Weltbienentag
Am 20. Mai ist Weltbienentag. Er erinnert daran, wie wichtig Bienen für unsere Landwirtschaft, unsere Lebensmittelversorgung, die Artenvielfalt und die Regionen Österreichs sind. Denn Bienen liefern nicht nur Honig – sie leisten Tag für Tag einen unverzichtbaren Beitrag für fruchtbare Landschaften und regionale Wertschöpfung.
Ob Obstbäume, Beeren, Raps, Sonnenblumen, Kräuter, Wiesenblumen oder zahlreiche Wildpflanzen: Bienen sind ein zentraler Bestandteil funktionierender Ökosysteme. Durch ihre Bestäubungsleistung tragen Honig- und Wildbienen wesentlich dazu bei, dass Pflanzen Früchte bilden, Erträge gesichert werden und vielfältige Lebensräume erhalten bleiben. Damit sind Imkerinnen und Imker mit ihren Bienenvölkern unverzichtbare Partnerinnen und Partner der Landwirtschaft.
Der Weltbienentag am 20. Mai macht sichtbar, was im Alltag oft selbstverständlich erscheint: Ohne Bienen wäre unsere Landschaft ärmer, unsere Landwirtschaft weniger ertragreich und unser Speiseplan weniger vielfältig. Wer Bienen schützt, schützt daher auch regionale Lebensmittel, bäuerliche Produktion, Artenvielfalt und lebendige ländliche Räume.
Bienen sichern Vielfalt auf Feldern, Wiesen und Tellern
Die Bedeutung der Bienen zeigt sich besonders deutlich in der Landwirtschaft und bei unseren Lebensmitteln. Viele regionale Produkte, die Österreichs Küche und Kulturlandschaft prägen, hängen direkt oder indirekt von Bestäubung ab. Wo Bienen fliegen, entstehen Vielfalt, Fruchtbarkeit und Qualität: auf Feldern, in Obstgärten, in Wiesen, Wäldern und Almlandschaften. Damit sind Bienen weit mehr als Honigproduzentinnen. Sie leisten einen Beitrag zur Versorgungssicherheit, zur Biodiversität und zur Attraktivität unserer Regionen.
Österreichischer Honig: Geschmack der Regionen
Honig aus Österreich ist ein Stück Heimat im Glas. So unterschiedlich Landschaft, Klima, Böden und Pflanzenwelt sind, so vielfältig sind auch die Honige aus den Regionen Österreichs. Blütenhonig, Waldhonig, Lindenblütenhonig, Kastanienhonig oder Alpenrosenhonig spiegeln die Vielfalt der heimischen Kulturlandschaften wider.
Österreichischer Honig steht damit für Regionalität, Natur und traditionelles Wissen. Die Bienenzucht ist in Österreich seit mehr als 1.000 Jahren dokumentiert, erste schriftliche Zeugnisse stammen bereits aus dem 8. Jahrhundert. Honig zählt zu den ältesten Nahrungsmitteln der Menschheit und ist bis heute ein hochwertiges, regionales Lebensmittel.
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Mehr Transparenz bei Honig: klare Herkunftskennzeichnung
Damit Konsumentinnen und Konsumenten künftig noch besser erkennen können, woher Honig stammt, werden die Herkunftsangaben bei Honigmischungen deutlich transparenter. Grundlage dafür sind die überarbeiteten EU-„Frühstücksrichtlinien“, mit denen die Vorschriften für Honig, Fruchtsäfte, Konfitüren und Trockenmilch aktualisiert werden. Ziel ist es, Verbraucherinnen und Verbraucher besser zu informieren, mehr Transparenz über den Ursprung von Erzeugnissen zu schaffen und Lebensmittelbetrug zu verringern.
Bei Honigmischungen müssen künftig die Ursprungsländer in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils angegeben werden – ergänzt um den jeweiligen Prozentanteil. Damit werden bisherige Sammelbezeichnungen wie „Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ durch nachvollziehbarere Angaben ersetzt. Das stärkt die Orientierung beim Einkauf, den Konsumentenschutz und die Sichtbarkeit von Qualitätsprodukten aus Österreich.
Die klare Herkunftskennzeichnung ist auch ein wichtiger Beitrag zu faireren Wettbewerbsbedingungen für die heimische Imkerei. Sie macht die Herkunft von Honig besser sichtbar und hilft, österreichische Qualitätsware von anonymen Importprodukten zu unterscheiden. Die neuen Bestimmungen treten mit 14. Juni 2026 in Kraft, bereits davor gekennzeichnete Ware darf noch bis zum Abbau der Bestände verkauft werden.
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Starke Imkerei in Österreich
Österreichs Imkerei ist breit in den Regionen verankert und traditionell kleinstrukturiert. Die Zahl der Bienenvölker ist in den vergangenen Jahren gestiegen: 2024 sicherten 32.000 Imkerinnen und Imker mit rund 426.000 Bienenvölkern die Bestäubung von Wild- und Nutzpflanzen. Der Selbstversorgungsgrad lag in den Jahren 2023/2024 bei 48% und der pro Kopf Verbrauch lag in Österreich bei 1,2 Kilogramm.
Diese regionale Verankerung ist eine besondere Stärke. Sie sorgt dafür, dass Bienen in vielen Teilen Österreichs präsent sind – in landwirtschaftlich geprägten Gebieten ebenso wie in Siedlungsräumen. Auch auf dem Dach des Landwirtschaftsministeriums stehen Bienenstöcke: Neun Stöcke der heimischen Carnica-Biene zeigen, dass Bienen auch im urbanen Raum geeignete Lebensräume finden können, wenn Blühflächen, Gärten und Wasserquellen vorhanden sind. Ein Bienenvolk besteht aus rund 20.000 bis 50.000 Bienen und produziert pro Jahr etwa 20 bis 25 Kilogramm Honig.
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Förderung für eine starke Imkereiwirtschaft
Mit der Sonderrichtlinie Imkereiförderung 2023–2027 setzt das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft Sektormaßnahmen in der Imkereiwirtschaft im Rahmen des GAP-Strategieplans Österreich 2023–2027 um. Die Sonderrichtlinie ist seit 1. Jänner 2023 in Kraft und unterstützt gezielt Maßnahmen, die zur Weiterentwicklung der heimischen Imkerei beitragen.
Jährlich stehen dafür rund 2,95 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln zur Verfügung. Unterstützt werden unter anderem Aus- und Weiterbildung, Beratung, der Einstieg in die Bienenhaltung, der Umstieg in die biologische Bienenhaltung, Investitionen im Imkereisektor, Bienenzucht, angewandte Forschung und Innovation sowie Kommunikation und Sensibilisierung für hochwertige Imkereierzeugnisse. Damit stärkt die Imkereiförderung nicht nur die Betriebe selbst, sondern auch jene Leistungen, die Bienen für Landwirtschaft, Umwelt und Gesellschaft erbringen.
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Weltbienentag
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20.05.2026Weltbienentag
Der Weltbienentag wird seit dem Jahr 2018 am 20. Mai gefeiert. An diesem Tag des Jahres 1734 wurde Anton Janša geboren, der als Pionier der modernen Imkerei gilt. Der Feiertag wurde von Slowenien im Rahmen der Organisation der Vereinten Nationen vorgeschlagen und am 20. Dezember 2017 angenommen. -
06.03.2026Totschnig: 200. Wildbienenhotel stärkt am Ministeriumsdach Artenvielfalt
Mit einem Wildbienenhotel auf dem Dach des Ministeriums setzt Umweltminister Norbert Totschnig aktiv ein Zeichen für den Erhalt der Biodiversität. -
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