Austausch der Kontaktgruppe Internationale Waldpolitik am 27. Februar 2026
Am 27. Februar 2026 fand eine Zusammenkunft zahlreicher Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher, an der Waldpolitik interessierter Organisationen im Rahmen der „Kontaktgruppe Internationale Waldpolitik“ statt.
Diese Expert:innengruppe, in der aktuelle internationale und europäische forstpolitische Themen präsentiert und diskutiert werden, wird regelmäßig von der Abteilung III/1 des Bundesministeriums organisiert und dient als Beitrag zur Umsetzung der Österreichischen Waldstrategie.
UNFF, Forest Europe und UNECE
Gerfried Gruber, Leiter der Abteilung III/1 im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, gab beim Treffen der Kontaktgruppe am 27. Februar 2026 einen Überblick über aktuelle Themen der internationalen Waldpolitik. Dabei wurden das UN-Waldforum sowie dessen nächste Tagung (UNFF21), die von 11. bis 15. Mai 2026 stattfinden wird, beleuchtet und deren inhaltliche Schwerpunkte vorgestellt. Ein weiterer Themenpunkt war der paneuropäische Prozess von Forest Europe, der sich vor allem mit der Weiterentwicklung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung befasst und dessen Fortführung aus österreichischer Sicht hohe Bedeutung hat. Diese Einschätzung wurde auch von den Teilnehmenden der Sitzung geteilt.
Johannes Hangler (Abteilung III/1) berichtete ergänzend über die Arbeiten im Rahmen der UNECE sowie über deren inzwischen beendete Zusammenarbeit mit der FAO. Dabei wurde auf den international viel beachteten UNECE-Bericht „2025 Forest Profile for Europe, North America, Caucasus and Central America“ verwiesen, der auf den im Oktober 2025 von der FAO veröffentlichten Ergebnissen des globalen Forest Resources Assessment 2025 basiert.
Internationale Holzpolitik
Im Anschluss referierte Georg Rappold, Leiter der Abteilung III/5 im Bundesministerium, zum Thema internationale Holzpolitik. Dabei ging er auf die paneuropäische Plattform für Holzpolitik (WoodPoP) ein, insbesondere im Hinblick auf das 4. High Level Meeting im Oktober 2025 sowie eine für April 2026 geplante Evaluierung. Der Hauptteil der Präsentation handelte von der Country- and Organization Led Initiative (COLI) zu Bioökonomie, einschließlich des erfolgreichen COLI Summit im Februar 2026 und des daraus hervorgegangenen „Vienna Call for Action“. Darüber hinaus wurden zwei geplante COLI-Side-Events bei UNFF21 und COFO28 angekündigt.
Aktuelle EU-Themen
Abschließend informierte das Bundesministerium zu den Arbeitsschwerpunkten auf EU-Ebene für das Jahr 2026. Dabei wurde erläutert, welche für den Waldsektor relevanten EU-Dossiers sich derzeit in der Umsetzungsphase befinden (EUDR, LULUCF, CRCF, RED III, Nature Restoration Regulation) und kurz zu den einzelnen Punkten berichtet. Zudem wurde die Rolle der Wälder im Spannungsfeld unterschiedlicher zentraler EU-Politikziele thematisiert.
Abschließend wurde mit den beiden Fragen „Wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf auf EU-Ebene?“ und „Welche Entwicklungen sollten besonders aufmerksam verfolgt werden?“ zur Diskussion übergeleitet.
Diskussion und Ausblick
Im Nachgang an die Vorträge wurden die angesprochenen Themen in der Runde von den Teilnehmenden diskutiert, wobei verschiedene Standpunkte und Meinungen eingebracht wurden.
Da der Wunsch einiger Teilnehmender nach häufigeren Treffen bestand, wurden zudem zwei weitere Sitzungen der Kontaktgruppe für das Jahr 2026 angekündigt, um die Möglichkeit eines direkten und gemeinsamen Austauschs weiter zu fördern.
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