PFAS: Langlebige Chemikalien in unserer Umwelt und unserem Alltag
PFAS werden häufig als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet. Der Grund: Sie sind besonders stabil und werden in der Umwelt kaum abgebaut. Einmal freigesetzt, können sie lange in Böden, Gewässern, Pflanzen, Tieren und auch im Menschen nachweisbar bleiben.
Aktuelle Berichte über PFAS-Funde in Brunnen- und Leitungswasser zeigen, warum diese Stoffgruppe besondere Aufmerksamkeit braucht. PFAS sind kein neues Thema, sie werden aber durch bessere Untersuchungsmethoden und regelmäßige Kontrollen zunehmend sichtbar. Ziel der vielen Untersuchungen ist es, Belastungen frühzeitig zu erkennen, Eintragspfade zu vermeiden und Mensch und Umwelt bestmöglich zu schützen.
Einen fachlichen Überblick zu PFAS-Nachweisen in Österreich bietet die BMLUK-Broschüre „Nachweis von PFAS-Chemikalien: Gekommen um zu bleiben“. In dieser werden unter anderem Ergebnisse nationaler Untersuchungen, Umweltbelastungen, mögliche Eintragspfade und regulatorische Maßnahmen dargestellt. Diese Broschüre wurde gemeinsam mti der Umweltberatung erstellt. (Broschüre mit aktuellem Logo tauschen)
PFAS – Die ewigen Chemikalien
Was sind PFAS?
PFAS ist die Abkürzung für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Dahinter steht eine große Gruppe industriell hergestellter Chemikalien. Sie kommen in der Natur nicht vor, werden aber seit Jahrzehnten verwendet, weil sie wasser-, fett- und schmutzabweisend sind und auch Hitze gut standhalten.
Diese Eigenschaften sind in vielen Produkten nützlich. Gleichzeitig sind sie problematisch, weil viele PFAS sehr langlebig sind, sich in der Umwelt verbreiten und teilweise in Organismen anreichern können. Einige PFAS gelten zudem als gesundheitlich bedenklich.
Wo begegnen uns PFAS im Alltag?
PFAS können in unterschiedlichen Produkten vorkommen, zum Beispiel in:
- beschichteten Pfannen, Backformen oder Backpapier,
- wasserabweisender Outdoor- und Funktionskleidung,
- Imprägniermitteln,
- bestimmten Kosmetikprodukten,
- beschichteten Lebensmittelverpackungen wie Take-away-Verpackungen,
- Teppichen oder Heimtextilien mit schmutzabweisender Ausrüstung,
- Feuerlöschschäumen,
- einzelnen industriellen Anwendungen.
Nicht jedes Produkt dieser oben genannten Kategorien enthält PFAS. Beim Einkauf können Hinweise wie „PFAS-frei“, „fluorfrei“ oder „PFC-frei“ Orientierung geben. Wichtig: Die Angabe „PFOA/PFOS-frei“ bezieht sich nur auf zwei bestimmte PFAS-Gruppen. Andere PFAS können dennoch enthalten sein.
Wie gelangen PFAS in die Umwelt?
PFAS können über verschiedene Wege in Böden, Wasser und Luft gelangen. Relevante Eintragspfade sind unter anderem Feuerlöschschäume, Industrieprozesse, Deponien, Kläranlagen, belasteter Klärschlamm, PFAS-haltige Pestizide, imprägnierte Textilien oder bestimmte Verbraucherprodukte.
Besonders problematisch ist, dass viele PFAS wasserlöslich und mobil sind. Das heißt. sie können daher mit Wasser weitertransportiert werden und unter bestimmten Umständen auch ins Grundwasser gelangen. Untersuchungen zeigen, dass PFAS in Österreich in geringen Konzentrationen in verschiedenen "Umweltmedien"nachweisbar sind. "Umweltmedien" ist eine Bezeichnung aus der Umweltwissenschaft und bezeichnet die natürlichen Element und Subysteme unsere Umwelt, also Boden, Wasser und Luft.
Alle PFAS-Messungen, die im Rahmen der Gewässer-Überwachungsprogramm (GZÜV) durchgeführt wurden, sind über die H2O-Fachdatenbank abrufbar und in den GZÜV-Jahresberichten dokumentiert.
PFAS und Trinkwasser: Was ist wichtig?
