CO2-Zertifikate für die freiwillige Treibhausgaskompensation
CO₂-Zertifikate sind ein Instrument, um Treibhausgase freiwillig zu kompensieren. Doch der Markt jenseits des verpflichtenden EU-Emissionshandels ist komplex: Nicht jedes Zertifikat wirkt gleich. Wir erklären die Mechanismen des „Offsetting“ und zeigen, welche besonderen Anforderungen für Unternehmen gelten, die glaubwürdiges Carbon Management betreiben wollen.
Viele Unternehmen möchten Verantwortung für ihre Emissionen übernehmen und nutzen im Rahmen ihres Carbon Managements CO₂-Zertifikate. Doch der Markt ist komplex: Nicht jedes Zertifikat hält, was es verspricht.
Verschiedene Arten von CO₂-Zertifikaten
Ein CO₂-Zertifikat ist ein handelbares Papier, das bescheinigt, dass eine Tonne Treibhausgase vermieden, reduziert oder aktiv aus der Atmosphäre entfernt wurde. Doch Zertifikat ist nicht gleich Zertifikat. Sie unterscheiden sich maßgeblich in der:
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Marktart: Handelt es sich um den verpflichtenden Emissionshandel oder den freiwilligen Kompensationsmarkt?
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Projektart: Werden Emissionen reduziert oder wird CO₂ der Atmosphäre entnommen (Carbon Removal)?
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Speicherdauer: Wird der Kohlenstoff kurz-, mittel- oder langfristig gebunden?
Wirkung von Carbon Removals. Sogenannte „Carbon Removals“ basieren auf Technologien, die CO₂ entweder direkt an der Quelle (z. B. Industrieanlagen, Kraftwerke) abscheiden oder es durch biogene bzw. technische Maßnahmen direkt aus der Atmosphäre entnehmen. Die tatsächliche Klimawirkung hängt dabei von einem Zusammenspiel dreier Faktoren ab: Woher stammt der Brennstoff (biogen oder fossil), wie wird das CO₂ entnommen und vor allem: wie lange wird es gespeichert? Je nach Kombination führt die Maßnahme zu einer echten Reduktion, einem bloßen Ausgleich oder einer tatsächlichen, zusätzlichen CO₂-Senke.
Neue Regeln für Klimaaussagen. Vorsicht ist geboten, wenn Unternehmen ihre Klimaaussagen auf Kompensationsmaßnahmen stützen, deren Wirkung überschätzt wird. Um Verbraucher:innen vor falschen Eindrücken zu schützen, verbietet die EU-Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition“ produktbezogene Aussagen wie „klimaneutral“, wenn diese lediglich auf Kompensation beruhen.
Für zukünftige klimabezogene Unternehmensziele ist Transparenz oberstes Gebot. Unternehmen sollen umfangreiche Informationen bereitstellen und diese extern prüfen lassen. Orientierung bieten hierbei international anerkannte Standards wie die ISO 14068-1:2023 oder die Science Based Targets Initiative (SBTi).
Unser Download-Artikel für Sie: Dieser Artikel bietet einen vertiefenden Überblick darüber, wie sich CO₂-Zertifikate unterscheiden, warum Details bei der Kompensation entscheidend sind und wie Unternehmen Zertifikate glaubwürdig und rechtssicher einsetzen können.