eine Verbesserung. Die Niederschläge führten zu einer Entspannung der Grundwassersituation, insbesondere im Westen Österreichs, und der Anteil von Messstellen mit niedrigen Grundwasserständen ging auf circa 35 % zurück. Gleichzeitig waren auch die Abflüsse im Vergleich zum Jänner deutlich erhöht.
Einordnung im Vergleich zum Winter 2024/2025
Der Winter 2025/2026 war – wie bereits der Winter 2024/2025 – zu mild und zu trocken. Die Temperaturverhältnisse lagen in beiden Wintern auf einem ähnlichen Niveau.
Deutlich ausgeprägter war das Niederschlagsdefizit jedoch im Vorjahr: Mit rund −41 % Niederschlag fiel der Winter 2024/2025 erheblich trockener aus als der aktuelle Winter (−22 %). Entsprechend lagen auch die Abflüsse im Vorjahr insgesamt niedriger, und die Grundwassersituation war österreichweit angespannter als aktuell. Im vergangenen Winter wiesen insgesamt weniger Gebiete niedrige Grundwasserstände auf. Dennoch zeigen sich zum aktuellen Beginn des meteorologischen Frühlings regional weiterhin unterdurchschnittliche Grundwasserverhältnisse.
Gemeinsam ist beiden Wintern die unterdurchschnittliche Schneelage, wodurch in zwei aufeinanderfolgenden Jahren nur ein eingeschränkter saisonaler Schneespeicher zur Verfügung stand. Übergeordnet zeigt sich, dass in den vergangenen Jahren – mit Ausnahme des Winters 2023/2024 – zumindest regional wiederholt teils deutliche Niederschlagsdefizite im Winter auftraten.
Rückblickend lässt sich feststellen, dass die Wintermonate der letzten Jahre – abgesehen vom Winter 2023/2024 – wiederholt von zumindest regional ausgeprägten Niederschlagsdefiziten geprägt waren.
Kontakt
BMLUK, Abt. IV/3 Wasserhaushalt
Email: wasserhaushalt@bmluk.gv.at
Weitere Informationen
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Wasserhaushalt Österreich - Monatsbericht Februar 2026
Der Februar 2026 war überdurchschnittlich warm und brachte rund 40 % mehr Niederschlag als im Mittel. Kurzzeitige Schneefälle konnten das saisonale Schneedefizit nicht ausgleichen. Niederschläge und Schneeschmelze führten zeitweise zu erhöhten Abflüssen; die Grundwasserlage entspannte sich vor allem im Westen etwas. Prognosen deuten auf einen warmen März und vorerst trockene Bedingungen hin. -
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