Trinkwasser zählt zu den besonders sensiblen Bereichen. Für die regelmäßige Überwachung des öffentlichen Trinkwassers sind die zuständigen Wasserversorger verantwortlich. Wird eine Belastung festgestellt, informieren die zuständigen Behörden über notwendige Maßnahmen.
Für Haushalte gilt: Wenn lokale Behörden oder Wasserversorger von der Nutzung eines Brunnens oder einer Wasserquelle abraten, sollten diese Hinweise unbedingt beachtet werden. Belastetes Wasser sollte dann nicht getrunken und auch nicht zur Zubereitung von Speisen verwendet werden.
Wer einen privaten Hausbrunnen nutzt und unsicher ist, kann eine Untersuchung durch ein berechtigtes Institut für Trinkwasseruntersuchungen beauftragen. Private Hausbrunnen liegen in der Verantwortung der Eigentümerinnen und Eigentümer.
Was kann ich im Alltag tun?
PFAS lassen sich im Alltag nicht vollständig vermeiden. Es gibt aber einfache Möglichkeiten, die persönliche Belastung und den Eintrag in die Umwelt zu reduzieren:
Beim Einkaufen auf Kennzeichnungen achten
Bei Textilien, Kochgeschirr, Kosmetik oder Imprägnierungen auf Hinweise wie „PFAS-frei“, „fluorfrei“ oder „PFC-frei“ achten.
Beschichtete Produkte bewusst nutzen
Bei Pfannen, Backpapier, Dauerbackfolien oder Backmatten auf PFAS-freie Alternativen achten. Stark beschädigte beschichtete Pfannen sollten ersetzt werden.
Lebensmittelverpackungen vermeiden
Take-away-Verpackungen, beschichtete Pizzakartons, Burger-Boxen oder Mikrowellenpopcorn-Verpackungen können PFAS enthalten. Mehrweg, Glas, Edelstahl oder unverpackte Lebensmittel sind oft die bessere Wahl.
Kosmetik prüfen
Bei Kosmetikprodukten hilft ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Umweltzeichen wie das Österreichische Umweltzeichen oder das EU Ecolabel schließen den Einsatz von PFAS aus.
Funktionskleidung gezielt kaufen und pflegen
Outdoor-Bekleidung nur dann kaufen, wenn die wasserabweisende Funktion tatsächlich benötigt wird. PFAS-freie Alternativen sind erhältlich. Bereits vorhandene wasser- und schmutzabweisende Textilien sollten möglichst sorgsam genutzt und nicht öfter als nötig gewaschen werden, weil beim Waschen Stoffe in das Abwasser gelangen können.
Imprägniermittel sparsam verwenden
Nicht jedes Kleidungsstück oder jeder Schuh muss imprägniert werden. Oft reicht regelmäßige Pflege. Beim Neukauf von Imprägniermitteln oder Feuerlöschern kann gezielt nach fluorfreien Alternativen gefragt werden.
Ausführliche Tipps zur PFAS-Vermeidung im Alltag bietet die BMLUK-Broschüre „PFAS – Die ewigen Chemikalien“. Sie richtet sich direkt an Konsumentinnen und Konsumenten und enthält praktische Hinweise für Küche, Bad, Kleidung, Wohnen, Brandschutz und Einkauf:
Weitere Informationen
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Ausgabejahr: 2024PFAS – Die ewigen Chemikalien
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Nachweis von PFAS-Chemikalien: Gekommen um zu bleiben
Seit den 2000er Jahren werden per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) weltweit in der Umwelt, in Nahrungsmitteln und in Menschen nachgewiesen. Das Umweltbundesamt bietet einen Überblick über Ergebnisse nationaler Studien der letzten Jahre und thematisiert Maßnahmen. -
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS)
Die Stoffgruppe der per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) besteht aus mehreren tausend industriell erzeugten Chemikalien, die vielfältig in verschiedensten industriellen Verfahren sowie in Konsumentenerzeugnissen eingesetzt werden. Aufgrund ihrer thermischen und chemischen Stabilität und ihrer Fähigkeit, Öl und Wasser abzustoßen, werden sie zur Herstellung von Polymeren, Imprägnierung von Textilien, Leder und Papierwaren eingesetzt, aber auch in Feuerlöschschäumen, Kosmetika und Lebensmittelverpackungen. Allerdings verfügen sie auch über umweltgefährliche und humantoxische Eigenschaften. -
8 Fragen zu PFAS mit Umweltmediziner Hans-Peter Hutter