Landwirtschaft Totschnig und Moosbrugger: Historische Dürre bringt Landwirtschaft an ihre Grenzen

Die anhaltende Dürre infolge des Klimawandels stellt die österreichische Landwirtschaft vor eine historische Belastungsprobe. Das erste Halbjahr 2026 war das zweittrockenste seit Beginn der Messungen. In Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg wurde sogar das trockenste erste Halbjahr überhaupt verzeichnet. Gleichzeitig verschärfen steigende Temperaturen und eine höhere Verdunstung die Auswirkungen zusätzlich. Hält diese Entwicklung an, könnte 2026 als neues Rekord-Dürrejahr in die Geschichte eingehen.

Besonders dramatisch ist die Situation im Grünland. In zahlreichen Regionen drohen Ernteausfälle von bis zu 50 Prozent. Viele Betriebe müssen bereits jetzt ihre Winterfutterreserven verfüttern und stehen vor der Frage, wie sie ihre Tiere über den kommenden Winter versorgen können. Gleichzeitig erschwert die großflächige Dürre den Zukauf von Futter erheblich.

Vor diesem Hintergrund betonen Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger die Bedeutung von Futtermittelbörsen und der Dürreversicherungen in Österreich.

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig: „2026 ist ein absolutes Ausnahmejahr. Eine derart lange und flächendeckende Trockenperiode hat Österreich in dieser Form noch nie erlebt. Wir beobachten die regional unterschiedlichen Situationen genau. Viele verfüttern bereits jetzt ihre Wintervorräte und versuchen intensiv Futter zuzukaufen. Doch weil die Dürre große Teile Österreichs und darüber hinaus betrifft, ist auch das zunehmend schwierig. Daher stehen wir in engem Austausch mit den Landwirtschaftskammern und den Bundesländern, um ehestmöglich treffende Maßnahmen vorzubereiten. Gleichzeitig arbeiten wir weiterhin an langfristigen Maßnahmen, um unsere Landwirtschaft noch besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen."

Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger: „Einerseits gibt es unternehmerische Eigenverantwortung, daher ist Risikovorsorge unverzichtbar. Andererseits braucht es in diesem extremen Trockenjahr ein konkretes Maßnahmenpaket. Dafür setze ich mich an allen Fronten ein."

Schwieriger Ausblick auf den Herbst

Sollte die Trockenheit weiter anhalten, ist insbesondere in viehstarken Regionen mit einer weiteren Verschärfung der Futterknappheit zu rechnen. Deswegen sollen die bestehenden Futtermittelbörsen ausgebaut und stärker vernetzt werden. Die hohe Versicherungsrate zeigt außerdem, dass das österreichische Vorzeigemodell der Dürreversicherung sehr gut angenommen wird und schon jetzt einen unverzichtbaren Bestandteil des Maßnahmenpakets darstellt.